Veröffentlicht: 28.10.2026. Rubrik: Fantastisches
Die weiße Magierin, Teil 2
Kapitel 3: Der schwarze Magier
Alicia sah sich ganz genau im Wald um. Es gab dort einige Waldhütten, viele Bäume und Tiere. Sie schaute zum Altar hinüber, und ihr Blick blieb wieder an dem Bild hängen, wo die Göttin dargestellt war. "Wer hat dieses Bild gemalt?", fragte sie. "Ich", antwortete ein Mann. "Mein Name ist übrigens Viktor. Ich habe in einem Traum das Abbild der Göttin gesehen. Sie hat mir gesagt, dass sie eines Tages in den Wald kommen wird." Die Frau auf dem Bild wirkte ein klein wenig älter als Alicia, doch sie wurde das Gefühl nicht los, dass es sich dabei um sie handeln sollte. Natürlich, ihre Haare waren etwas kürzer, und sie trug auf dem Bild eine weiße Tunika. Aber das Gesicht ... Sie betrachtete es immer und immer wieder, doch es war ihr Gesicht, da war sie sich nun sicher. "Erkennt ihr die Göttin wieder?", fragte eine Frau. Einer der Männer hob die Hand und deutete auf sie. "Wenn ich mir Alicia so ansehe und mit dem Bild vergleiche", meinte er, "ist die Ähnlichkeit nicht zu übersehen." Plötzlich spürte Alicia etwas in ihrem Inneren, als sie den Sprecher ansah. Ihr inneres Wesen signalisierte Gefahr und Vorsicht. Dieser Mann wirkte zwar wie ein Waldmensch und auf den ersten Blick auch sehr freundlich, aber unter seiner freundlichen Maske lag eine Bösartigkeit, welche Alicia die Haare zu Berge stehen ließ. "Er ist ein schwarzer Magier!", dachte sie plötzlich und trat instinktiv einen Schritt zurück. Sie wusste nun, dass sie sehr auf sich achtgeben musste.
Kapitel 4: Die Strukturen der Waldmenschen
Nun trat jeder vor Alicia, um sich vorzustellen. Es waren insgesamt 80 Menschen, die hier lebten. Alicia prägte sich die Namen dennoch schnell ein. "Nun zu den Regeln des Waldes", erklärte Viktor, der als Ältester des Waldes bezeichnet wurde. "Wir stehen jeden Morgen um fünf Uhr auf, um zu meditieren und den Aufgang der Sonne zu sehen. Danach gibt es Frühstück. Zuerst für unsere tierischen Begleiter, danach für uns selbst. Nach dem Frühstück folgen ein paar Waldarbeiten, denn auch, wenn der Wald auf wundersame Weise ewig lebt, müssen manchmal Bäume gefällt werden, um Holz für ein Feuer zu erhalten. Danach folgt das Mittagessen und eine erneute Meditation, aber diesmal alleine und nicht gemeinschaftlich. Wir beten stets für unsere Göttin und verbinden uns mit der Energie des Waldes." Alicia hörte nur mit einem Ohr hin, denn ihre Gedanken wanderten zu dem Mann, der so freundlich wirkte, jedoch ein schwarzer Magier war. Nun wusste sie auch seinen Namen, Kilian. Als die Waldmenschen sich erhoben und zurückzogen, trat der junge Mann noch einmal auf Alicia zu. Seine Präsenz wirkte noch dunkler als bisher, aber sein Lächeln saß noch immer perfekt. "Darf ich dir Gesellschaft leisten?", fragte er unschuldig. "Ich möchte jetzt alleine sein", entgegnete Alicia sofort, bevor sie etwas Anderes hätte sagen können. "Das ist aber jammerschade", meinte Kilian. "Solltest du tatsächlich die Göttin sein, wäre es sehr unhöflich, mich, einen Verehrer der Göttin, wegzuschicken!" Alicia sah Kilian durchdringend an und richtete sich auf. "Du bist nicht so fromm, wie du tust. Ich habe dein Spiel durchschaut! Du bist ein Schwarzmagier." Die Worte waren schneller ausgesprochen, als Alicia sich zügeln konnte. Kilian zuckte heftig zusammen, dann fing er sich wieder und sah betroffen drein. "Nein, du kannst nicht die Göttin sein", stellte er fest. "Sonst würdest du mich nicht für einen schwarzen Magier halten." Mit diesen Worten entfernte er sich, und Alicia war endlich allein.
Alicia saß auf dem Waldboden, die Arme um eine Eiche geschlungen. Sie hatte die Augen geschlossen und atmete tief durch, um sich wieder zu beruhigen. Ihr Kater Lucky lag neben ihr und schnurrte beruhigend. Das, was die junge Frau hier gesehen hatte, hatte sie tief getroffen. Die negative, böse Energie des Mannes war fast mit Händen zu greifen gewesen, doch sie fühlte keine Angst, dafür den Willen, ihn davon zu befreien. "Ich wünsche mir die Energie, Kilian zu helfen", dachte sie sich und glaubte fest daran, auch wenn es so unmöglich schien. Von diesem Gedanken ließ sie sich schließlich ins Land der Träume gleiten.
Fortsetzung folgt
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Geschichte Nummer 11195



