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geschrieben von DER WORTKOTZER.
Veröffentlicht: 24.05.2021. Rubrik: Märchenhaftes


DIE RIESEN VON PUSILLUS: Schelmicus

Der Rat der Riesen hatte getagt. Maximus und seine Familie mussten alsbald dafür sorgen, sowohl die Raumzeit-, als auch die Schrumpfmichmaschine für alle Bewohner Pusillus zugänglich zu machen. „Das gäbe ein schönes Gewimmel in unserem Keller“, dachte Consultator. Also konstruierte er mit der Hilfe seines Freundes Technicus jeweils eine weitere dieser Maschinen, eine mobile Schrumpfmichmaschine fürs Handgepäck und sie erfanden auch noch ganz nebenbei eine Unsichtbarmachmaschine, die zwar Gegenstände, aber keine Lebewesen unsichtbar machen konnte.

Endlich war es soweit! Die neuen Errungenschaften wurden öffentlich gemacht!
Erlaubt war eine Reise pro Woche, für eine Woche, nachdem sich der Nutzer mit seinem Namen und dem Zielort in eine Liste eingetragen, und man ihm die Regeln erklärt hatte.

Schließlich durfte Schelmicus seine Reise antreten. Ein Riese, der seinen Namen nicht zu Unrecht trug. Ein kleiner Ort am Meer gelegen, mit einem wunderschönen Sandstrand, war sein Ziel. Aufgrund seiner humorvollen Art, freundete er sich schnell mit den Erdlingen an. Für sie war er ein gut aussehender, kräftiger Mann in den 30ern, der bei ihnen seinen Urlaub verbrachte. Schelmicus genoss das Schwimmen im Meer, das Herumtollen am Strand und natürlich die grazilen einheimischen Weiber. Eine schöner als die andere. Auf Pusillus hingegen konnte man ein Weib oft nicht von einem Mann unterscheiden. So war das. Am letzten Abend nun amüsierte sich Schelmicus mit einem dieser prachtvollen Weiber am Strand. Und als sie ihm nun außerordentlich freizügig all ihre Reize offenbarte, fiel ihm siedend heiß ein, dass ja jegliche Intimität mit den Erdlingen untersagt war, und zu Hause mit dem Tode bestraft würde. Doch je mehr er sich aus dieser delikaten Situation herauszuwinden versuchte, um so wütender wurde das Weib. Schließlich schmiss sie ihm die übelsten Schimpfworte an den Kopf, kleidete sich an und suchte die nächste Kneipe auf. Zutiefst beleidigt, sann Schelmicus auf Rache. Da fiel ihm ihr kleines, blau weißes Häuschen, ganz in der Nähe, ein. Erst wollte er es verschwinden lassen, kam dann aber auf eine andere Idee. Auf der Lauer liegend wartete er der Dinge die da kämen. Am frühen Morgen kam das Weib leicht angeschickert nach Hause.

Was aber war das?

Mit spitzen Schreien, die Hände über dem Kopf zusammenschlagend, lief sie am ganzen Körper zitternd zurück zur Kneipe.

„Kommt mit! Kommt alle mit! Ihr werdet es mir nicht glauben“, rief sie aufgeregt dort angekommen. „Mein Haus steht auf dem Kopf. Wirklich!“

Grölend machten sich die Erdlinge auf den Weg. Das Haus aber stand wie immer an seinem Platz und das Weib erntete Schimpf und Schande.

Schelmicus hatte sich kurzerhand vergrößert, das Haus umgedreht, und auf das Weib gewartet. Anschließend alles wieder rückgängig gemacht, selbst wieder geschrumpft, war er nach Pusillus zurückgekehrt.

Immer wieder musste er alsdann seinen Freunden von der Reise und dem prachtvollen Weib erzählen. Seinen kleinen Schabernack mit dem Haus aber ließ er unerwähnt.


                        
BECU


DIE RIESEN VON PUSILLUS beruhen auf einer Fotogeschichtenschreibgruppe. Leider wird das Foto nicht angezeigt:
Ein auf dem Kopf stehendes Einfamilienhaus.

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