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1xhab ich gern gelesen
geschrieben von SebastianCohen.
Veröffentlicht: 11.01.2018. Rubrik: Unsortiert


Schmerz ist mehr als nur ein Gefühl

Kurzgeschichte zum 1.Teil der Duke-Reihe "Ohne Warnung"
Sebastian Cohen


In der Hoffnung, dass eine ihrer Mitbewohnerinnen da wäre, klopfte Bristol an die Zimmertür.
»Hi, was geht ab?«, fragte Maggie ein wenig verpennt. »Wie spät ist es denn?«
»Schon nach neun, du Schlafmütze. Hast du gestern Nacht wieder so lange im dämlichen Facebook abgehangen?«
»Du hast gut reden. Im Gegensatz zu dir, hat mich noch kein Traumprinz aus dem Hungerturm der Einsamkeit befreit.«
»Ja, ja schon gut. Hör mal, hast du Lust mit mir shoppen zu gehen? Ich will mir Unterwäsche kaufen, die so richtig sexy ist, habe aber keine Ahnung, was mir stehen könnte. Du hast doch so einen tollen Geschmack und kannst mir bestimmt dabei helfen.«
»Bristol mein Schatz, das wurde auch einmal Zeit. Hat Duke etwas gesagt oder war das deine Idee? Ach egal, gib mir eine viertel Stunde, wir sehen uns dann unten.«
***
Bereits die Auswahl im ersten Dessous Geschäft war für Bristol überwältigend. Sie wusste gar nicht, wo sie zuerst hinschauen sollte und bemerkte, dass ihre einfarbig bedruckten Slips, die sie sonst bevorzugte, da echt nicht mithalten konnten. Solche extravaganten Läden hatte sie bisher vermieden, war das doch etwas für Erwachsene. Mit Maggie an ihrer Seite öffnete sich für Bristol eine vollkommen neue Welt der Verführung. Und als sie die wunderschönen Models auf lebensgroßen Postern sah, wuchs in ihr der Wunsch, für Duke ebenfalls in Unterwäsche attraktiv zu sein. Es würde sogar das erste Mal sein, dass sie sich einen BH kaufen würde. Schon der Gedanke daran war gewöhnungsbedürftig und ließ sie leicht schwitzen. Bis zum heutigen Tag hatte sie so etwas nicht in Betracht gezogen, da ihre festen kleinen Brüste der Gravitation leicht Paroli bieten konnten. Doch für Duke sollte es das volle Programm werden.
»Schau einmal hier«, sagte Maggie nach fünf Minuten und wedelte mit einem schwarzen, hauchdünnen Etwas.
»Ist das nicht etwas zu gewagt?«, flüsterte Bristol und bemerkte, wie sie rot wurde.
Maggie legte ihren Kopf ein wenig zur Seite und musterte ihre beste Freundin.
»Bristol, bei deiner Figur kannst du alles anziehen. Komm, probiere es einfach mal aus.«
»Okay«, kam es leise von Bristol, »aber du kommst mit in die Kabine.«
»Sag mal, was ist eigentlich passiert, dass du mit einem Mal hier den Vamp versuchst?«, fragte Maggie neugierig und zog rasch den Vorhang hinter ihnen zu.
»Nichts ist passiert, ich möchte Duke einfach überraschen und plane etwas Besonderes. Übermorgen, nach unserem ersten gemeinsamen freien Fall, will ich ihn etwas fragen.«
»Das hört sich ja alles sehr mysteriös an, aber was ist denn das hier? Mit dem Winterpelz da unten müssen wir schleunigst was machen.«
»Wie jetzt?«
»Du kannst doch nicht so ein heißes Teil tragen und dann quillt die Wolle da an den Seiten heraus. Bist du irre?«
»Aber!«
»Nichts aber! Sobald wir zurück sind, kümmere ich mich darum. Ha, weißt du was, Bristol?«
»Was denn nun?«
»Mit all deiner Macke, sich aus einem Flugzeug zu stürzen, rasiere ich dir ein coolen Landing Stip! Das wird Duke umhauen, wenn er dir den Slip auszieht.«
»Darüber reden wir noch und nur zur deiner Information, Fallschirmspringen ist keine Macke. Es ist mega-cool und du solltest das auch mal ausprobieren.« Nachdem sie sich mehrfach vor dem Spiegel gedreht hatte, erklärte Bristol: »Ich glaube, das ist zu aufreizend.«
Maggie stellte sich neben sie und beide schauten in den Spiegel.
»Zu aufreizend? Du machst mich irre. Das ist doch die ganze Idee! Wenn ich nicht auf Typen stehe würde, dann hätte ich dich hier schon längst vernascht.«
»Ja aber der BH ist irgendwie so betonend!«
