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geschrieben von DER WORTKOTZER.
Veröffentlicht: 27.02.2020. Rubrik: Total Verrücktes


KEINE AHNUNG

Mir wird heiß. Unglaublich heiß. Ich steige in die Badewanne. Das kühle Wasser umspült angenehm meine Knöchel. - GENUSS! - Ich schließe meine Augen und gehe los. Allmählich verebbt das planschende Geräusch meiner Füße. Die Wellen werden stärker. Kopfüber springe ich hinein. Bin schon lange nicht mehr geschwommen. - TOLL! - Als meine Knie auf Grund stoßen, richte ich mich auf, suche mir ein trockenes Plätzchen und ruhe mich etwas aus. Die Sonne brennt gnadenlos auf mich herab. Wind kommt auf. Dunkle Wolken ziehen heran. Ein Unwetter naht. Schnell noch ein Paar Zeilen ins Gipfelbuch, dann gehe ich ins Tal zurück. - UNACHTSAMKEIT! - Ich rutsche aus und falle. Der frische Kuhfladen dämpft den Aufprall. Vom Po bis zum Haaransatz bildet sich eine feste Kruste. Schon zu trocken? Was soll es. Ich hole den Braten aus der Röhre. Die Kruste ist perfekt! Braun, saftig, knusprig! Bin gespannt was meine Gäste dazu sagen. Nach dem Essen wollen sie mich endlich in ihren geheimen Club aufnehmen. Im Flur fällt mein Blick auf einen am Boden liegenden Flyer. 'Club humaner Veganer'. - SCHOCK! - Mir wird schlecht. Ich renne ins Bad, klappe den Deckel hoch und kotze mich aus. Schlimmer als das reflexartige Würgen ist der Gestank. Aromatisches 47/11 oder kühlenden Franzbranntwein? Ich entscheide mich für Letzteren und sprühe ihn auf die Haut. Stakkatoartiges Klatschen. - ROUTINE! - Die Frau unter meinen Händen stöhnt kurz auf. Es ist der Höhepunkt und Abschluss einer jeden Massage. Ich verlasse die Kabine. Sie würde nachkommen. Angeregte Stimmen im Wartezimmer. Hier kommt man für ein bisschen Tratsch gerne auch mal etwas früher oder bleibt noch ein wenig länger. Ich trete ein, schließe die Tür und setze mich. - PAUSE! - Kaum, dass ich Platz genommen habe, geht es auch schon los. Ein kräftiges Ruckeln, der Zug fährt an. Per Interrail nach Griechenland. Ich bin da. Athen! Laufen, schauen! Kirchen, Museen, Ruinen! - AUSGEPUMPT! - Einige Tage später: Delphi. Nach dem heiligen Orakel bestaune ich den Wagenlenker. Langsam gehe ich auf ihn zu. Hilfesuchend streckt er mir seine Hand entgegen. Die Haut hängt ihm in blutigen Fetzen an seinem Gesicht herunter. Wahrscheinlich ist er bei dem Aufprall durch die Windschutzscheibe geflogen. - UNSICHERHEIT! - Ich versuche ihn zu beruhigen, bitte ihn eindringlich sich hinzusetzen und verspreche ihm Hilfe zu holen. Ein kleines, unscheinbares Dorf. Die Praxis ist schnell gefunden. Nach einem kurzen Gespräch eilt der Mediziner, adrett gekleidet, mit dem Stethoskop auf der Brust und seiner vertrauenswürdigen Ausstrahlung, davon. Ein typischer Halbgott in Weiß! Nichts für mich! Ich habe seit jeher die Farbe Schwarz bevorzugt. So auch heute, in dieser Partie. - ERFAHRUNG! - Ein letzter, prüfender Blick, ziehe ich meine Dame tief in die gegnerische Stellung hinein. Die Anspannung wächst ins Unerträgliche. Außer dem Ticken hunderter Uhren ist es Totenstill. Mein Blick geht nach vorn und trifft auf zwei Augen. Zwei wunderschöne Augen. Ich zittere. Meine Hände schwitzen, mein Puls rast. - LIEBE! - Im Bruchteil einer Sekunde ist es um mich geschehen. Natürlich bringe ich sie nach Hause! Meine erste Freundin? Sanft umfasse ich ihre Taille und ziehe sie an mich heran.

Mir wird heiß. Unglaublich heiß. Ich steige in die Badewanne. Das kühle Wasser …

ENDE


PS: Warum ich diesen Text geschrieben habe, bzw. was er aussagen soll: KEINE AHNUNG.
Oder, nicht alles im Leben muss Sinn machen.

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