Veröffentlicht: 30.10.2026. Rubrik: Nachdenkliches
Ein paar Gedanken zu Ferienfahrplänen
In Österreich, genauer gesagt in der Steiermark, haben wir diese Woche Herbstferien. Genauer, die Schüler haben Herbstferien. Nach gerademal sechs Wochen Schule, aber das nur am Rande. Heute wollte ich gewohnt meinen Bus um 06:39 oder 40 nehmen, genau weiß ich es gerade nicht. Stand ab 06:38 Uhr an der Haltestelle und wartete, und wartete, und wartete. Mein gewünschter Bus kam nicht. Dann fiel es mir plötzlich ein: Der Ferienfahrplan! Als um 06:52 endlich der Bus kam, war ich dank meiner Gelassenheit, die ich mir in den letzten Tagen angeeignet habe, sehr ruhig. Ich fragte den Busfahrer, der mir sagte, dass wegen dieses Planes ein Bus weniger fährt. Drum hatte ich scheinbar vorher dieses unbestimmte Gefühl, dass ich heute zu spät kommen würde. Ich war zugegeben schon spät dran und rannte trotz meiner Blindheit relativ schnell, erreichte gerade noch die Straßenbahn, die ich immer nahm und dachte: Ah, nur ein Gefühl, es bewahrheitet sich nicht.
Gerade sind mir ein paar Gedanken zu den Ferienfahrplänen gekommen. Ich frage mich, warum man diesen Fahrplan an Schulferien ändert. Ich kann mir irgendwie kaum vorstellen, dass Schüler die Hauptnutzer für öffentliche Verkehrsmittel sind. Ich selbst begegne nur wenig Schülern, wobei es auch daran liegt, dass ich eine Stunde vor den Schülern raus muss oder mindestens 30 Minuten vorher, bei Spätschichten sogar um Einiges später. Da bin ich aber auch ziemlich froh drum, während der Fahrt nicht zu viel Lärm zu haben. Ich verstehe das Prinzip des Ferienfahrplans aus folgendem Grund nur teilweise: Erwachsene müssen auch arbeiten, und nur weil Schulferien sind, ändert sich für uns Anderen nichts. Unsere Arbeitswege ändern sich nicht, nur weil es für die Schüler Ferien gibt. Bei den großen Sommerferien ja, da kann ich es nachvollziehen, weil da tatsächlich viele Leute im Urlaub sind zumindest zeitweise. Ok, viele Menschen die arbeiten fahren mit ihrem Auto oder Rad oder gehen sogar zu Fuß, wenn sie es nahe genug haben. Uns wird ja schon seit längerer Zeit immer wieder gepredigt, wir sollten nicht mit dem Auto, sondern mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Dafür, denke ich, müsste aber dieser Ferienfahrplan verschwinden, sonst fände ich das sehr unvorteilhaft.
Ich bin sehr froh, dass mir die Gelassenheit auch hier geholfen hat. Ich fühle mich jetzt auch nicht wütend oder anders negativ dabei, wenn ich das schreibe, aber diese Gedanken kamen mir gerade zu diesem Thema.


Geschichte Nummer 11218



