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geschrieben 2026 von Rika.
Veröffentlicht: 01.11.2026. Rubrik: Fantastisches


Magier der geistigen Welt, Teil 1

Prolog

Elarius, der Älteste und Weiseste unter den Geistermagiern, saß im Wald, umarmte einen Baum und war geistig ganz weit weg. Wie jedes Jahr an diesem Tag suchte er weitere Kinder, jedoch keine gewöhnlichen Kinder. Er suchte Kinder, die eine stärkere Bindung zur geistigen Welt hatten, als Andere. Eigentlich hatte jeder Mensch eine Verindung, doch da die meisten Menschen nur an Dinge glaubten, die sie sehen konnten, wurde diese Verbindung im Laufe ihres Älterwerdens immer schwächer. Sieben Kinder hatte er bereits so gefunden, ein Kind fehlte noch, denn es wurden jedes Jahr acht Kinder in die Akademie des Geistes aufgenommen. Plötzlich spürte er etwas Seltsames. Er sah vor seinem geistigen Auge ein Mädchen, welches in ihrem Zimmer saß und die Augen geschlossen hielt. Sie schien scheinbar nur nachzudenken, doch da war noch etwas Anderes. Die Magie, die dieses Kind ausstrahlte, war stärker, als er sie je bei einem anderen Kind gesehen hatte. Elarius leitete die Akademie des Geistes schon seit Jahrzehnten, nein, Jahrhunderten! Niemals hatte er ein Kind mit so extrem starker Verbindung gesehen. Bei allen anderen Kindern, die er in die Akademie aufnahm, war die Magie sicher um die Hälfte schwächer gewesen. Sofort merkte er sich, wo dieses Mädchen lebte, zog seinen Körper augenblicklich in seinen Geist zurück und schickte einen Gedankenruf an seine drei wichtigsten Berater. "Wir müssen reden", sagte er.

Kapitel 1: Nach der Schule

Ich kam von der Schule nach Hause und knallte meine Zimmertür zu. Ich liebte das Lernen schon immer, doch die Schule war für mich zu einem wahren Spießroutenlauf geworden. Ich war schon immer anders als Andere, und ich hatte mich auch noch nie bemüht, mich unauffälliger zu verhalten. Jeden Tag, wenn ich das Schulhaus betrat, hörte ich die Worte der Schüler. "Da kommt Kora, der Freak!", riefen sie. Das alleine hätte mich noch nicht gestört, doch in den letzten Monaten machten sie es sich zur Aufgabe, mich ständig zu schikanieren. Einmal hatten sie mich sogar verprügelt, sodass ich blutüberströmt auf dem Boden lag. Eigentlich hätte ich ins Krankenhaus gemusst, wäre da nicht meine seltsame Gabe. Ich lächelte, als ich daran dachte, wie sich meine Fähigkeit zum ersten Mal bemerkbar gemacht hatte. Damals war ich zehn Jahre alt, also drei Jahre jünger als jetzt, und mein Opa war schwer krank. Ich saß immer wieder bei ihm, redete mit ihm und las ihm Geschichten vor. Eines Tages - mein Opa schlief gerade, sah ich ihm in die Augen und wünschte mir ganz fest, ihn heilen zu können. Plötzlich spürte ich, wie ein Teil von mir Kontakt mit seinem Körper und Geist bekam. Es fühlte sich an, als könnte ich durch seinen Körper hindurchwandern, also tat ich das. Ich fand den Krebs, der seine Lunge befallen hatte, und schickte meine Gedanken in ihn, um ihn zu zerstören. Ich zog mit meiner ganzen Willenskraft daran, und er verschwand aus dem Körper meines Opas. Niemand verstand das, auch die Ärzte nicht. Sie hielten es für ein Wunder der Medizin oder Ähnliches. Ich wusste es besser. Als ich damals von meinen Mitschülern verprügelt wurde, wanderte ich mit meinen Gedanken in meinen eigenen Körper und heilte ihn vor ihren Augen. Ich hatte gehofft, sie würden dadurch vielleicht Respekt oder Ehrfurcht empfinden, doch sie tippten sich einfach an die Stirn und verschwanden. Dies hatte auch etwas Gutes, denn nun verprügelten sie mich wenigstens nicht mehr.

