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geschrieben von Pierre 64.
Veröffentlicht: 15.10.2026. Rubrik: Unsortiert


Popeys Zeitreisen 1

Popeys Zeitreisen 1

Popeye, der stolze Birmakater im strahlend weißen Kapitänsrock, strich sich mit einer dicken Pfote über die Schnurrhaare, während das sanfte Schnurren des Sternenantriebs durch die Planken der MS Makrele vibrierte. Daniel Düsentrieb hatte ganze Arbeit geleistet. Doch Popeye wäre nicht Popeye, wenn er sich mit dem bloßen Reisen durch die Galaxien zufriedengegeben hätte. Inmitten des Maschinenraums prangte seine eigene Modifikation: der Zeitantrieb.

Um den Chrono-Katalysator aufzuladen, steuerte Popeye die MS Makrele wie immer stur nach Osten. Als der Kompass die perfekte Ausrichtung anzeigte, riss er mit den Zähnen eine Dose magischen Spinat auf, schlang ihn hinunter und feuerte den Motor an. Ein grünes Leuchten explodierte um das Schiff, faltete den Raum und schuf eine schützende Zeitblase.

„Auf in die Vergangenheit, Romm-pomm-pomm-pomm!“, rief Popeye mit seiner rauen Katerstimme, während die Realität um ihn herum wie Wackelpudding bog.

Die Zeitblase platzte sanft im Jahr 1965 im nebligen London. Doch irgendetwas stimmte mit den Koordinaten nicht. Popeye ging an Land, die Kapitänsmütze keck über einem Ohr, und stolperte mitten in ein britisches Filmset. Zwischen Scheinwerfern und Kameras traute er seinen Katzenaugen kaum.

Dort standen sie: Stan Laurel und Oliver Hardy – allerdings in einem völlig falschen Film! Sie drehten ausgerechnet eine Szene für die Kult-Spionserie Mit Schirm, Charme und Melone.

Stan, spindeldürr wie eh und je, trug einen hautengen Tweed-Anzug und kratzte sich ratlos am Kopf, was seine Melone gefährlich schief sitzen ließ. Ollie, füllig und majestätisch, fuchtelte wild mit einem eleganten, schwarzen Regenschirm in der Luft herum.

„Aber Stan“, tönte Ollies Stimme genervt über das Set. „Du solltest den Regenschirm-Degen vor dem feindlichen Agenten ziehen, nicht deine eigene Hose damit aufschlitzen!“
„Ollie, ich dachte, der Schirm sei gegen den Regen, der Charme gegen die Damen und die Melone für den Kopf!“, jammerte Stan und fing an, sich weinerlich an den Haaren zu zausen.

In diesem Moment trat Popeye ins Scheinwerferlicht. Seine Pfeife qualmte im Takt seines Birmakater-Schnurrens.

„Heiliger Kabeljau!“, rief Popeye. „Ihr seht aus, als hättet ihr euch im Jahrhundert verirrt, Jungs! Und wo ist überhaupt die Dame mit der Lederjacke?“

Ollie hielt mitten in der Bewegung inne. Er starrte auf den sprechenden Kater in der Kapitänsuniform, blickte dann direkt in die Filmkamera und machte sein berühmtes, resigniertes Krawatten-Nesteln. „Da haben wir mal wieder eine schöne Suppe eingebrockt... Ein sprechender Kater im Geheimdienst ihrer Majestät.“

Stan ging sofort auf die Knie, um Popeye hinter den Ohren zu kraulen. „Guck mal, Ollie, eine süße Miezekatze. Ob sie uns hilft, das Drehbuch zu verstehen?“

„Pfoten weg, Kollege, ich bin der Kapitän!“, knurrte Popeye amüsiert, tat einen tiefen Zug aus seiner Pfeife und stieß eine Rauchwolke in Form eines Ankers aus. „Euer Zeitgefüge ist durcheinandergeraten. Im Jahr '65 solltet ihr eigentlich gar nicht mehr drehen, und schon gar nicht als Top-Agenten mit Melone!“

Plötzlich tauchte der Regisseur aus dem Hintergrund auf und schrie: „Sensationell! Der Kater bleibt im Bild! Das ist der perfekte Bösewicht für John Steed!“

Bevor die Studiowachen Popeye schnappen konnten, bewies der Birmakater echtes Seemanns-Reaktionsvermögen. Er griff in seine Uniformjacke, holte eine frische Dose Spinat hervor und drückte sie so fest, dass der Deckel wie ein Sektkorken herausschoss. Der grüne Kraftsaft landete treffsicher in den Mündern von Stan und Ollie.

Was dann geschah, ging in die (geheime) Filmgeschichte ein:
Stan Laurels Muskeln schwollen so stark an, dass sein Tweed-Anzug in Fetzen flog. Mit neu gewonnenem Mut packte er Ollies Regenschirm, wirbelte ihn wie ein Propeller herum und hob mitsamt dem dicken Ollie ab. Sie schwebten wie zwei menschliche Hubschrauber über das Set, während Ollie panisch rief: „Stan! Bring uns runter! Das ist eine ganz und gar unscharmante Situation!“

Popeye lachte aus vollem Hals, rannte zurück zur MS Makrele, die getarnt an der Themse lag, und warf den Zeitantrieb an. Während die Zeitblase das Schiff wieder verschlang und er Kurs auf das nächste Abenteuer – vielleicht ein Treffen mit Eiffel oder Nobel – nahm, dachte er sich: „Die beiden haben vielleicht keinen Charme, aber jede Menge Melone im Kopf!“

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