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geschrieben von Pierre 64.
Veröffentlicht: 14.10.2026. Rubrik: Unsortiert


Popey der Birmakater und das Urmel

Es war ein strahlend blauer Tag auf Lummerland, der weltberühmten Insel mit zwei Bergen. Doch die idyllische Ruhe hielt nicht lange an. Die dicke Lokomotive Emma stand schnaufend am Bahnhof, während Jim Knopf aufgeregt Ausschau hielt. Am Strand war nämlich ein ungewöhnliches Schiff vor Anker gegangen – und an Bord war kein Geringerer als Käptn Popey, der Birmakater.

Mit seiner schief sitzenden Kapitänsmütze, den strahlend blauen Augen und seinen schneeweißen Pfoten schritt Popey würdevoll von Bord. Er war eigentlich auf der Durchreise über die sieben Mäusemeere, doch ein seltsames Geräusch hatte ihn angelockt: ein herzergreifendes Weinen, das aus Richtung der Berge schallte.

„Ahoi, kleiner Lokführer!“, schnurrte Käptn Popey und stupste Jim mit der Nase an. „Hörst du das auch? Das klingt nach einem Tier in großer Not.“

„Hallo, Käptn!“, sagte Jim besorgt. „Ja, das ist das Urmel! Es ist zu Besuch aus Titiwu, aber wir können es nirgends finden. Und noch etwas ist merkwürdig: Jemand hat den gesamten Honigvorrat von Frau Waas geklaut. Jedes einzelne Glas!“

Käptn Popey zuckte mit den Schnurrhaaren. „Ein Entführungsfall kombiniert mit Mundraub? Das riecht nach Arbeit für uns. Auf zu den Bergen!“

Gemeinsam mit der treuen Lokomotive Emma machten sich die beiden auf den Weg. Sie folgten einer Spur aus klebrigen Honigtapsen, die steil hinauf zwischen die beiden Gipfel führte. Hinter einem großen Felsvorsprung machten sie schließlich eine Entdeckung.

Dort saß ein riesiger, brauner Bär mit einem grünen Hut und einem schicken weißen Kragen mit Krawatte: Yogibär! Er war eigentlich aus dem Jellystone-Park nach Lummerland gereist, um einmal richtig Urlaub zu machen. Doch die alten Gewohnheiten ließen ihn nicht los. Er saß inmitten von leeren Honiggläsern, schleckte sich die Pfoten und murmelte zufrieden: „Hey, hey, hey! Dieser Insel-Honig ist einfach schlauer als der Durchschnitts-Honig!“

Direkt neben ihm steckte das arme Urmel in einem großen, leeren Honigfass fest. Der Bär hatte es einfach als Hocker benutzt, um besser an die oberen Gläser heranzukommen.

„Mupfen! Ich will hier raus mupfen!“, jammerte das Urmel und strampelte mit den Beinen.

„Halt, du honigklauender Urlauber!“, rief Jim Knopf mutig und stellte sich dem Riesenbären in den Weg. „Lass sofort das Urmel frei!“

Yogibär blickte überrascht auf und hielt ein frisches Glas Honig in der Pfote. „Oh, hallo kleiner Mann! Ich mache hier doch nur Ferien. Und dieser kleine grüne Kerl hält das Fass so schön stabil.“

Käptn Popey witterte seine Chance. Ein Birmakater kämpft nicht mit Krallen, sondern mit Köpfchen – und mit Charme. Er sprang elegant auf Emmas Dach, plusterte sein helles Fell auf und fixierte den Bären mit seinen tiefblauen Augen.

„Hör mal gut zu, Meister Petz“, schnurrte Popey mit seiner tiefsten Kapitänsstimme. „Ein echter Gentleman-Bär klaut keinen Honig von netten Inseldamen. Und er sperrt erst recht keine seltenen Urmel in Fässer. Wenn du das Urmel sofort freilässt, verrate ich dir, wo die beste, süßeste und leckerste Fisch-Auslage der sieben Meere auf dich wartet. Fangfrisch und ganz ohne Aufsicht von Rangern!“

Yogibärs Ohren zuckten. „Fisch? Ganz ohne Ranger Smith? Klingt nach einem verdammt guten Deal, Herr Kapitän!“

Der Bär stand gutmütig auf, hob das Urmel mit einer Pfote leicht aus dem Fass und setzte es behutsam in den Sand. Das Urmel schüttelte sich den Staub vom Schuppenkleid und rief glücklich: „Danke, Jim! Danke, kluger Kater!“

Yogibär packte seine Badesachen und trottete entschuldigend zum Strand, um Popeys Fisch-Tipp zu folgen und seinen Urlaub friedlich fortzusetzen. Frau Waas spendierte den Rettern am Abend als Belohnung eine extra Portion Kakao für Jim, frischen Fisch für den Käptn und eine Riesenportion Beeren für das Urmel. Lummerland war gerettet!

Pierre Leschek 14.10.2026

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