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geschrieben von Pierre 64.
Veröffentlicht: 22.10.2026. Rubrik: Unsortiert


Popey der Birmakater und das Königliche Essen

Popey der Birmakater und das Königliche Essen

Es liefen bereits die Vorbereitungen für die große Fahrt. Käpt’n Popey, der stolze Birmakater, strich sich die Ärmel seines maßgeschneiderten, schneeweißen Kapitänsanzugs glatt. Die goldene Kapitänsmütze saß perfekt zwischen seinen Ohren, während sein ganzer Stolz im Hafenbecken lag: die MS Makrele, eine majestätische Dreimastbark. Ihre drei mächtigen Masten ragten hoch in den Himmel, und das kunstvolle Tauwerk spannte sich über das elegant geschwungene Holzdeck. Doch dieses Schiff war kein gewöhnlicher Großsegler mehr: Im Bauch des Schiffes, tief unter den Planken, summte leise der brandneue Zeitantrieb, den Popey bei Daniel Düsentrieb persönlich in Auftrag gegeben hatte. Ein Wunderwerk der Entenhausener Technik, mit dem man Zeit und Raum per Hebeldruck krümmen konnte, während die weißen Segel sich im Wind der Jahrhunderte blähten.

Das Ziel der Reise war ehrgeizig: Indien. Genauer gesagt, das majestätische Taj Mahal. Popey hatte erfahren, dass die Queen höchstselbst dort inkognito Urlaub machte. Und was passte besser zu einem königlichen Treffen als ein echtes, traditionelles indisches Curry? Doch für eine diplomatische Reise von weltgeschichtlicher Bedeutung brauchte man die richtige Gesellschaft. Also steuerte Popey die MS Makrele zunächst durch eine kleine Zeitschleife direkt ins Londoner Regierungsunterhaus.

Winston Churchill saß gerade in seinem Sessel, eine dicke Zigarre im Mundwinkel, als die Wand seines Arbeitszimmers zu flimmern begann. Mit einem lauten Plopp schob sich das hölzerne Bugspriet der Dreimastbark mitten durch die Tapete, dicht gefolgt vom vordersten Mast, dessen Segel sich im royalen Luftzug bauschten.

Käpt’n Popey sprang elegant über die Reling direkt auf den Schreibtisch des britischen Premierministers, salutierte mit der rechten Pfote und miaute entschlossen: „Sir Winston! Die Weltgeschichte wartet nicht. Wir reisen nach Indien – zum Curry-Essen mit der Queen!“

Churchill nahm die Zigarre aus dem Mund, blinzelte ungläubig auf den sprechenden Kater im Kapitänsanzug, blickte hinauf zu den gewaltigen Masten in seinem Büro und brummte: „Ein Kater als Kapitän? Eine ganze Dreimastbark in meinem Büro? Und eine Einladung zu scharfem Essen? Junger Mann – beziehungsweise junges Fellknäuel –, das klingt absolut regelwidrig. Aber ein gutes Curry und ein so prachtvolles Schiff schlage ich niemals aus.“ Mit einem energischen Ruck erhob sich der Premierminister, schnappte sich seinen Gehstock und ging an Bord der MS Makrele.

„Halt! Wartet auf mich!“, rief plötzlich eine Stimme vom Flur. Prinz Charles eilte herbei, den Kragen seines Tweed-Jackets gerichtet. „Wenn meine Mutter in Indien Curry isst, dann kann ich sie unmöglich alleine lassen! Außerdem schätze ich die klassische Seefahrt außerordentlich.“ Ehe Churchill protestieren konnte, war Charles bereits über die Gangway der Bark geklettert und kraulte Popey fachmännisch hinter den Ohren.

Käpt’n Popey schnurrte zufrieden, sprang ans hölzerne Steuerrad und betätigte den großen, roten Hebel von Daniel Düsentriebs Zeitantrieb. Ein hellblaues Leuchten umgab die drei Masten der MS Makrele, die Segel fingen den kosmischen Wind ein, die Realität bog sich wie Gummi, und mit einem gewaltigen Vorwärtsschub schoss das stolze Segelschiff durch das Zeitkontinuum.

Als das Leuchten nachließ, schwamm die MS Makrele nicht mehr auf der Themse, sondern lag sanft im spiegelnden Wasserbecken direkt vor dem schneeweißen Marmor des Taj Mahal, während ihre drei Masten Schatten auf die kunstvollen Verzierungen des Palastes warfen. Die indische Sonne brannte heiß, und die Luft duftete intensiv nach Koriander, Kreuzkümmel und Kurkuma.

Am Ufer des Beckens stand ein eleganter Pavillon. Darunter saß die Queen in einem leichten Sommerkleid, geschützt von einem großen Sonnenschirm, und winkte amüsiert, als sie den prachtvollen Dreimaster, ihren Sohn, ihren Premierminister und den eleganten Birmakater erblickte.

„Ah, Charles, Winston! Und du musst der berühmte Käpt’n Popey sein“, sagte die Queen lächelnd, als die Gruppe von Bord ging. Vor ihr auf dem Tisch dampften bereits riesige Schalen mit feinstem indischen Curry, duftendem Jasminreis und frischem Naan-Brot. „Pünktlich zum Mittagessen. Der Premierminister aus der Vergangenheit und mein Sohn aus der Gegenwart – Daniel Düsentriebs Erfindungen sind wirklich äußerst praktisch für eine Teestunde auf hoher See.“

Sie setzten sich alle zusammen in den Schatten des Taj Mahal, während die Flagge der MS Makrele sanft im Wind wehte. Winston Churchill diskutierte mit Prinz Charles über den richtigen Schärfegrad, während die Queen Käpt’n Popey die besten Stücke Hühnchen aus dem Curry reichte. Popey, der Birmakater im Kapitänsanzug, schnurrte so laut, dass es das sanfte Plätschern des Wassers an den Holzrumpf der Dreimastbark übertönte. Es war die wohl ungewöhnlichste, aber stilvollste diplomatische Mission, die die Welt je gesehen hatte.

Pierre Leschek 22.10.2026

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Geschichte Nummer 11139

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