Veröffentlicht: 04.02.2026. Rubrik: Lustiges
Hinter dem Helden steht immer einer von uns
Nach etwa einer Stunde Zustieg wurde der Weg steiler. Zuerst meldete sich nur ein leichtes Ziehen in der Magengegend, dann folgte unvermittelt Übelkeit. Ich ging das Frühstück im Kopf nochmals durch und stellte fest, dass die Bergdohlen offenbar ebenfalls davon profitierten.

Kurz darauf seilten wir uns an und stiegen auf den Felsgrat. Am Ende des Grats lag ein kleiner Platz, gerade gross genug für eine Pause. Steigeisen montieren, Pickel vom Rucksack lösen, Ausrüstung ordnen. In diesem Moment meldete sich das Abendessen vom Vortag mit Nachdruck zurück. Zu viel Sauerkraut, dachte ich noch, bevor klar war, dass diese Erkenntnis zu spät kam.
Zum Glück war ich mit jemandem unterwegs, der mich kannte. Wir hatten wie so oft gut eine Stunde Vorsprung auf die nächsten Seilschaften. Mein Partner drehte sich wortlos von mir weg, nahm den Feldstecher hervor und begann, das Panorama in der aufgehenden Sonne zu geniessen. Ich nutzte die Gelegenheit, liess die Hose herunter und untermalte seine Landschaftseindrücke mit einer kurzen akustischen Begleitmusik – erst tiefe Töne, dann ein langgezogenes Zischen.
Das Geschäft war erledigt. Es blieb nur noch, die Spuren der Tat zu beseitigen. Ich sammelte ein paar herumliegende Steine und errichtete einen kleinen Steinmann darüber. Seltsam – es standen bereits drei dort.
Aber ein vierter machte die Familie komplett.
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