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3xhab ich gern gelesen
geschrieben 2020 von Christine Todsen.
Veröffentlicht: 27.03.2020. Rubrik: Nachdenkliches


Das Geheimnis des Klopapiers

Eine der skurrilsten Begleiterscheinungen der gegenwärtigen Corona-Krise ist die überbordende Beliebtheit von Klopapier. Kein Hamsterkauf ohne die unverzichtbaren Rollen, sie wurden bereits aus einem parkenden Auto gestohlen, und einige pfiffige Geschäftsleute (die noch öffnen dürfen) geben ab einem Einkauf von soundsoviel Euro eine Rolle Toilettenpapier gratis dazu.

Dass diese Ware benötigt wird, ist allgemein bekannt. Aber grenzt ihre jetzige Popo-, äh, Popularität nicht an Hysterie? Schon haben Psychologen und Philosophen sich des Themas angenommen. Soweit ich mich erinnere, sagte einer von ihnen sinngemäß, Essen und Verdauen seien die Urbedürfnisse des Menschen…

Eine liebe Bekannte von mir, J., hat dagegen eine völlig simple Erklärung für das Phänomen: Klopapier wird gehamstert, weil es nicht genug wasserlösliche Papiertaschentücher gibt!!!

Ja, das ist ein Tabu, denn niemand gibt zu, dass er sich mit Klopapier die Nase schneuzt. Dabei ist es ein sehr lobenswertes Verhalten, solange der erwähnte Tücher-Mangel herrscht. Stofftaschentücher sind unhygienisch, und die üblichen, nicht wasserlöslichen Papiertaschentücher verstopfen die Toilette und müssen deswegen nach Gebrauch in den Hausmüll – ebenfalls eklig.

Nicht wasserlösliche Papiertaschentücher wurden vermutlich deswegen erfunden, weil sie a) in der Handhabung möglicherweise angenehmer sind und b) nicht zerfallen, wenn sie aus Versehen in der Waschmaschine landen. Dabei sollte es – nicht nur in Viren-Zeiten, aber da besonders – zur Natur von Papiertaschentüchern gehören, nach Gebrauch in die Toilette geworfen werden zu können.

Ich stimme J.s Theorie vollumfänglich zu und rufe hiermit die Papiertaschentücher-Hersteller auf, schnellstens auf wasserlösliche, in der Toilette entsorgbare Produkte umzusteigen. Damit verantwortungsbewusste Bürger nicht länger gezwungen sind, sich mit Klopapier die Nase zu putzen.

3xhab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Christine Todsen am 27.03.2020:

Mir ist bekannt, dass „schneuzen“ jetzt „schnäuzen“ geschrieben werden soll, aber ich bevorzuge die frühere Schreibung. Die neue erinnert mich zu sehr an „Schnauze“!




geschrieben von Weißehex am 27.03.2020:

Endlich weiß ich Bescheid! Über den eigentlichen Grund, meine ich :-) „Schneuzen" schreibe ich übrigens auch grundsätzlich mit „eu".




geschrieben von Christine Todsen am 30.03.2020:

Danke! Das eu/äu-Problem hat mich sofort zu einer neuen Geschichte inspiriert: "Gräulich"!

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