»Mann, echt jetzt? Deine süßen Lolita Brüste sind der Hammer und du bist hier am Jammern? Ich bin keine 20 und bei mir denkt man, dass ich schon drei Kinder mit meinen Möpsen betankt habe!«
»Ich dachte immer, Typen stehen auf große Dinger?«
»Klar, aber nur bis der Teil kommt, wo sie die auspacken.«
»Maggie, du bist mir eine!«
»Also, ist das Teil nun gekauft oder was?«
»Jedenfalls ist es schön weich, falls Duke es mir mit seinem Mund vom Körper reißen will«, erwiderte eine lachende Bristol.
»Girl, endlich reden wir dieselbe Sprache!«
***
Kaum hatte Bristol am nächsten Tag das Atelier aufgeschlossen, ging sie in den hinteren Raum, um nach ihrem ersten Porträt zu schauen. Es stand verhüllt in der Mitte des Raumes auf der Staffelei. Vorsichtig lüftete sie den Sichtschutz und tastete mit den Fingern einige Stellen der Leinwand ab, ob sie noch etwas Feuchtes spürte. Perfekt, dachte sie und deckte es rasch wieder ab. Das Bild sollte eine Überraschung für Duke werden und sie plante, es ihm morgen zu schenken. Nach all den Sonnenblumen-Motiven, die sie für die Ausstellung gemalt hatte, wollte sie unbedingt diesen romantischen Moment auf die Leinwand bringen, den sie beide damals in New York mit dem Selfie auf dem Empire State Building verewigt hatten. Noch in Gedanken, ob sie es ihm vor oder nach dem Fallschirmsprung schenken sollte, vibrierte ihr Handy und es erschien eine Nachricht von Duke.
„Bin in zehn Minuten da, bringe Donuts mit und freue mich auf einen Cappuccino. Ich liebe dich“.
Mit einem Lächeln steckte sie das Handy weg und ging zur Cappuccino Maschine. Wann immer er ihr diese Worte sagte, verspürte sie sofort ein Kribbeln und die Schmetterlinge in ihrem Bauch fragten nach einer sofortigen Starterlaubnis. Bristol dachte über die Silvesterparty nach und musste erneut schmunzeln. Hätte sie damals nicht einen kleinen Schwips gehabt, sie hätte sich niemals getraut, Augenkontakt zu ihm aufzunehmen. Schon wie er in dem feinen Anzug dastand und einfach nur wirkte, war sie von seiner Aura in den Bann gezogen. Bereits in dem Moment dachte sie, er wäre der „King of Cool“ und als er sie mit seinen blauen Augen ansah, war es um sie vollends geschehen. Für Bristol war es Liebe auf den ersten Blick, ohne jeden Zweifel. Er war der Traummann, der in Büchern beschrieben, in Filmen gezeigt und Magazinen abgebildet wurde. Aber sie war nicht nur in ihn verliebt wegen seines guten Aussehens. Duke war ihr Traummann, weil er im Grunde genommen war wie sie selbst: für jede Dummheit zu haben und ein Macher. Sie würde ihn nie wieder loslassen, eher würde sie ihn in Ketten legen und den Schlüssel wegschmeißen.
»Hi«, sagte Duke beim Eintreten, nahm sie in die Arme und küsste sie lange. »Der Cappuccino schnuppert ja lecker.«
»Boston Cream?«, fragte sie etwas atemlos und blickte auf die Tüte.
»Natürlich, ich kann doch deine Gedanken lesen.«
***
Eine halbe Stunde später saß Duke am Notebook und arbeitete konzentriert an seinem neuen Flugsimulator-Spiel. Bristol hingegen stand im Arbeitszimmer am Türrahmen gelehnt und beobachtete ihn verträumt, wie seine Finger nur so über die Tasten flogen. Duke war vollkommen in seiner digitalen Welt eingetaucht, wo Zeit keine Rolle spielte und er um sich herum kaum etwas wahrnahm. Sie bewunderte ihn, für seinen Einfallsreichtum und dass er sie immer wieder überraschte. Trotz einer leichten Nervosität vor dem morgigen Tag, freute sie sich wie irre auf den ersten freien Fall aus 3000 Fuß. Ihr war bewusst, dass Duke den Fallschirmkurs nur mitmachte, weil sie es unbedingt wollte, doch das war nur eine weitere Charaktereigenschaft, die sie so an ihm liebte. Bristol wusste, dass er für sie alles tun würde, so wie sie für ihn. Es herrschte zwischen ihnen eine Magie, die nicht zu erklären war und die über eine Verliebtheit weit hinausging. Nicht nur, dass sie sich mit ihm auf einer Wellenlänge befand, nein, seit dem Vorfall in New York wusste sie auch, dass ihr in seiner Nähe nie etwas passieren würde.

