Veröffentlicht: 02.11.2026. Rubrik: Fantastisches
Magier der geistigen Welt, Teil 2
Kapitel 3: Ein hoher Besuch
Kurz bevor wir den Tisch verlassen wollten, klopfte es energisch an unserer Tür. Meine Mutter runzelte die Stirn, schließlich erwartete sie niemanden mehr. Dennoch erhob sie sich und öffnete. Draußen stand ein junger Mann, dessen junges Aussehen nicht zu der Weisheit passte, die er ausstrahlte. "Darf ich hereinkommen?", fragte er. "Mein Name ist Elarius, und ich habe ein Talent ihrer Tochter erkannt." Ich riss die Augen staunend weit auf, denn ich konnte mich nicht daran erinnern, diesen Mann jemals gesehen zu haben. Meine Mutter sah aus, als hätte man ihr vorhergesagt, dass mir Schlimmes zustoßen würde. "Was ist los, Mama?", fragte ich und trat neben sie. "Hallo Kora", sagte der Mann mit sanfter Stimme. "Woher kennen sie meinen Namen?" "Das erkläre ich dir, wenn du mit mir in die Akademie kommst", antwortete Elarius. "Meine Tochter geht nirgendwo hin!", rief meine Mutter und baute sich vor mir auf. "Es wäre für ihre Tochter sehr vorteilhaft, wenn sie mit mir kommt. In dieser besonderen Schule sind Jugendliche, die genauso anders sind wie Kora. Sie möchten doch, dass ihre Tochter glücklich wird?" Meine Mama atmete tief durch, und ich erkannte widerstrebende Gefühle in ihr. Doch dann wurde ihr Gesicht wieder hart. "Verlassen sie sofort mein Haus!", rief sie. Ich sah ungläubig zu ihr hinüber. "Mama, ich möchte ..." "Nein!", rief meine Mutter. "Du weißt nicht, was du da tust!" "Du tust ja so, als würde ich für alle Zeit von dir gehen!", rief ich frustriert. "Warum will Mutter nicht, dass ich mit Elarius gehe", dachte ich immer wieder, und plötzlich konnte ich ihre Gedanken lesen. Alles, was ich sah, war ein anderer, jung aussehender Mann, zusammen mit dem Wort "Dämon." "Ich darf sie nicht weglassen", dachte meine Mutter. "Ihr Vater hat mich gewarnt." Ich prallte vor ihrem Geist zurück, versuchte aber so zu tun, als hätte ich nichts bemerkt. Die Erkenntnis traf mich wie ein Blitz. Meine Mutter hatte mich jahrelang belogen, was meinen Vater betraf. Sie hatte gesagt, sie wisse nicht mehr, wer mein Vater ist. Die Wut wollte in mir hochsteigen, doch ich atmete tief durch. "Ich gehe mit Elarius", entschied ich, obwohl ich wusste, dass ich als Minderjährige nicht selbst entscheiden durfte. Meine Mutter griff nach meinen Händen und hielt mich fest, ihr Blick nun voller Panik. "Du bleibst hier!", rief sie und betonte dabei jedes einzelne Wort. Ich versuchte mich aus ihrem Griff zu entwinden, doch er war stärker als meine Kraft. Elarius stand konzentriert mit geschlossenen Augen da, und ich fragte mich noch, was er dachte, als sich der Griff meiner Mutter lockerte. Ihre Augen waren offen, jedoch glasig, und es sah aus, als würde sie durch mich hindurch schauen. Wie ferngesteuert bewegte sie sich auf das Sofa zu, setzte sich darauf und schloss die Augen. "So, deine Mutter stört uns nicht mehr", erklärte Elarius so sachlich, als würde er mir ein Unterrichtsfach vermitteln. "Was haben sie mit ihr gemacht?", fragte ich. "Ich habe sie hypnotisiert und in Schlaf versetzt. Keine Sorge, ich habe nicht all zu viel Magie benutzt, daher wird sie in wenigen Minuten aufwachen. Aber genau deshalb müssen wir jetzt weg." Er sah mich eindringlich an. "Wie ... haben sie das gemacht?", fragte ich. "Das ist eine Geschichte für später, wenn wir in der Akademie sind." Unentschlossen blieb ich stehen, ging in mein Inneres und befragte Kiron. "Du solltest ihm vertrauen und mitgehen", meinte dieser, und ich nickte. "Gut, ich habe meinen Geist befragt. Ich komme mit ihnen." Elarius lächelte, doch gleichzeitig wirkte er verwundert. "Nimm meine Hände", wies er mich an. Ich tat, was er verlangte. Plötzlich erhoben sich unsere Körper, und ein Nebel formierte sich vor uns. Wir schwebten in den Nebel hinein, und als wir auf der anderen Seite auftauchten, sah ich nichts als Wald und einige Häuser. "Willkommen in der Akademie des Geistes", verkündete mein Begleiter feierlich.
