Kurzgeschichten-Stories
Autor
Schreib, wie Du willst!
Startseite - Registrieren - Login - Kontakt - Impressum
FacebookMenu anzeigenMenu anzeigen
4xhab ich gern gelesen
geschrieben von Annakcv.
Veröffentlicht: 12.03.2019. Rubrik: Persönliches


Nur ein Grund

„Du hast mir keinen Grund gegeben”, sagte ich mit Tränen gefüllten Augen.
„Ich habe dir keinen Grund gegeben? Du sagst, ich hätte dir keinen Grund geben? Als du gehen wolltest, habe ich dir gesagt, dass ich dich Liebe, oh Gott Anja, ich stand vor dir und habe dir gesagt, wie sehr ich dich liebe. Wo meinst du, ich hätte dir keinen Grund gegeben?”
„Du sagst es selber, als ich gehen wollte. Du hast kein Wort gesagt, bis an dem Tag, wo ich gehen wollte. Ich hatte eine Entscheidung getroffen und habe den ganzen Sommer, die ganzen drei Monate in denen wir uns getroffen haben, darauf gewartet, dass du mir sagt, ich soll nicht gehen.”
Ich schaute ihn an und merkte, wie sein Blick trauriger wurde, mir fiel es schwer, zu sprechen, da mein Hals so kratze. Ich wollte nicht weinen, ich wollte nicht vor ihm weinen.
„Du wusstest wie es mir ging, nach 2 Jahren Beziehung, sagt es sich nicht so einfach von heute auf morgen zu jemand anderem. Du wusstest es, natürlich wusstest du es, du warst ja auch die einzige die da war, du wusstest es und du wusstest wie ich bin und bist gegangen.”
Er wandte seinen Blick von mir und schaute einfach hinter sich. Ich wollte ihn nur in den Arm nehmen, ihn umarmen und nicht mehr loslassen, ich wusste wie gut es ihm tun wird und ja ich wusste auch, wie gut es mir tun würde. Nein, reiß dich zusammen, binde dich nicht, er hat dich gehen lassen und es tat mir wahrscheinlich mehr weh, als ihm.
„Und du wusstest wie ich bin, du kennst mich schon ewig K und hast nichts gesagt, du wusstest wie sehr ich es brauche, endlich mal wieder einen Funken liebe zu fühlen. Ich habe mich bei dir so unendlich wohl gefühlt. Schau mal auf den Sommer zurück, wir waren jeden Tag am See oder Essen oder im Kino und selbst in der Shishabar, hab ich mich bei dir gefühlt wie im siebten Himmel. Wir waren jeden Tag bis in den Morgen unterwegs und alles was wir brauchten, hatten wir.”
Er Hatte keine Worte mehr übrig, ich merkte es, ihm wurde bewusst, dass er mich durch diese Diskussion irgendwie ein Stück mehr von sich distanzierte und das wollte er nicht, er wollte mich nicht verlieren und desto mehr wurde mir klar, wie es mir im Herzen weh tut, es machte mich fertig ihn so zu sehen.
„Ich liebe dich”, sagte ich in seine Richtung, „von dem ersten Tag an dem ich dich kennen gelernt habe, habe ich dich geliebt und ich kann nicht, ich kann nicht bleiben, weil ich weiß du wirst sie finden, diesen einen besonderen Menschen, nur glaube ich, ich bin es nicht.”
Als dieser Satz über meine Lippen ging, brachen alle Tränen, die ich in mir sammelte die ganze Zeit, plötzlich raus und ich fiel auf meine Knie. Ich steckte mein Gesicht in meine Hände, ich wollte nicht das er mich anschaut.
Er beugte sich runter, nahm mich in seine Arme und flüsterte, das ich aufhören soll und das ich mir nichts einbilden soll, ich soll gar nicht an so was wie eine andere in seinem Leben denken. Ich blickte nach oben und sah seine blauen Augen direkt vor mir und in diesem Moment wurde mir klar, ich darf nicht wieder gehen. Ich gebe alles auf nur um mein Leben lang in diesen Armen liegen zu können, um für immer hier bei ihm sein zu können.
„Ich liebe dich, ich werde dich immer lieben, 12 Jahre ist keine Zeit, wenn ich weiß, ich habe die Ewigkeit mit dir!”
„Ich bleibe, mein Schatz, ich bleibe, ich würde es nie wieder nur einen Tag ohne dich aushalten.”
Er nahm mein Gesicht, zog es an seins, schaute mich an, wischte meine Tränen weg, lächelte mit so einer Glücklichkeit in den Augen und küsste mich. Er küsste mich, als würde sein ganzes Leben von diesem einen Kuss abhängen und ich war glücklich, ich hatte vorher noch nie so eine Art von Glück gespürt.

Am nächsten Morgen packte ich meine Sachen, stieg ins Auto und verschwand. Nie wieder ein Anruf, nie wieder eine Sms.

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

Einen Kommentar schreiben

geschrieben von Weißehex am 14.03.2019:
Warum sie nun doch geht, wenn sie vorher so viel Glück verspürt hat, verstehe ich zwar nicht, aber es ist eine berührende Geschichte.

Weitere Kurzgeschichten:

Die tote Frau im Wald
Garrincha
Die Lüge