Veröffentlicht: 24.10.2026. Rubrik: Unsortiert
Popey der Bitmakater Hochzeit und Seemannsgarn
Hochzeit und Seemannsgarn
Es war ein milder Frühlingsabend im Jahr 1867, als die majestätische Dreimastbark „MS Makrele“ die Donau hinaufschiffte. Am Steuerrad stand kein Geringerer als Popey, ein prachtvoller Birmakater mit tiefblauen Augen, dessen schneeweißes Fell perfekt mit dem maßgeschneiderten, dunkelblauen Kapitänsanzug samt goldenen Epauletten harmonierte. Dass ein Hochseeschiff dieser Größe überhaupt auf der Donau kreuzen konnte, war einem genialen Geniestreich von Daniel Düsentrieb zu verdanken: Er hatte nicht nur den Tiefgang des Schiffes mittels Antigravitations-Düsen auf wenige Zentimeter reduziert, sondern auch einen hocheffizienten Zeitantrieb im Rumpf verbaut. So war es Popey möglich, genau rechtzeitig zur historischen Krönung von Kaiser Franz Joseph I. und seiner geliebten Sissi zum König und der Königin von Ungarn in Budapest einzutreffen.
Die Donauufer waren von jubelnden Menschenmengen gesäumt, als die „MS Makrele“ elegant vor dem prachtvollen Parlamentsgebäude vor Anker ging. Popey strich sich mit einer Pfote stolz über die goldenen Knöpfe seiner Kapitänsjacke und blickte durch sein Fernrohr. Drüben in der Matthiaskirche wurde gerade die goldene Stephanskrone platziert. Sissi strahlte in ihrem prunkvollen Krönungskleid, doch der feierliche Staatsakt war lang, und der imperiale Magen knurrte bereits vernehmlich. Das war Popeys Moment.
Als Hochzeits- und Krönungsgeschenk hatte der Birmakater ein ganz besonderes Mitbringsel im Laderaum der „MS Makrele“: Eine riesige Truhe voller fangfrischer, goldgelb panierter Fischstäbchen. Diese hatte ihm sein bester Kumpel, Käpt’n Iglo, persönlich für die zeitreisende Mission an die Hand gegeben – tiefgekühlt mit einer speziellen Kältetechnik aus Entenhausen.
Mit dem eleganten Geschick eines wahren Seebären warf sich Popey eine weiße Kochschürze über seinen Kapitänsanzug und feuerte die Kombüse an. In einer riesigen, gusseisernen Pfanne briet er die Fischstäbchen in feiner Butter von beiden Seiten goldbraun und knusprig an. Der verlockende Duft von frischem Fisch und krosser Panade zog augenblicklich über das Deck direkt hinein in die kaiserlichen Gemächer am Ufer.
Kurz nach der Zeremonie bat Popey das frisch gekrönte Paar zu einer exklusiven Audienz an Bord der „MS Makrele“. Auf feinstem Silbergeschirr credenzte der Birmakater den majestätischen Hoheiten die dampfenden Fischstäbchen, garniert mit einer feinen Prise Meersalz und einem Spritzer Zitrone. Sissi, die sonst für ihre strenge Diät bekannt war, vergaß beim Anblick der knusprigen Köstlichkeiten jegliche Etikette. Sie nahm erfreut eine goldene Gabel, probierte und seufzte entzückt, während Franz Joseph sich direkt das zweite Stäbchen in den Mund schob.
Kaum war das kaiserliche Paar nach diesem Festmahl wieder von Bord gegangen, eilte Popey voller Vorfreude in seine Kapitänskajüte. Er schaltete den von Daniel Düsentrieb modifizierten Zeitfunkapparat ein, dessen Messingknöpfe wild funkelten, und wählte die Frequenz der fernen Zukunft. Nach einem kurzen, kosmischen Knistern erschien das bärtige, wettergegerbte Gesicht von Käpt’n Iglo auf dem Bildschirm. Als Popey ihm mit einem stolzen Schnurren berichtete, dass die Kaiserin von Österreich höchstpersönlich seine Fischstäbchen mit einer goldenen Gabel verspeist hatte, schlug der alte Seebär sich begeistert auf den Schenkel. Er lachte so laut, dass seine Kapitänsmütze wackelte, und rief voller Stolz durch den Äther, dass dies der absolut größte Tag in der Geschichte der Tiefkühlkost sei und er im Heimathafen sofort eine extra Ration für Popeys Rückkehr kaltstellen würde.
Sie dankten dem eleganten Birmakater von ganzem Herzen für diese unkonventionelle, aber absolut köstliche Stärkung, die diesen historischen Tag für immer unvergesslich machte.


Geschichte Nummer 11163



