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geschrieben 2026 von Herbstsonne.
Veröffentlicht: 17.09.2026. Rubrik: Unsortiert


Eine Tasse Mokka führt mich zu dir

Ich schnurrte. Es war paradiesisch. Ich reckte mich und wackelte mit allen Zehen, als spielte ich ein wildes Stück auf dem Klavier. Dabei ließ sich nicht prüfen, ob meine kirschroten Zehennägel noch Model-Coach-Blicken standgehalten hätten. Und das war auch gut so.
Auf der Zimmerdecke war ein Sonnenmotiv gemalt und darum herum lag Mosaik eingebettet, hübsch!
Apropos Bett: Hach,ich räkelte mich durch meine weiche Decke hindurch, die halb zurückgeschlagen war, und angelte zum Telefonhörer auf dem Nachttisch. Ich wollte an der Rezeption unten anrufen, eine Liege am Pool reservieren lassen und eine Tasse Mokka hochschicken. Ich musste heute einfach mal gar nichts und das war herrlich.
Mein Reiseführer lag zugeklappt da. Die Post-its waren alle abgearbeitet, die ich zum Vermerken eingeklebt hatte. Nun begann das Leben.
Es klopfte. Anstelle von Pardo erschien Monarika. Ich hatte sie schon mal flüchtig beim Bedienen unten in den Gästeräumen gesehen. Monarika stellte den Mokka ab und beäugte mit gekräuselter Stirn all die abgehalfterten Post-its auf dem Tisch.
Monarika fragte: „Langeweile?“ und ich antwortete: „Paradiesisch!“
Sie lachte, winkte mit ihrem Tuch zum Abschied und entschwand durch die Tür. Ihr Parfum lag leicht in der Luft.
Die Balkontür war geöffnet, die Sonne schien über mir, während ich mit Mokka im Bett lag und mich überkam ein freudiges Sehnen nach dir daheim, wie du nun wohl in der Uni saßt, leicht fröstelnd weil du direkt im Luftzug saßt, wie immer für diese Zwecke in deinem grünen Tuchschal, die Ponyfransen leicht in die Stirn fallend. Laut Zeitrechnung hattest du in zwei Stunden Schluss.
Ein Ziehen machte sich in meinem Herzen breit. Das Bett wurde vom Ruheplatz zum Laufband. Ich musste zu dir.
Mein nächster Anruf galt der Flughotline. Die Umbuchung klappte. Heute am späten Abend würde ich mit einer Flasche Holunderlimonade für dich, einer Orangen für mich und einer Packung deiner geliebten Südländischen Zuckerwatte die ich dir extra noch im Dorfinneren besorgt hatte vor meiner Abreise, vor deiner Tür stehen und in deinen rehbraunen Augen hoffentlich die Freude sehen, die ich in meinem Herzen trug.

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