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10xhab ich gern gelesen
geschrieben von Gari Helwer.
Veröffentlicht: 08.05.2022. Rubrik: Unsortiert


Mein Lebensgefährte...

Am Anfang hat mich, ich muss es gestehen, sein Äußeres beeindruckt - groß gewachsen, sportliche Figur, schwarze Locken... Aber etwas im Blick seiner schönen braunen Augen hat mich auch innerlich berührt. Unser Augenkontakt war zwar nur kurz, aber es gab da diese besondere gegenseitige Anziehung...

Wir sind dann tatsächlich einige Male miteinander spazieren gegangen - erst ab und an, dann regelmäßig. Wir fühlten uns wohl in der Gesellschaft des anderen und die Vertrautheit zwischen uns wuchs. So dauerte es garnicht lange und er zog bei mir ein. Das ist nun schon fast fünf Jahre her und ich kann mir ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen!

Er ist ein guter Zuhörer, wann immer ich etwas zu erzählen habe. Er ist so einfühlsam und merkt sofort, wenn es mir einmal nicht gut geht. Dann kommt er zu mir und tröstet mich. Er gibt mir ein Küsschen auf die Nase - und schon muss ich wieder lachen.

Meine große Leidenschaft ist das Kochen! Also bereite ich ihm gerne seine Leibgerichte zu, er steht dann in der Küche und beobachtet jeden meiner Handgriffe. Ihm läuft dann schon das Wasser im Munde zusammen und schließlich isst er mit großem Appetit seinen Teller leer. Ich schaue schmunzelnd zu!

Wenn ich einmal länger fort gewesen bin, dann erwartet er mich an der Tür und wir freuen uns, einander wieder zu sehen. Wir gehen oft zum Frisbee spielen, unserem gemeinsamen Hobby. Auch lange Spaziergänge sind noch immer unser Ding! Sollten wir dabei mal vom Regen erwischt werden, rubbele ich ihm zuhause die dichten schwarzen Haare trocken. Ich liebe es, durch seine Locken zu wuscheln!

Als ich damals diese olle Grippe hatte, ist er nicht von meinem Bett gewichen. Das tat gut! Und überhaupt, wenn ich nachts im Bett friere, dann rückt er nah an mich heran und wärmt mir die kalten Füße

Das Allerschönste für uns sind lange, gemütliche Fernsehabende. Dann sitzen wir aneinander gekuschelt auf dem Sofa und essen Kekse oder Chips - zweifellos sehr ungesund... Es ist so gut, dass wir wissen, was wir aneinander haben. Ich liebe ihn wirklich sehr, meinen Lebensgefährten, und ich hoffe, dass wir noch viele gemeinsame Jahre vor uns haben.

Nur Eines, das stört mich doch: Dass er es nicht lassen kann, immer wieder unsere Katze zu ärgern, das muss ich ihm noch abgewöhnen, meinem schönen großen schwarzen Hund...

10xhab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Ohnelly am 08.05.2022:
Kommentar gern gelesen.
Hab bei der Grippe kurz gestutzt, welcher Mann bleibt da schon am Bett? Dann aber hast du mit mit dem gemeinsamen Fernsehabend ja wieder sehr gut abgelenkt. Ganz besonders gut gefällt mir der Einstieg mit der sportlichen Figur...Top! Lieben Gruß!




geschrieben von Gari Helwer am 08.05.2022:

Danke für Deinen Kommentar, Conny! Hab mich beim Schreiben gefragt wie lange es wohl dauert, bis man merkt, dass es sich um einen Hund handelt - und ob überhaupt jemand Lust hat diese ganze Schwärmerei bis zur Auflösung am Schluss durchzuhalten... Liebe Grüße zurück!!




geschrieben von Ohnelly am 09.05.2022:
Kommentar gern gelesen.
Echt jetzt? Deine Geschichten nicht zu Ende lesen? Wie soll ich denn sonst meinen Senf dazugeben? ;-)




geschrieben von Horst Radmacher am 09.05.2022:
Kommentar gern gelesen.
Ganz ehrlich, ich bin nicht sofort auf den Hund gekommen. Bei "Küsschen auf die Nase" wurde ich stutzig, habe aber brav weitergelesen. Natürlich liest man das bis zum Ende, zumal das Konstrukt gut ist.




geschrieben von Christelle am 09.05.2022:
Kommentar gern gelesen.
Eine von vorne bis hinten spannende Geschichte. Mir ging es ähnlich: Ein paarmal wurde ich stutzig. Doch sicher war ich mir erst bei der Grippe, als er die „kalten Füße wärmte“. Da wusste ich, dass du auf den Hund gekommen bist.




geschrieben von Gari Helwer am 09.05.2022:

@Christelle, @Horst! Danke für Eure Kommentare! Freut mich, dass ich doch für ein wenig Verwirrung sorgen konnte. Mir hat das Schreiben "tierisch" Spaß gemacht, in eben dieser Hoffnung!




geschrieben von Perlmutschmetterling am 10.05.2022:
Kommentar gern gelesen.
Das Ende kam für mich persönlich total unerwartet! Ich musste so ca. 10 mal das Ende lesen, um zu verstehen, was gemeint ist. Das dieser `Hund` nicht bloß eine Art Metapher oder so ist. Wirklich großartig geschrieben!




geschrieben von Gari Helwer am 11.05.2022:

Vielen lieben Dank Perlmutschmetterling! Freue mich sehr über Deinen Kommentar, dann ist die Verwirrung doch gelungen ;-) Grüße an Dich!




geschrieben von Christine Todsen am 11.05.2022:
Kommentar gern gelesen.
Tolle Idee. Ich stutzte zum ersten Mal bei „isst er mit großem Appetit seinen Teller leer“. So etwas schreibt man eigentlich nicht von einem erwachsenen Mann. Von einem Tier allerdings auch nicht, da würde man eher „frisst“ sagen. Am ehesten von einem kleinen Jungen. Die Frisbee-Erwähnung ließ mich dann erstmals an einen Hund denken… Und noch etwas: Die drei Pünktchen im Titel signalisieren meiner Meinung nach, dass es mit dem „Lebensgefährten“ irgendetwas auf sich hat. Ohne diese Pünktchen wäre der Leser vielleicht noch leichter hinters Licht zu führen!




geschrieben von Gari Helwer am 11.05.2022:

Danke für Deinen Kommentar, Christine! Die Pünktchen im Titel habe ich gesetzt, weil ich wirklich befürchtet habe, diese Schwärmerei würde garnicht zu Ende gelesen. (Sollte neugierig machen) Glücklicherweise hat das ja nicht gestimmt! Das "isst" sei mir verziehen - sollte ja "menschlich" wirken. Liebe Grüße!

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