Veröffentlicht: 04.09.2026. Rubrik: Nachdenkliches
Ein Magisches Bild
Ein Magisches Bild
Mit dem Wohnwagen unterwegs nach Ostfriesland.
Wie lange hatten wir darauf gewartet, endlich wieder einmal dorthin zu fahren. Nun ja 2Jahre sind nicht lang, und doch, kam es uns so vor, wie eine halbe Ewigkeit.
Schon am ersten Tag machten wir einen Deichspaziergang, der kalte Wind blies Stürmisch, auch der Himmel lies ein paar Freuden Tränchen fallen, weil er uns hier wiedersah.
Umso mehr freuten wir uns darauf, endlich unsere Lieblingsmühle zu betreten, von dessen Modernisierung wir schon gehört hatten.
Die aus Früheren Zeiten mit alten Assessors bestehende Einrichtungsgegenstände, waren einem Modernen Stiel gewichen, wodurch es den alten staubigen dunklen Eindruck der vorherigen Einrichtung, jetzt ein sauberen hellen Raum präsentierte.
Alles Alte, Museumsartige die diesem Raum Früher, dunkel und muffig Erscheinen ließ, waren jetzt im runden Mühlenraum unterm Dach verschwunden, dessen Weg dorthin, mit einem Schild zum „Mühlen Museum“ gekennzeichnet war.
Nur ein paar Dekorationsstücke, am richtigen Fleck, machten die Mühle interessant. Zum Beispiel imponierten mir nahe der Theke,
3 mit Korn gefüllte Jutesäcke, die wie zum Abholen bereit, dort ihren Platz gefunden hatten. Eine alte Waage mit Gewichten, befand sich ebenfalls im Raum, an einem Platz,- wo er meiner Meinung nach,- stände er nicht da; fehlen würde.
In einem alten kleinen Eisenfenster dessen Gitterstäbe, sowie die einfache Verglasung, erhalte geblieben war, hatte ein altertümliches, früher mit Heißer Kohle betriebenes Bügeleisen seinen Platz gefunden.
Wir suchten uns einen gemütlichen Platz, und bestellten uns Tee mit einem Stück echter Ostfriesentorte.
Bevor serviert wurde, machte ich mich auf dem Weg zur Toilette. Hier enddeckte ich, wo sich früher, eine mit Erntegeräte wie Sichel, Sense und Dreschflegel dekorierte Wand befand, jetzt ein großes Fenster.
Der Blick nach draußen zeigte vor dem Fenster verlaufenden, langen Kanal, mit aus Gras und Ried bestehenden Böschung, auf beiden Seiten.
Auf der gegenüberliegenden Uferseite, befand sich eine Wiese mit äsenden Kühen. In der Ferne zwei gut zu erkennende Kornmühlen.
Ein voll mit Blättern hängender, krumm gewachsener Baum, von dem ein dünner Ast, der versuchte in den Rum zu gelangen,- sich jedoch an der geschlossenen Fensterscheibe verbog. Seine Blätter bewegten sich im Wind.
Es war ein wunderbarer Ausblick, die einem förmlich das Gefühl gab, draußen zu stehen.
Im Toilettenraum, wurde mir plötzlich klar, dass diese Mühlen, so wie sie durch das große Fenster zu sehen waren, eigentlich So; nicht existieren konnten.
Es musste eine Täuschung sein, denn in einer dieser Mühlen befanden wir uns in diesem Augenblick. Außerdem war das Wetter nicht gerade mild und so schön, wie es durch das Fenster den Eindruck machte.
Ein Bild war es auch nicht, denn das Gras mit seinen kaum erkennbaren Gänseblümchen, bewegten sich. Selbst das nach rechts fließende sich kräuselnde Wasser im Kanal, plätscherte mit seinen kleinen Wellen dahin. Wobei weiter hinten noch ein Fischreiher seine Runden drehte.
Zunächst tranken mein Mann und ich einen Tee, der in einer Kanne mit Stövchen auf dem Tisch stand. Natürlich nach Ostfriesenart mit Knackendem Kandis sowie Sahnewölkchen, dazu diese Traumhafte Ostfriesentorte.
Erst danach erzählte ich ihm, was ich entdeckt hatte.
Wir schauten uns das Fenster gemeinsam an.
Erst jetzt bemerkte ich, dass man wegen einer Ketten Absperrung, nicht näher als ungefähr 1m an das Fenster herankam.
Wahrscheinlich, so dachte ich bei mir, um die Fensterscheibe vor Unreinheiten der Gäste, dessen Interesse genauso groß war wie die unsere, zu schützen. Es kamen immer wieder neue hinzu, die sich für diesen Ausblick interessierten.
Mein Mann murmelte lauter komische Wörter, wie Kinetik, Popart, 3D wobei er lauter eigenartige Bewegungen machte, ungefähr so wie beim Senioren Sport. Rauf runter rechts, links blickend, ja sogar der Versuch auf Zehenspitzen zu stehen, war dabei.
Sofort wurde der Eigentümer der Mühle, dessen Aufgabe es war Interesszierte, dieses Phänomen zu erklären, von den Männern belagert.
Jetzt standen wir Frauen für uns alleine. Eine Dame gesetzteren Alters beschwerte sich über das verhalten der Männer, in dem sie sich über die Wissbegierde, Derer, Äußerte.
Ihrer Meinung nach, musste man so etwas Schönes genießen können, ohne gleich zu wissen, wie es funktionierte.
Am letzten Tag unseres Urlaubs fuhren wir noch einmal zur Mühle.
Dabei erfuhr mein Mann dann noch etwas was, die anderen nicht erfahren hatten. Im Fußboden vor der Kette, gab es einen Kontakt zum Bild, dessen Funktionalität darin bestand, diese Sehenswürdigkeit nur in Betrieb zu setzen, wenn Zuschauer eine Gewisse Zeit vor dieser Anlage stehenblieben. Dadurch würde der Energie verbrauch, der nicht unerheblich schien, reduziert.





