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2xhab ich gern gelesen
geschrieben 2021 von Christine Todsen.
Veröffentlicht: 01.11.2021. Rubrik: Kürzestgeschichten


Ist halt eh so

Aufgrund meines schon etwas fortgeschrittenen Alters habe ich bereits einige Veränderungen der deutschen Sprache beobachten können. Da ich weiß, dass die Seite Kurzgeschichten Stories nicht für linguistische Abhandlungen gedacht ist, verpacke ich das, was ich schreiben möchte, in einen kleinen Dialog (schlau, nicht?).

A: Zu blöd, dass wir jetzt dieses Novemberwetter haben.

B: Reg dich doch nicht darüber auf. Ist halt so. Sich zu ärgern bringt eh nichts.

A: Wie sprichst du denn auf einmal? So süddeutsch? Wir hier im Norden sagen doch „ist eben so“ und „bringt sowieso nichts“!

B: Hm… jetzt wo du es sagst… Früher hätte ich tatsächlich ‚sowieso‘ und ‚eben‘ benutzt. Irgendwie haben sich die beiden anderen Wörter wohl hier eingebürgert.

A: Liegt vielleicht daran, dass ‚eh‘ nur zwei Buchstaben hat und deshalb für SMS besser geeignet ist als ‚sowieso‘ oder ‚ohnehin‘.

B: Ja, und warum ‚halt‘ statt ‚eben‘? Beide Wörter haben vier Buchstaben.

A: Aber ‚halt‘ hat nur eine Silbe, ‚eben‘ zwei. Für Mundfaule vielleicht ein Grund. Oder weil ‚eben‘ mehrdeutig sein kann: „Im Flachland ist das Wandern leichter als im Gebirge, weil das Flachland eben eben ist.“

B: Auch ‚halt‘ kann aber mehrere Bedeutungen haben… Sprache ist halt nicht immer logisch!

A: Eben!

2xhab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Winterrose am 02.11.2021:

Die Geschichte könnte noch ein bisschen ausgeschmückter sein und schon fällt niemandem mehr auf, dass es sich um linguistische Abhandlungen handelt. Hast du ja bereits in Geschichten wie 'Falsche Freunde' bewiesen. ;)




geschrieben von Horst Radmacher am 03.11.2021:
Kommentar gern gelesen.
... bei einem anderen Unterschied im Nord-Süd-Gefälle mag ich gar nicht gerne hinhören - trotz Dudens: 'als' und 'wie' komparativ benutzt. Höre ich z.B. 'schöner wie' knirscht es bei mir im Ohr. Frühere Deutschlehrer haben seinerzeit sehr nachhaltig gearbeitet.




geschrieben von Christine Todsen am 03.11.2021:

Danke für Eure Kommentare. Der Fehler „wie statt als“ („schöner wie“) treibt auch mich zur Weißglut! Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob es etwas mit „Nord/Süd“ zu tun hat. Ist es nicht eher ein Fehler nach dem Prinzip „warum zwei verschiedene Wörter, wenn man auch so versteht, was gemeint ist?“ – Falls „eh“ seinen Siegeszug gen Norden tatsächlich der SMS verdankt, sehe ich dieselbe Chance für ein weiteres Wort des südlichen deutschen Sprachraums: „heuer“ anstelle von „dieses Jahr / in diesem Jahr“! Mal abwarten…




geschrieben von Christine Todsen am 03.11.2021:

Ein Krimi von mir, in dem ein norddeutsches Wort sozusagen die Hauptrolle spielt, ist "Der Sonnabend-Fall": www.kurzgeschichten-stories.de/t_1167.aspx !




geschrieben von Horst Radmacher am 07.01.2022:
Kommentar gern gelesen.
Danke für den Tipp: Ich werde der Spur nachgehen.

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