Kurzgeschichten-Stories
Autor
Schreib, wie du willst!
Startseite - Registrieren - Login - Kontakt - Impressum
Menu anzeigenMenu anzeigen
hab ich gern gelesen
geschrieben 2020 von Clowndip (Clowndip).
Veröffentlicht: 18.10.2020. Rubrik: Unsortiert


Dear Diary Part 1

Neues Projekt. Ja ich weiss es ist stark an Tagebuch der Apokalypse angelehnt, jedoch finde ich es spannend in TAgebuch/Diary-Form zu schreiben und wollte es Einfach einmal ausprobieren. Es ist sehr an unser Lebensumfeld angepasst. Hoffe man hat Spaß am lesen. Teil 2 folgt bald.

Dear Diary:

17.10.2020

Die ersten Nachrichten erreichten nur wenige. Eine Randnotiz in den großen Zeitungen. Kleinere Beiträge im Rundfunk bezüglich Unruhen an Innerdeutschen Flughäfen und dazugehöriger Großstadtviertel. Abgetan als Unzufriedene aggressive Bürger.

Nach ein paar Tagen sah es schon anders aus. Kamerateams postierten sich vor Barrikaden die ganze Ballungsräume unter Quarantäne hielten. Laute schreie aus dem Hintergrund, während Reporter versuchten ihre Texte von Telepromptern abzulesen.
Gestalten die auf die langen Reihen von Bauzäunen und Wegsperren anrannten.
Die Geschosse der Militärs welche krampfhaft versuchten ihre Stellungen zu halten.
Kameraausfälle, Störbilder, Aufzeichnungen aus Helikoptern heraus. Rauch verhangene Städte. Blutende Gestalten, welche Jagd auf jedes Lebewesen machten dass ihnen über den Weg lief.
Kundgebungen mit den Bitten an die Bevölkerung sich falls möglich in ihren Häusern und Wohnungen aufzuhalten. Angreifern aus dem Weg zu gehen und Verhaltensauffälligkeiten sofort unter eingeblendeten Nummern bekannt zu machen. Dann nur noch Testbilder.

Das ist jetzt knapp Vierundzwanzig Stunden her. Zum Glück bin ich ein Recht paranoider Mensch, weswegen mir der Aufenthalt in meinen eigenen 4 Wänden doch nicht so schwer fällt wie Gedacht.
Meine Freundin erreiche ich schon seit ein paar Tagen nicht mehr. Sie hat in der Stadt gearbeitet und nicht weit vom Erfurter Flughafen entfernt eine Wohnung gehabt. Es macht mich krank nicht zu Wissen wie es ihr geht.

Die Türen habe ich abgeschlossen und alle Vorhänge zugezogen. Im Fernseher werden keine Nachrichten mehr übertragen. Das Unterhaltungsprogramm läuft jedoch noch. Keine Liveshows nur Filme. Immer wieder Einblendungen in Form von Schriftzügen mit der gleichen Bitte.
„Bleiben sie in ihren Wohnungen. Öffnen sie niemandem die Türen. Melden sie Eindringlinge und Angreifer unter folgender Nummer....“

Ich schreibe das hier um mich nicht ganz so alleine zu fühlen.
Hoffe es hilft mir. Werde noch einmal versuchen Sarah zu erreichen.


18.10.2020

Das Handy liegt jetzt immer direkt neben mir. Habe ihr gestern über Whatsapp noch ein paar Nachrichten geschrieben. Sie werden nicht durchgestellt. Netz ist noch da. Auch meine Mutter kann ich nicht erreichen.
Vor ein paar Monaten bin ich in das alte Haus meiner Oma gezogen. Sie musste in ein Seniorenzentrum, wollte es aber nicht an jemand fremden verkaufen. Leider ist es in einer Sackgasse und die nebenstehenden Häuser schon länger unbewohnt. Ich bekomme nichts von außen mit. Keine Nachbarn, nur meine Katze mit der ich plaudern könnte.
Essen wird langsam knapp. Darf man zum Einkaufen noch vor die Tür? Wasser läuft wie gewohnt weiter. Im Internet bin ich auf eine Seite gestoßen wo alle möglichen Leute gerade ihren Frust raus lassen. Ein paar haben auch Bilder und Videos gepostet.
Es klingt immer so dämlich, aber es sieht aus wie in einer Zombie Serie. Nur stöhnen die Leute nicht oder gurgeln wiederlich. Sie grinsen. Ein breites Grinsen.
Ich habe Angst.


Sarah hat die Nachrichten bekommen. Sie wurden durchgestellt jedoch nicht gelesen. Auch ich habe Nachrichten von ihr erhalten. Sie scheinen schon ein paar Tage alt zu sein.
„Mir geht es gut. Ich liebe dich und lass mir etwas einfallen um zu dir zu kommen. Bleib in deinem Haus“.

Hoffentlich ist ihr nichts zugestoßen.
Sind die Netze überlastet?

19.10.2020

Sarah ist da. Sie kam gestern Abend mit dem Auto an. Sie hat erzählt dass sie gleich als es auf dem Flughafen zu Problemen gekommen war aus ihrer Wohnung gebeten worden war. Zwei Tage musste sie in einem Quarantäne zelt vor der Stadt warten bevor sie weiter durfte. Die Nachricht hatte sie mir von dort geschrieben. Komischerweise hatte ihr niemand erzählt was vor sich geht. Sie wurde nur gebeten für die nächsten Wochen bei Verwandten ausserhalb der Stadt unterzukommen. Ihre Familie lebt an der Küste. Das ist zu weit, weswegen sie hierher gekommen ist.