Schon als kleines Kind liebte ich es, einfach nur in meinem Zimmer oder im Wald zu sitzen und über das Leben nachzudenken. Ich war vielleicht vier Jahre alt, als ich bemerkte, dass ich Kontakt zu jemandem in meinem Geist hatte. "Ich bin Kiron, ein Geist aus der geistigen Welt, und du bist meine Auserwählte", hatte das Wesen telepathisch gesagt. Bei diesem Gedanken musste ich lächeln, denn dieser Geist war in den letzten neun Jahren mein wichtigster Vertrauter geworden. Ich brauchte keine Freunde in der Außenwelt, Kiron genügte mir. Das Lernen war das Einzige, was ich an der Schule mochte. Wenn es zur großen Pause ging, versteckte ich mich in der hintersten Ecke des Schulhofes. Ich konnte die Reize nicht ertragen. Das Lachen der Schüler, Geschrei und ähnliche Dinge schmerzten mich innerlich. Es schmerzte nicht in den Ohren, es fühlte sich eher so an, als würde es in mein Innerstes eindringen. Dies hätte ich allerdings niemandem sagen können, dann hätten mich alle sofort für verrückt erklärt. "Kora! Das Essen ist fertig!", riss mich die Stimme meiner Mutter aus meinen Gedanken. Seufzend erhob ich mich und folgte ihrer Aufforderung

Kapitel 2: unangenehme Gespräche

"Wie war die Schule, mein Schatz?", fragte meine Mutter, während sie mir eine große Portion Spaghetti auf den Teller schöpfte. "Normal", antwortete ich ausweichend, denn ich kannte diese Frage nur all zu gut. "Hast du denn schon Freunde gefunden?", fragte sie hoffnungsvoll weiter. Ich seufzte und schüttelte den Kopf. "Kind, wie soll das nur weitergehen? Du musst doch auch mal Freunde finden, statt dich immer mehr zu verkriechen. Wie wäre es, wenn du einen Sport anfängst, oder irgendetwas Kreatives? Du könntest auch eine Sprache lernen. Lernen magst du doch so gerne." Ja, lernen mochte ich, aber ich hatte kein Interesse daran, in einem Sprachkurs mit mehreren Jugendlichen zu sitzen und ebenfalls wieder aufzufallen. Selbst wenn ich meine Magie und Verbindung verheimlichte, ich würde immer irgendwie auffallen. Das war schon in der Grundschule so, obwohl sich da meine Macht noch nicht gezeigt und ich niemandem von meiner geistigen Bindung erzählt hatte. Es war nun mal mein ganzes Wesen, was nicht in diese Welt passte. Also schüttelte ich entschieden den Kopf. Nun war es meine Mutter, die theatralisch seufzte. "Es ist jammer schade. Du siehst so wunderschön aus. Du hättest wirklich Chancen bei einem Jungen." Das war es also. Meine Mutter wollte mal wieder, dass ich mit einem Jungen zusammenkam, um mich abzulenken. Aber wovon? Ich konzentrierte mich auf das Essen, um nicht antworten zu müssen. "Lass sie doch", meldete sich mein kleiner Bruder zu Wort. Liam war erst elf, doch manchmal redete er wie ein kleiner Erwachsener, wobei er das weder geistig, noch körperlich wirklich war. "Lass sie doch. Sie steht eben nicht auf Jungs", meinte er. Ich verdrehte die Augen, da ich ganz genau wusste, worauf mein Bruder hinaus wollte. Meine Mutter sagte nichts, sondern stocherte in ihrem Essen herum. Quälend lange Minuten des Schweigens vergingen, während wir zu Ende aßen. Als ich fertig war, hatte ich den Drang, sofort in meinem Zimmer zu verschwinden, doch meine Mutter legte darauf Wert, dass alle am Tisch blieben, bis auch alle fertig gegessen hatten. Also lehnte ich mich zurück und verband mich mit der geistigen Welt, um mit Kiron zu sprechen.

Fortsetzung folgt

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Geschichte Nummer 11255

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