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geschrieben von As'a hel.
Veröffentlicht: 21.06.2022. Rubrik: Unsortiert


2 Korinther 2:11

Drei junge Männer stehen im Supermarkt an der Kasse. Sie drängen sich lärmend an einer alten Dame vorbei, um zu bezahlen und sagen zur Kassierin, dass sie sich gefälligst beeilen solle. Ein durchtrainierter Kraftsportler und Steinmetz, der einen Auftrag in der Gegend hatte, beobachtet die drei Männer schon eine ganze Weile; es platzt ihm der Kragen, er geht zur Kasse und sagt mit ruhiger Stimme: Ihr Drei entschuldigt euch jetzt bei der Dame und der Kassierin und wenn ihr nicht tut, was ich sage, dann bring ich euch um.
Die drei Männer werden kreidebleich, entschuldigen sich, bezahlen und gehen aus dem Supermarkt. Der Steinmetz spricht noch mit der Kassierin und erfährt, dass die Drei ortsbekannt sind; aber da es nie zu Personen- oder Sachschäden kommt, wird nichts weiter unternommen. Der Steinmetz verlässt den Ort und fährt in seine Heimatstadt.

Zu Hause ist er stolz auf seine Tat, er wird den Vorfall lebenslang nicht vergessen und spielt ihn wiederholt in Gedanken durch. Er bemerkt nicht seine kleine Tochter, die neben ihm steht; sie ist schüchtern und wartet, dass er sie wahrnimmt. Sie möchte ihn zum Tee beim Puppenhaus einladen, um mit ihm über ihr erstes selbstgemaltes Bild zu sprechen. Doch er ist blind vor Selbstgefälligkeit und nach einer Weile gibt die Kleine auf. Sie wird nie mehr versuchen, ihn zum Tee einzuladen und sie wird nie mit ihm über ihre Bilder sprechen. Mit den Jahren wird sie die Kränkung vergessen, doch lebenslang wird sie es schwer haben, Menschen zu vertrauen, ohne je den Grund dafür zu kennen.

Die erste Woche nach dem Vorfall im Supermarkt benehmen sich die drei jungen Männer. Die zweite Woche danach benehmen sie sich ebenfalls. In der dritten Woche aber treiben sie es schlimmer als je zuvor: Sie rempeln an der Kasse einen alten Mann an und belästigen die Kassierin mit Worten und Blicken.

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