Alle Leute die sie gesehen hatte waren pausenlos mit ihrem Handy beschäftigt. Kein Wunder das nichts durchkommt. Sie wurde von einem Soldaten her gefahren. Auf dem Weg war ihnen niemand begegnet. Die wenigen die sie sahen standen hinter ihren Fenstern und beobachteten die Straße.

Jetzt ist sie da und mir geht es besser...


21.10.2020

Heute sind es Ein Jahr und 10 Monate die Wir schon miteinander verbringen durften. Leider habe ich nichts für Sie. Wir wollten Essen gehen, aber ich denke das hat sich erübrigt.

Gestern haben wir alle Gefäße, Eimer und Schüsseln im Haus die wir nicht zum Essen brauchen mit Wasser gefüllt. Auch die Wanne im Badezimmer sowie eines der Waschbecken im Gäste-WC. Der Wasserdruck lässt etwas nach, und wir wollen nicht plötzlich ohne da stehen.

Wir haben nichts mehr zu Essen. Morgen muss ich trotz allem zum Supermarkt schlendern. Wer weiss ob sich die Lage nicht schon Entspannt hat. Mittlerweile sind alle Netze komplett überlastet. Gestern wollte ich Sarah die Seite mit den gruseligen Bildern der angeblichen „Zombies“ zeigen. Sie wurde gesperrt. Diese Bilder lassen mich nicht mehr schlafen. Ich muss an die frische Luft.


22.10.2020

Es ist schon dunkel draussen.

Heute früh bei Zeiten bin ich zu unserem Regionalmarkt gelaufen. Auf dem Weg ist mir niemand begegnet. Auch Autos konnte ich keine hören. An der Tür war ein Zettel auf dem „Gesetzliche Selbstversorgung“ stand. Die Tür war offen. Die Regale waren schon recht leer. Alles was wichtig war habe ich mitgenommen. Irgendwie eigenartig diese säuselnde Musik zu hören die dort immer spielt, wenn man weiß (oder eben nicht weiß ) was überhaupt los ist.

Mag zwar egoistisch sein, aber ich habe zwei Einkaufswagen gefüllt und ein paar Sachen unter die Regale gestellt falls ich noch einmal herkommen muss. Auf dem Weg raus ist mir ein Mann in der Babyabteilung aufgefallen der ganz viele Brei gläser eingesteckt hat.
Ich wollte mit ihm reden um zu fragen ob er mehr wusste als wir, habe ihn aber lieber in Ruhe gelassen. Ich glaube er hat mich nicht wahrgenommen so gehetzt wie er war.
Auf dem Rückweg mit den beiden Wagen bin ich durch kleine Gassen gegangen um nicht zu groß aufzufallen. Jemand hat das Schaufenster der Apotheke und zwei nebenstehender Häuser ein geschmissen.
Sarah hat Planen aus dem Garten vor die Küchenfenster gehangen. Ich möchte nicht dass sie alleine raus geht.


23.10.20

Sie sind hier.

Mitten in der Nacht haben die Sirenen aufgeheult. Wir haben wirklich Angst. Draußen haben Leute geschrien. In den Wohnhäusern der Straße unter uns hat jemand Scheiben eingeschlagen. Ich habe das alte Luftgewehr von meinem Opa aus dem Schrank geholt und geladen. Es ist kein richtiges Gewehr, aber besser als nichts.

Unten an der hinteren Eingangstür hat jemand gekratzt. Ich bin im dunkeln die Treppe runter gegangen und habe den Vorhang zur Seite gezogen. Ein Mann mit einem breiten Grinsen kratzt mit seinem Zeigefinger an der Mitte der Tür herum. Sie laufen wie betrunkene. Er hat mich gesehen und versucht am Sims hoch zu klettern. Ich bin schnell hochgerannt und habe Sarah uns die Katze auf den Dachboden gebracht. Decken und Kissen haben wir auch hier. Und die zwei Flachen Wasser mit der Packung Chips aus dem Schlafzimmer. Jetzt sitzen wir hier und warten. Er schlägt wie ein Wilder gegen die Haustür. Der kleine Glaseinsatz ist schon zersplittert. Zum Glück kommt man nur über eine schmale Klappleiter auf den Dachboden. Sarah weint.

24.10.2020

Er ist weg. Gestern hat es Stundenlang geklopft. Draußen schreien immer noch Leute. An der Vordertür hat es mehrere Male geklingelt. Wir haben nicht geöffnet. Heute Morgen erst als es ruhiger war bin ich die Leiter runter gestiegen.
Alle Räume waren leer. Die untere Hintertür hat einen ganz schönen Schaden weg. Das Holz ist in der Mitte gebrochen. Nicht mehr lange und dieser Freak wäre rein gekommen. An der Haustür ist das kleine Glas noch ganz, jedoch mit Blut beschmiert. Wir haben uns entschlossen auf dem Dachboden zu bleiben. Sarah hat sich beruhigt. Bei jedem Klopfen zuckt sie zusammen. Gerade schläft sie ein wenig. Im Bad ist das Wasser weg. Ich habe alle haltbaren Lebensmittel auf den Dachboden gebracht. Auch noch ein paar Decken, Kerzen und das Katzenklo.
Mir gehen so viele Fragen durch den Kopf. Gibt es noch Polizei und Regierung? Was ist mit dem Militär? Man hört nur Schreie. Keine Schüsse oder ähnliches. Wie wird man zu so einem Ding? Ist es der klassische Biss? Oder wird es über Luft übertragen? Vielleicht etwas im Wasser?

Wenn es an Flughäfen los ging, kommt es vielleicht von Übersee?
Ob sie verhungern oder erfrieren können? Gibt es Heilung?

hab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

Einen Kommentar schreiben

Weitere Kurzgeschichten von diesem Autor:

Write Another Story II
Write Another Story
Eine Weile; Eine Ewigkeit
Spaltung