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2xhab ich gern gelesen
geschrieben von Michael Braun.
Veröffentlicht: 20.09.2020. Rubrik: Unsortiert


Begegnung im Weltall

Du hast einen sehr langen Weg hinter dir. Fast dreihundert Jahre ist es her, dass deine Erbauer dich auf deine Reise schickten. Deine eigentliche Mission, weitentfernte Planeten zu erkunden, hast du schon vor langer Zeit erfüllt. Doch deine Reise in die Unendlichkeit ging danach weiter. Immer weiter entferntest du dich von deinem Planeten, so dass sogar deine Heimatsonne eines Tages nur zu einem unter vielen Lichtpunkte in der Finsternis des Alls wurde.

"Kontakt ... Kontakt ...", blärrt die mechanische Stimme. "Nicht identifizierbares Objekt ... Kontakt." Lizan schreckt aus einem leichten Halbschlaf. Seine seitlichen Augen fixieren die beiden Außenbildschirme, aber das vom Bordsystem erkannte Objekt ist noch zu weit entfernt. Nur die Fernsensoren haben die abweichende Daten erfasst. Mit schnellen Bewegungen seiner beiden Greiffüsse korrigiert er den Kurs des Sonnenseglers.

Nach einem sehr langen Schlaf erwachen deine Systeme. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit bis dein Kamerasystem wieder hochfährt. Das unbekannte, nichtastronomische Objekt, dass deinen Kurs kreuzt wird fotografiert, die Daten werden verschlüsselt und kurz darauf Richtung Erde versendet.

Lizan hat den Sonnensegler auf Höhe des künstlichen Objektes gebracht. Schnell wird ihm klar, dass die Sonde unbekannter Herkunft ist. Und deren Kurs lässt erahnen, dass sein Ursprung in dem Sonnensystem liegt, das Lizan auf seiner Mission ansteuert. Das System mit der einen gelbe Sonne, sieben Lichtjahre von Lizanz Doppelsternsystem entfernt.

Du wirst von einem mechanischen Greifarm gepackt und in das fremde Raumschiff hinein gezogen. Und nun kannst du auch deine letzte Mission erfüllen: der Kontakt mit einer außerirdischen Zivilisation.

Nach einer längeren, vorsichtigen Untersuchung entdeckt Lizan die goldene Platte. Anhand der eingestanzten Symbole erkennt er schnell, dass er mit seiner Annahme Recht hat. Das Objekt stammt vom dritten Planeten des vor ihm liegenden Sonnensystems. Bewohnt von humanoiden Wesen, die aber nur vier Gliedmaßen, zwei Augen und ein merkwürdiges Riechorgan haben. Lizan jubelt auf. Er wird die Herkunftswelt der Sonde besuchen und mit dessen intelligenten Bewohner Kontakt aufnehmen. Sein Volk ist doch nicht alleine in den Tiefen des Alls.

Nach vielen Monaten erreichen die Funksignal der Voyagersonde die Erde. Doch dort gibt es Niemanden, der die verschlüsselten Bilder eines außerirdischen Raumschiffes empfangen könnte. Die wenigen Nachkommen der Menschheit, die dort die vielen Katstrophen der letzten 250 Jahre überlebt haben, sind nur noch Bauern und Jäger, die um das tägliche Überleben kämpfen. Weltraumingenieure gibt es hier schon lange nicht mehr.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Nordlicht am 21.09.2020:
Gute Idee. Habe ich gleich noch ein zweites Mal gelesen, um alles zu erfassen.




geschrieben von Michael Braun am 21.09.2020:
Danke :)




geschrieben von Leo Wisch am 23.09.2020:
es ist durchaus realistisch, Planet der Affen es wohl überzeichnet, aber das Leben auf diesen Planeten wird zunehmend bedrohlicher. Sorge mich um meine 7 Enkelinnen die älteste ist 14, wie wird ihre Erde ausschauen wenn sie 60 ist, oder überhaupt wird? 👍👍👍




geschrieben von Michael Braun am 23.09.2020:
Ich schrieb früher gerne optimistische Utopien über die Eroberung des Alls, aber angesichts der aktuellen Lage sowie doch eher negativen Zukunftsprognosen, sind heutzutage leider Dystopien angesagt :((

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