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geschrieben von DER WORTKOTZER.
Veröffentlicht: 22.05.2021. Rubrik: Märchenhaftes


DIE RIESEN VON PUSILLUS: Murmeln

Einst – vor Millionen von Jahren, in einer weit entfernten Galaxis, auf dem Zwergplaneten Pusillus. Pusillus war so klein, dass ihn ein erwachsener Bewohner an nur einem Tag locker einmal umrunden konnte. Denn seine Bewohner waren Riesen. Riesige Riesen. Der größte unter ihnen, Maximus, ihr Anführer, war so groß, dass er durch die Wolken schauen, und so das Wetter für die ganze kommende Woche voraussagen konnte.

Das Leben auf Pusillus war friedlich und alles nahm seinen alltäglichen Lauf, solange man sich an die Regeln hielt. Die oberste Regel zum Beispiel besagte, dass man nichts Unnötiges unternehmen durfte, wodurch der Zwergplanet noch kleiner würde. Er war ja schließlich schon klein genug.

Eines schönen Tages also spielten die Kinder des Maximus mit ihren Freunden auf der Wiese hinter dem Haus. Sie hatten sich ein neues Spiel ausgedacht und nannten es „Murmeln“. Man buddelte ein kleines Loch in den Boden und versuchte aus einer bestimmten Entfernung so viele seiner Murmeln wie möglich darin zu versenken. Wer am Ende die meisten Murmeln versenkt hatte, der konnte alle geworfenen Murmeln behalten. Das neue Spiel machte den Kindern sehr viel Spaß. Angelockt von ihrem nicht zu überhörenden Treiben betrat Maximus das Geschehen.

„Na, ihr Kinder, was erfreut euch denn so über alle Maßen?“

„Ein neues Spiel, Vater“, antwortete ihm Grandios, sein Ältester. „Murmeln!“

Kaum aber, dass Maximus näher gekommen war, verfinsterte sich schlagartig seine Miene.

„Dürfte ich vielleicht mal eine eurer Murmeln sehen?“

„Aber natürlich, Vater“. Grandios reichte ihm eine ganze Hand voll. „Sind sie nicht schön?“

Und in der Tat waren sie sehr klein. Keine größer als eine Fingerkuppe. Aber nicht die Größe war es, die Maximus' Zorn hervorrief. Es war ihre Beschaffenheit.

„Würdet ihr mir jetzt auch noch verraten, wo ihr sie herhabt?“

„Wir haben sie dort hinten aus dem Felsen … .“

Grandios' Stimme versagte ihm den Dienst. Spätestens in diesem Moment wurde allen Kindern klar, dass sie einen furchtbaren Fehler begangen hatten. Maximus aber klaubte in Windeseile alle Murmeln zusammen und warf sie wutentbrannt in die Luft. Ohne ein weiteres Wort verließ er traurig und kopfschüttelnd die Wiese hinter dem Haus.

Die Murmeln aber flogen und flogen. Teilten sich und flogen immer weiter. Immer weiter bis in die entferntesten Galaxien. Mittlerweile nicht größer als ein Staubkorn, verglühten schließlich einige von ihnen im Antlitz unserer Sonne. Und sobald es dunkel wird, kann man ihre Lichter auch heute noch als strahlende Sterne am Himmelszelt bestaunen.


BECU


DIE RIESEN VON PUSILLUS beruhen auf einer Fotogeschichtenschreibgruppe. Leider wird das Foto nicht angezeigt:
Der Documenta "PENONE BAUM".

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Susi56 am 23.05.2021:

Hm, wenn du noch auflöst, warum Maximus so wütend reagiert wird die Geschichte rund. Was an der Beschaffenheit der Murmeln regt ihn so auf? Ich würde sie auch ein bisschen größer als eine Fingerkuppe machen. Murmeln auf unserer Welt sind meist so groß wie ein Fingerglied, damit man sie gut greifen kann. Ansonsten fand ich deine Story sehr hübsch. 😀

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