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2xhab ich gern gelesen
geschrieben von Evelyne Leesker.
Veröffentlicht: 02.05.2018. Rubrik: Unsortiert


(B)Engelchen s erster Ausflug

Inzwischen ist es Frühling, der Mai ist da! Wir haben den Wasserrohrbruch mit all seinen Auswirkungen mehr oder weniger gut überstanden. Nach unserem chaotischen "Hals über Kopf" Umzug haben wir trotz allem Weihnachten und Silvester sehr schön und friedlich in der anderen Wohnung gefeiert. Nun sind wir schon seit ungefähr zwei Monaten wieder zurück, in unserer eigenen, frisch wieder hergestellten Wohnung. Sie können sich sicher vorstellen, liebe Leser, wie froh und erleichtert ich bin, das wir diese Sache mehr oder weniger heil und ohne größere psychische Beeinträchtigungen hinter uns gebracht haben.
Aber nicht nur ich freue mich darüber. Auch unsere Stubentiger sind wieder glücklich. Während der Zeit in der anderen Wohnung konnten sie leider nicht wie sonst, jeden Tag nach draußen. Hier im Erdgeschoß ist das kein Problem. Entweder springen sie einfach vom Balkongeländer in den Garten oder werden von uns durch die Kellertür hinaus gelassen. Dazu müssen sie nur einen kurzen, bekannten Weg durch das Treppenhaus laufen. Von oben hätten sie drei Stockwerke weit nach unten laufen müssen, womöglich vorbei an den anderen Hausbewohnern, die schließlich auch durch s Treppenhaus laufen. Das trauten unsere Katzen sich nicht. Also blieben sie oben die ganze Zeit in der Wohnung. Umso glücklicher sind sie jetzt, das sie wieder Ausflüge in den Garten und in die Umgebung machen können!
Unser (B)Engelchen ist ja nun auch schon ein bisschen gewachsen. Sie ist jetzt ein frecher Teenager und glaubt, die ganze Welt dreht sich um sie allein und ist ein großes Abenteuer. Als sie sah, das die anderen nach draußen gingen, genügte es ihr bald auch nicht mehr, sich die Welt "da draußen" durch s Fenster an zu gucken. Sie wollte mit den anderen mit. Wir hatten allerdings Angst, sie so einfach mit nach draußen zu lassen, denn: "Engelchen kennt sich doch draußen noch gar nicht aus, sie ist doch noch so verspielt und tollpatschig, was da alles passieren kann!" Also mußte eine Katzenleine her. Wir besorgten eine schöne Leine und ein Katzengeschirr für (B)Engelchen und ab nach draußen, in die weite Welt hinaus! So jedenfalls war der Plan. Aber als wir (B)Engelchen das Geschirr mit der Leine anlegten, machte sie einen riesen Zirkus, kugelte und hopste wild herum, warf sich auf den Rücken, biss immer wieder in die Leine und zerrte daran, verhedderte sich und rutschte schließlich einfach aus dem Geschirr. Aus der Gartenerkundungstour wurde also erstmal nichts, da Engelchen erstens noch nicht groß genug für das Geschirr war und zweitens sich zuerst noch an das Geschirr und die Leine gewöhnen mußte. Von diesem Tag an wurde deshalb täglich in der Wohnung das "an der Leine gehen" geübt. Anfangs immer nur ganz kurz, aber dann klappte es ganz gut und Engelchen konnte richtige "Spaziergänge" durch die Wohnung machen. Und schließlich passte das Geschirr auch endlich richtig. Der große Moment war gekommen. (B)Engelchens erster Gartenausflug!
Das erste, was (B)Engelchen draußen feststellte, war, das Grashalme in der Nase kitzeln. Dann wagte sie die ersten, vorsichtigen Schritte in den Garten. Von hier unten sah alles ganz anders aus, als von oben durch das Fenster. Eine ganz neue, aufregende Perspektive! Nach der zweiten Runde durch den Garten wurde sie mutiger und versuchte, sich mit einem Baum anzulegen. Aber der Baum schlug zurück und (B)Engelchen lag wie ein Maikäfer auf dem Rücken und strampelte mit allen vier Beinen in der Luft. Ein Bild für Götter! Aber (B)Engelchen rappelte sich bald unverdrossen wieder auf und weiter ging es durch den Garten. Plötzlich blieb sie abrupt stehen, mit schiefem Kopf starrte sie auf den Boden. Sie stupste immer wieder aufgeregt mit den Pfoten und ihrer Nase auf eine Stelle im Gras. Ich ging näher hin und sah den Grund für ihre Aufregung. Sie hatte offensichtlich einen neuen Freund gefunden: Erwin, die Schnecke! Erwin wollte aber partout sein Haus nicht verlassen. (B)Engelchen war deshalb nach einer Weile gelangweilt und kletterte zum ersten Mal in ihrem Leben auf einen richtigen Baum...und purzelte ziemlich schnell wieder runter. Nach einer unsanften Bruchlandung hatte (B)Engelchen für dieses Mal die Nase voll und keine Lust mehr auf weitere Abenteuer. Ich nahm sie auf den Arm und wir gingen wieder hinein. Der Rest des Tages verlief ungewöhnlich ruhig. (B)Engelchen war nach ihrem ersten großen Ausflug auf dem Sofa eingeschlafen. Manchmal zuckte sie mit den Vorderpfoten und ihrer kleinen Schnauze. Vielleicht träumte sie von Erwin, ihrem Schneckenfreund...

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