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geschrieben 2019 von kurt eichhorn (kurt eichhorn).
Veröffentlicht: 17.01.2019. Rubrik: Unsortiert


die scheune und das schicksal

die scheune und das schicksal

vera war in den osten gezogen. dort betrieb sie in einem vorort von gotha eines kleines baeckerei-cafe. es befand sich im obergeschoss einer uralten scheune. die breite holztreppe fuehrte an der aussenmauer nach oben. es gab brot und broetchen, kaffe und kuchen und man konnte an kleinen tischen sitzen, seine mails checken oder zeitung lesen. das cafe war bei schuelern und studenten sehr beliebt. manchmal wurden dort auch sonderposten an schuhen und kleidung angeboten. veras derzeitiger boyfriend jani erbeutete die sachen bei aufloesungen uralter, schon ueber jahrzehnte geschlossener kleiner geschaefte. jani war roma und er liebte es ueber land zu fahren und solche alten laeden aufzuspueren. er war sehr geschickt im feilschen mit den alten damen und manchmal, wenn seine schmeichelleien ankamen, wurde ihm sogar ein posten geschenkt.

vera konzentrierte sich auf das alltaegliche geschaeft. und wenn wieder so ein posten alter sachen ankam, setzte sie anzeigen in schueler und studententzeitungen. schon ein paar tage spaeter, standen die jungen leute schlange. nostalgische klamotten waren wieder mal angesagt. vor 2 wochen hatte jani 50 stueck sehr schoene norwegerpullover aus dn 40er jahren gefunden. 2 bis 3 tage war der laden voll mit tienies. die pullover wurden alle bis auf das letzte stueck verkauft

einige stammkunden und freunde, blieben auch mal bis nach ladenschluss und vera rollte dicke joints. an den feierabend parties versuchten immer mehr leute dabeizusein, aber vera wollte das nicht, damit kein gerede im ort aufkommt. ausserdem machten die bekifften maedchen manchmal den attraktiven jani an. einige wollten auch dope fuer freunde haben und so fingen die beiden an zu dealen. in gewissen kreisen hat sich das schnell herumgesprochen und das cafe hies bald die shit-scheune.

der dope lieferant aus leipzig musste immer haeufiger vorbeikommen, doch eines tages wurde er geschnappt. vera wollte nun selber in amsterdam einkaufen. ihre kartenlegerin carmen, eine tante von jani hatte sie gewarnt, dass ihr ein grosses unheilvolles schicksal drohe, aber die aberglaeubische vera glaubte ihr diemal nicht. sie wollte unbedingt nachschub. beim ersten trip war alles gutgegangen, sie hatte auch nur testweise 500 gramm gekauft, beim 2 sollten es dann schon 3 kilo werden.

als sie in amsterdam in das im kellergeschoss liegende dunkle cafe trat, sah sie erstmal nichts ausser augaepfeln und aufblitzende weisen zaehnen. das cafee war ein treffpunkt von schwarzafrikanern und wurde von einem paerchen aus iritrea gemanaged. man kannte vera bereits und sie musste diesmal nicht lange herumdrucksen. trotz legalisierung von canabis war der handel mit groesseren mengen immer noch verboten.

vera war sehr happy, dass sie die 3 kilo im kofferraum hatte, sauber eingepackt in zeitungspapier. es haette auch anders kommen koennen. eine bekannte war vor ein paar jahren in das falsche cafe geraten und als sie bezahlt hatte, schmiss man sie raus und sagte, sie solle doch die polizei holen, wenn ihr was nicht passt. vera fuhr mit aufgedrehter musik richtung heimat, sie hatte glueck, sie war gut drauf. kurz nach der grenze wurde sie von einem zivilfahrzeug mit polizeikelle gestoppt. die beiden freundlichen beamten stellten nicht viele fragen und durchsuchten sofort den kofferraum. der boden unter veras fuessen begann sich zu drehen, sie war wie gelaehmt, denn sie wusste was jetzt kommen wuerde, ein paar jahre knast.

sie bekam 2 1/2 jahre. besuch bekam sie nicht von jani, aber eine freundin teilte ihr mit, dass jani jetzt mit seiner tante carmen das cafe zu einem second hand laden umfunktioniert habe. kaffee koenne man dort immer noch trinken, nur broetchen gaeb es keine mehr. offenbar war carmen nicht seine tante sondern seine frau. sie hatte vera ja gewarnt, dass sie die reise nicht machen solle, da ein grosssses unheil drohe. als vera nicht auf sie hoerte, setzte carmen einfach ihre prohezeihung in die tat um und gab den bullen einnen tip.

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