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3xhab ich gern gelesen
geschrieben von Weißehex.
Veröffentlicht: 08.07.2018. Rubrik: Total Verrücktes


Abgelaufen (Teil 4)

Also befand sie sich nun tatsächlich in dieser Welt, die sie in ihrem Aufsatz beschrieben hatte und in der die Roboter das Sagen hatten? Alles, was Jackie rund um sich aufnahm - die Roboterschulen an jeder Ecke und die verschwundenen Gebäude wie Kino, Eisdiele oder sogar das Gymnasium - sprach dafür. Und just in diesem Augenblick entdeckte sie etwas weiter entfernt zwei weitere Roboter, die wohl in Richtung Innenstadt unterwegs waren. Beide waren ebenso schwarz glänzend wie der erste Roboter, der sie angesprochen hatte - jedenfalls der Kopf, denn beide waren wie der erste mit Hemd und Hose bekleidet und sogar von ihrem Platz aus, der sicher gerade 7 Meter Abstand betrug und sich mit jedem Schritt, den die beiden in Richtung Innenstadt machten, vergrößerte, konnte Jackie die riesengroße Aufschrift "Aufsichtsamt" auf ihrer beider Rücken lesen.
Sie wollte den beiden gerade hinterher laufen, als sie jemand am Handgelenk packte und leise, aber energisch "Pscht!" machte.
Es war ein Mann, etwa in ihrem (jetzigen) Alter, dessen Größe, Statur und Haarfarbe sie vage an jemanden erinnerte.
"Jens???? Bist du das?" fragte sie ungläubig.
"Pscht!" Jens legte einen Finger auf den Mund und zog sie mit sich in einen Hauseingang.
"So, hier sehen sie uns nicht."
"Wer?"
"Wer??? Die Roboter vom Aufsichtsamt natürlich."
"Ich wollte sie gerade fragen, ob sie mir helfen könnten."
"Dann ist es ja gut, dass ich dich dran gehindert habe. Die sehen es gar nicht gern, wenn man um halb neun immer noch nicht auf der Arbeit ist. Das hätte dir ein paar Minuspunkte eingebracht. So etwas hätten die sich aufgeschrieben."
"Was ist eigentlich hier los? Wieso sind wir hier und vor allem - wieso bin ich so fürchterlich alt geworden über Nacht?"
Jens lachte. "Das fragst ausgerechnet du? Du hast uns den ganzen Schlamassel doch eingebrockt mit deinem blöden Aufsatz. Leider war einiges den Robotern noch nicht strange genug."
Jackie starrte ihn an. "Du meinst, wir sind tatsächlich in der Welt aus meinem Aufsatz?"
"Ja, Süße."
"Ich habe auch schon dran gedacht...."
"Leider wohl ein wenig zuviel", sagte Jens grimmig.
"Als ich hier gelandet bin, habe ich mir sofort gedacht: Das kann nur die Welt aus dem Aufsatz sein, den Drüber-Jacqueline mir während unserer Zeit so stolz vorgelesen hat."
"Wieso Drüber-Jacqueline?"
"Weil du in allem eben drüber warst. Nix hat dir gepasst, was ich gemacht oder gesagt habe und du wolltest nur die ganze Zeit bewundert werden. Deswegen hat es ja auch nicht geklappt mit uns."
"So interessant war es mit dir auch nicht gerade", sagte Jackie eingeschnappt. Was bildete er sich eigentlich ein?
"Spielt jetzt auch gar keine Rolle. Jetzt sind wir beide hier und müssen sehen, wie wir hier wieder rauskommen."
"Schaff ich auch ohne deine Hilfe."
"Wohl kaum. Allein ist das nicht zu schaffen. Was du daran siehst, dass ich immer noch hier bin."
"Wie bist du überhaupt hierhin gekommen?"
"Ich hatte vor einer Woche verschlafen und wollte so schnell wie möglich in die Schule. Der Busfahrer behauptete, mein Ticket sei abgelaufen und es sei 20 Jahre später. Ich dachte, der spinnt, bin wieder ausgestiegen und wollte noch einmal nach Hause, weil ich mein Handy vergessen hatte. Aber unser Haus hatte sich in eine Roboterschule verwandelt. Da hat es mir gedämmert, dass ich in der Zukunft bin. Und seitdem versuche ich, hier rauszukommen."
"Okay", sagte Jackie entschlossen. "Ich auch. Ich will auch hier raus. Ich will die 20 Jahre zurück haben und ich will nicht mehr so alt aussehen!"
Jens grinste. "Typisch Frau, sonst keine Probleme. Es gibt noch Ernsteres. Nicht alle Roboter sind uns hier wohlgesinnt. "

Ende des 4. Teils

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