Ja, stellte sie stolz fest, er war der Mann, dem man sonst nur im Traum begegnet.
***
Die Motoren jaulten auf und rumpelnd rollte die Twinotter über die Grasbahn, bis sie 22 Sekunden später abhob. Bristol saß etwas angespannt neben Duke und hielt dabei seine Hand fest. Er lächelte ihr voller Vertrauen zu und gab ihr einen Kuss. Die Kombination aus seinen Augen, dem Lächeln und den weichen Lippen ließ sie jedes Mal weiche Beine bekommen.
»Alles okay?«, fragte er etwas lauter, um gegen den Motorenlärm anzukommen.
»Mehr als okay, ich fühle mich großartig. Und du?«
Duke nickte und schaute vollkommen konzentriert auf seinen Höhenmesser. Heute würde die Maschine ein wenig höher steigen und erneut würden sie als erste Springer die Maschine verlassen. Bristol lächelte, als sie ihn beobachtete. So sehr sie den freien Fall jetzt kaum erwarten konnte, freute sie sich noch mehr auf die Landung.
»Okay Bristol, noch drei Minuten«, rief er ihr zu und zeigte auf den Höhenmesser.
Duke hatte mit seiner Berechnung recht, denn im gleichen Moment stand der Sprunglehrer auf, stellte sich an die Tür, checkte die Absprungzone und zeigte anschließend auf Bristol und Duke, die sich bereitmachen sollten. Mit einem Mal ging alles schnell. Die grüne Lampe über der Tür leuchtete auf und der erhobene Daumen des Lehrers zeigte ein „Go“.
Bristol gab Duke einen Kuss, kniff ihm in den Hintern und ging rasch im Kopf ihre Checkliste durch: sexy Unterwäsche habe ich an, der Landing Strip sieht gut aus, das Porträt ist fertig und wenn wir gelandet sind, frage ich ihn, ob er mich zur Frau nehmen will. Bristol schaute noch einmal kurz in Dukes blaue Augen und sprang in die Tiefe.