Kapitel 4: Eine Besprechung im Büro
Elarius führte mich in ein größeres Waldhaus hinein und öffnete dann eine Tür. Dahinter lag ein heller Raum mit einem Bücherregal, einem Schreibtisch und mehreren Stühlen. Ein weiterer Mann und zwei Frauen saßen bereits dort. "Das sind meine Berater, Thea, Vincent und Alisa", erklärte Elarius. Dann richtete er seine Augen auf einen Stuhl draußen. Ich wollte bereits anbieten, ihn zu holen, als sich der Stuhl wie von selbst ins Büro stellte. "Setz dich", wies Elarius mich an, und ich tat es. "Sicher hast du schon vermutet, dass wir keine normale Akademie sind", begann er zu erzählen, woraufhin ich nur nickte. "Wir alle haben eine Verbindung zur geistigen Welt, weshalb wir einige Fähigkeiten beherrschen. Jeder von uns kann alle der acht Fähigkeiten, doch eine davon ist bei jedem stärker ausgeprägt. Es gibt die Fähigkeiten Geistheilung, Telepathie, Telekinese, Hypnose, Auslöschung, Hellsicht, Geistreise und Gedankenarchitektur. Was war bei dir die erste Fähigkeit, die du erhieltst?" Meine Gedanken begannen zu rasen. Das alles fühlte sich so surreal an. "Ich habe meinen Opa vom Krebs geheilt", erklärte ich schließlich. "Ah, also ist bei dir die Geistheilung stärker ausgeprägt", meinte Thea, die Ältere der beiden Beraterinnen. Ich nickte zustimmend. "Es gibt da noch etwas", warf Elarius ein. "Du hast gesagt, dass du mit einem Geist kommunizieren kannst. Wir alle haben Verbindung zu einem Geist aus der geistigen Welt, aber alle von uns haben erst in der Akademie gelernt, mit ihm zu kommunizieren. Wie lange kannst du das schon?" "Seit ich vier Jahre alt bin", antwortete ich, was alle erstaunte. "Bevor du aufgenommen wirst, musst du mich noch in deinen Geist einlassen. Ich muss prüfen, ob dein Geist stark und gefestigt genug ist." Ich seufzte, denn es gefiel mir gar nicht, Elarius oder allgemein einen Fremden in meinen Geist einzulassen. Dennoch willigte ich ein. "Schließ deine Augen und atme tief durch. Entspanne dich vollständig und stell dir im Geiste eine Tür vor, die du öffnest." Ich tat, was er verlangte und spürte bald seinen Geist, der in meinen eigenen eindringen wollte. Plötzlich hatte ich das unbändige Bedürfnis, meine Gedanken zu schützen und stellte mir eine hohe Mauer vor, die meinen Geist abschirmte. Kurz darauf spürte ich, wie meine Mauer Elarius verdrängte. Der Älteste sah mich erstaunt an. "Du hast gerade Gedankenarchitektur verwendet!", rief er. "Ich habe noch nie gesehen, dass jemand zwei Fähigkeiten ohne zu üben beherrscht." Ich atmete tief durch, um mich etwas zu sammeln. "Es tut mir Leid. Ich wollte mich nur beschützen", erklärte ich. "Das ist auch gut in manchen Situationen, aber jetzt muss ich deinen Geist sehen. Atme tief durch und stell dir vor, wie die Mauer langsam verschwindet." Ich beruhigte mich, indem ich mir ein Mantra vorsagte: "Beruhige dich, du bist vollkommen sicher." Mit jeder Sekunde verschwand die Mauer, und Elarius konnte in meinen Geist eindringen. Ich musste mich zusammenreißen, um nicht wieder die Mauer hochzuziehen und ihn gewähren zu lassen. "Dein Geist ist stark genug", fasste Elarius zusammen, was er gesehen hatte. "Na dann, herzlich willkommen in der Akademie!"
Fortsetzung folgt
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Geschichte Nummer 11261



