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geschrieben von Ivan Sokac.
Veröffentlicht: 31.07.2019. Rubrik: Unsortiert


SONATE

Ist es eine Todsünde, wenn ich mich in meiner eigenen Welt verpuppe und von leiser Musik durch Kronen von Birken und Linden getragen werde. Vielleicht ist es so, weil ich immer weniger die Gunst der Zeit spüre und nur noch der Musik den Glauben schenken kann, die Wahrheit zu sagen. Und zwar der Musik, die vom Winde gepfiffen wird und dabei die leisesten Saiten des umliegenden Gewächses bewegt, das seine Rasseln durchschüttelt und die Vögel verscheucht, die Solosänger ...
Ich nehme ein Notenpapier und zeichne eine Sonate in drei Sätzen auf. Der erste ist der Regel nach lebendiger. Ich werde von Entzückung getragen und verliere für einen Moment das Bewusstsein. Der zweite Satz ist milde, ruhig, ihn versteht nur der, der so niedrig hinreicht, dass er den Himmel berührt. Der dritte ist dem ersten ähnlich, um nicht den zu entmutigen, dem dies alles gewidmet ist.
In dieser Entzückung warte ich auf die Nacht. Wenn ich den Mond erblicke, stecke ich ihm, ohne auch nur einen Moment darüber nachzudenken, das Papier zu und ziehe mich um zwei Schritte zurück ...
Er schaut ganz betroffen, dreht sich jählings um, ohne die Stille zu zerreißen. Plötzlich erklingt Musik, die Melodie, die vom Winde gespielt wurde, donnert so kraftvoll durch die Nacht, dass die Erde bebt.
Ich schließe meine Augen und sehe, wie der Tag aus seinen Augenwinkeln den erweckten Himmel betrachtet.

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