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4xhab ich gern gelesen
geschrieben 2018 von Weißehex.
Veröffentlicht: 03.08.2018. Rubrik: Total Verrücktes


Abgelaufen (Teil 6)

Das Frühstück war lecker und reichlich.
Brötchen, Butter, Margarine, Wurst, Käse, Marmelade waren auf einer Art Theke nebeneinander aufgebaut, genauso wie Jackie es auch aus einer Jugendherberge kannte. Die Tische waren eingedeckt, sogar eine Kanne mit dampfenden Kaffee stand in der Mitte, aber eine Bedienung war nicht zu sehen, weder in einer menschlichen noch in einer Roboterform. Auch die Rezeption war verwaist gewesen Jens hatte verwundert darüber den Kopf geschüttelt.
"Komisch, sonst ist Dennis immer hier."
"Dennis?"
"Der Roboter von der Rezeption. Er sagte mir mal, dass er Dennis heißt. So, ich muss mal kurz verschwinden. Dort hinten sind übrigens die Toiletten und die Duschen."
"Okay."
"Du kannst ganz in Ruhe essen, ich muss noch telefonieren. Bin aber gleich wieder da."
Jackie hatte nur genickt.
Aber jetzt, nachdem sie das zweite Brötchen verdrückt hatte und bei der zweiten Tasse Kaffee angelangt war, fiel ihr ein, dass Jens doch behauptet hatte, er habe sein Handy zuhause vergessen, und zwar ehe er in der Zukunft gelandet war! Merkwürdig.... Oder gab es hier etwa altmodische Telefonzellen? Bis jetzt hatte Jackie noch keine gesehen. Und wo blieb Jens eigentlich so lange?
Sie stand auf und wollte nachsehen, kam aber nicht weit, denn in diesem Moment stürmten vier Roboter zur Tür herein und versperrten ihr den Weg. Unwillkürlich wich Jackie einen Schritt zurück.

Ein Roboter zeigte mit einem länglichen Gegenstand auf sie. Jackie kannte sich damit nicht aus, sie konnte nur erkennen, dass es kein Gewehr war. Etwa ein Elektroschocker?
"Name?" fragte der Roboter unfreundlich.
"Jacqueline", brachte sie mit krächzender Stimme heraus.
"Und weiter?"
"Braumeister."
Wo blieb dieser vermaledeite Jens bloß?
"Ah, wir sind richtig. Sie sind festgenommen."
Und noch ehe Jackie vor Schreck auch nur einen Ton sagen konnte, mischte sich einer der anderen Roboter ein.
"Lass dir ihren Ausweis zeigen."
"Brauch ich nicht, die Beschreibung stimmt exakt. Aber wenn du es so genau nimmst..." Er wandte sich wieder Jackie zu.
"Ihren Ausweis!"
Endlich fand Jackie ihre Stimme wieder.
"Was ist hier los? Wieso wollen Sie mich festnehmen? Ich habe nichts getan!"
"Uns wurden Sie gemeldet, weil Sie eine Revolution anzetteln wollen. Das dulden wir nicht."
"Aber..."
"immer dasselbe mit den Menschen", knurrte einer der Roboter. "Sie haben von nichts eine Ahnung und glauben immer noch, die Welt verändern zu können. Sie glauben anscheinend immer noch, es könnte ihnen ohne uns besser gehen und scheitern jedes Mal."
"Drehen Sie sich um", forderte ein Roboter Jackie auf. "Hände auf den Rücken!"
Und dann wurden ihr tatsächlich Handschellen angelegt.
Bis jetzt war ihr das Ganze eher unwirklich erschienen, so als ob sich im letzten Moment die ganze Situation ins Gegenteil verkehren und Jens sie da schon rausholen würde.
Nun, da sie mit gefesselten Händen vor den vier Robotern stand und Jens immer noch nirgends zu sehen war, machte sich die nackte Panik in ihr breit.
"Jens!" brüllte sie, so laut sie konnte.
"Jeeeeeeeens! Ich werde verhaftet! Hiiiiiiiilfe!"
"Schreien Sie ruhig", sagte einer der Roboter gleichmütig, "das interessiert keinen."
"Schon gar nicht Jens", ein anderer lachte.
"War das nicht derjenige, der Frau Braumeister gemeldet hat?"
"Ach, Menschen...." Jetzt lachten alle.
Jackie stand wie versteinert. Hatte ihr wirklich Jens das eingebrockt? Und warum? Ja, sie war früher nicht nett zu ihm gewesen. Aber war das ein Grund?
"Los, vorwärts!" Einer der Roboter stupste sie mit dem merkwürdigen länglichen Gegenstand an. "Wir fahren jetzt ins Gefängnis."
Draußen stand ein Auto, auf dem in großer Schrift "Roboterpolizei" zu lesen war. Trotz ihrer unerfreulichen Situation stellte Jackie auf den ersten Blick fest, dass es sich um ein Elektroauto handelte, das es in gleicher Form auch schon vor 20 Jahren gegeben hatte.
Als sie beim Auto angekommen waren und ein Roboter Jackie beim Einsteigen "behilflich" war - er drückte ihren Kopf hinunter, damit sie besser mit den Handschellen einsteigen konnte und sie dachte "wie im Film" - fiel ihr Blick auf ein Fenster der Jugendherberge. Dahinter stand Jens.
Und wenn sie sich nicht täuschte, grinste er schadenfroh.

Ende des 6. Teils

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Wossi van Kitzelmaus am 05.08.2018:

Moa, schon wieder zu Ende, bin gespannt, wie es weiter geht.




geschrieben von Weißehex am 07.08.2018:

Hallo Wossi, freut mich, dass du es spannend findest! Teil 7 folgt gleich.

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