Alle Bücher gibt es auf meiner Webseite

Ohne Warnung – Band 1
ISBN: 978-1542539562

In Keene, einer kleinen verschlafenen Stadt in New Hampshire, herrscht das herrlichste Sommerwetter, doch Duke verkriecht sich in seinem abgedunkelten Zimmer. Er kann sich kaum bewegen, ohne dass Wellen von Schmerzen seinen Körper durchfluten. Die Abreibung, die er gestern in der Kiesgrube von seinen vermeintlichen „Freunden“ bekommen hatte, war heftig – zu heftig. In den Tagen der Heilung schwört er sich, nie wieder ein Opfer zu sein ! Nie wieder ein Verlierer! Mit viel Einfallsreichtum und Finesse findet Duke Mittel und Wege, die perfekten Verbrechen zu inszenieren. Immer wieder findet er sich in Situationen wieder, die seine „dunkle Seite“ in ihm zum Handeln zwingen. Nur die Liebe kann ihn wieder auf die richtige Bahn bringen. Wird er diese finden? Das Buch nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise quer durch die USA und begleitet Duke bei seiner Metamorphose vom schüchternen Jungen zum technisch versierten Computergenie, der mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und einer gehörigen Prise Gesellschaftskritik zu einem Bösewicht heranwächst, den man einfach mögen muss. Er gerät in einen Strudel von Gewalt, Liebe, Verlust, Abenteuern und der Suche nach sich selbst. Duke sucht nicht die Gewalt, aber sie findet ihn … .


Ohne Ausweg – Band 2
ISBN: 978-1548365165

Wie ein Schwerverbrecher sitzt Duke in Handschellen gefesselt auf der Rückbank eines Polizeiwagens. Warum liegt gegen ihn ein Haftbefehl vor? Ist man ihm letztlich doch auf die Schliche gekommen und sucht ihn im Zusammenhang mit den mysteriösen Todesfällen in Keene? Und was ist mit Rachel passiert? Das sind nicht die einzigen Fragen, die ihn beschäftigen. Eben noch befand er sich auf der Straße der Sieger, um ungebremst die Welt zu entdecken. Doch plötzlich scheint das in weite Ferne gerückt zu sein, denn das Schicksal hat etwas anderes mit ihm vor. Die Realität holt ihn zurück auf den Boden der Tatsachen und er findet sich an dem Ort wieder, an dem er sich als Letztes auf dieser Welt aufhalten wollte. Obwohl Duke dachte mit seiner Vergangenheit abgeschlossen zu haben, holt ihn diese wieder ein und ein neuer Name erscheint auf seiner Liste. Eine Liste, auf der niemand stehen will!
Der 2. Teil der Duke-Reihe startet so turbulent und spannungsgeladen wie der 1. Teil „Ohne Warnung“ geendet hat. Der Leser wird erneut auf eine spannende Reise quer durch die USA mitgenommen und weiß nie, wohin diese Reise ihn führen wird. Trotz der Niederlagen und Rückschläge, die Duke durchleben muss, behält er sich die Neugier auf das Leben, ist offen für Herausforderungen und schmiedet neue Pläne. Niemand kann ihn aufhalten, oder doch?

Ohne Hemmung – Band 3
ISBN: 978-1983476686

All seiner Träume beraubt, wird einem verzweifelten Duke von unerwarteter Seite Hilfe angeboten und ein Wunder auf Heilung versprochen. Anfänglich noch skeptisch, nimmt er das Angebot an und reist nach Guatemala. Voller Hoffnung, hier ein über Generationen im Geheimen praktiziertes Heilungsritual auszuprobieren, landet er im chaotischen Guatemala City. Kaum sitzt Duke im Taxi, wird er gezwungen rasch zu handeln, da sich die Dinge mit einem Mal anders entwickeln als erwartet. Körperlich nicht in der besten Verfassung und emotional ein wenig eingebeult, muss er einem Gegenspieler Paroli bieten, mit dem nicht zu spaßen ist. Er findet sich in einer Situation wieder, die er immer vermeiden wollte. Anscheinend verfolgt ihn der Tod, was immer er anstellt, wo auch immer er sich aufhält.
Im 3. Teil der Duke-Reihe zeigt sich dem Leser ein gereifter Duke, der sich in einem ihm unbekannten Land wiederfindet, wo eigene Gesetze herrschen und unorthodoxe Wege genommen werden, um zweibeinige Probleme zu beseitigen. Es wird ein Kampf mit sich selbst und mit neuen Gegnern, die nicht zimperlich sind, ihre Ziele zu erreichen. Wird er die gefährlichen Abenteuer in Guatemala überleben?

***
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