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2xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Rika.
Veröffentlicht: 02.04.2026. Rubrik: Fantastisches


Das Versprechen, Teil 2

Kapitel 3: Der Besuch bei der Waldelfenkönigin

Zwei Tage waren vergangen. Inzwischen war ich zur Königin der Hochelfen gekrönt worden und trug eine Krone. Meine Mutter war gleichermaßen stolz und angespannt, als ich ihr alles erzählt hatte. "Was willst du nun tun?", fragte sie mich. "Ich will für Frieden zwischen Hoch- und Waldelfen sorgen, vielleicht sogar ein Bündnis mit den Waldelfen eingehen. Mir ist bewusst, dass diese Völker niemals ein Volk werden können, da Wald- und Hochelfen zu unterschiedlich sind." "Du warst schon immer eine Friedenskämpferin", erwiderte meine Mutter, und ich nickte. Frieden war für mich schon immer das Wichtigste auf dieser Welt. Nachdem ich einen Brief an die Waldelfenkönigin Asariel geschrieben hatte, läutete ich eine Glocke. Karel, einer der Diener, trat ein und verneigte sich. "Karel, bring diesen Brief einem Boten und sage ihm, dass er an die Königin der Waldelfen geht", befahl ich ihm. "Wie ihr wünscht, Königin Rika", antwortete der Diener und entschwand meinem Blick.

Zwei Tage später erhielt ich die Nachricht, dass Asariel für ein Treffen bereit war. Zwei Diener machten eine Kutsche startbereit, welche von geflügelten Einhörnern statt Pferden gezogen wurde. Dies hatte den Vorteil, dass man sowohl am Boden als auch in der Luft unterwegs sein und gut vorankommen konnte. Ich entschied mich für den Bodenweg, da der Wald nicht all zu weit entfernt war. Auf einem Baum am Eingang des Waldes sah ich meinen besten Freund Tariel bei der Wache und winkte ihm lächelnd zu. Er erwiderte den Gruß, dann ritten die Einhörner zu einer uralten, riesigen Eiche weiter. Dort oben, in der Krone der Eiche, war der Palast der Königin, und zwei Wächter geleiteten mich hinauf. Asariel war eine ernst dreinblickende Elfe mit waldgrünen Augen und aschblonden Haaren. Sie wurde von zwei Wächtern flankiert, schließlich konnte man in Zeiten des Krieges nicht vorsichtig genug sein. Als sie mich erblickte, lächelte sie freundlich. Ich verneigte mich, um ihr meinen Respekt zu zollen, und sie ergriff das Wort. "Herzlich willkommen in meinem Palast, Hochelfenkönigin Rika!", rief sie. "Es freut mich, dass Askariels Herrschaft ein Ende fand!" "Nicht nur seine Herrschaft, sondern auch der Krieg zwischen unseren Völkern wird ein Ende finden!", rief ich selbstsicher. "Das würde mich natürlich freuen, aber denkt ihr, dass alle Hochelfen sich eurer Meinung anschließen werden?", fragte sie. Diese Frage kam immer wieder in meinen Gedanken auf. Immer wieder stieg Sorge in mir auf, dass es noch Hochelfen geben könnte, welche sich gegen mich wenden und den Krieg fortsetzen würden. "Ich werde mein Bestes geben, um mein Volk davon zu überzeugen, dass Frieden wichtiger ist als Macht. Ich möchte ein Bündnis zwischen unseren beiden Völkern", antwortete ich. Nachdenklich wiegte die Königin den Kopf hin und her, bevor sich ihr ernster Blick wieder auf mich richtete. "Ich will offen zu euch sein, Rika", fuhr sie fort. "Eure Vorsätze sind wirklich edel, und ich bin mir sicher, dass sich viele Hochelfen dem anschließen werden. Dennoch ist mein Volk zutiefst beunruhigt, denn die Drohungen des vorherigen Königs haben für viel Misstrauen gesorgt. Bevor ich nicht sicher sein kann, dass die Hochelfen nicht wieder gegen uns kämpfen werden, wird mein Volk es nicht akzeptieren oder verstehen, wenn ich ein Bündnis mit euch eingehen würde. Könnt ihr das respektieren?" Ich nickte, obwohl sich ein leichter Anflug von Enttäuschung in mir breitmachte. Dennoch konnte ich auch die Beweggründe der Königin nachvollziehen. Ich beschloss, ihr alles zu erzählen, was geschehen war, und sie wurde besorgt, als sie die Sache mit dem mächtigen Ring hörte. "Ich sehe ein, dass wir dagegen etwas unternehmen müssen. Wir werden mehr Wachen einsetzen, und in vier Tagen kann ich ein Heer mobilisieren, welches euch bei der Suche nach dem Ratgeber begleiten wird." "Das weiß ich sehr zu schätzen, Königin Asariel", antwortete ich dankbar. "Ich habe der Waldfee Auryn ein Versprechen gegeben", fuhr ich fort. "Mir bleibt nur ein Jahr, um den Krieg zu beenden, bevor mich ihr Bann zu sich holt." Asariel lächelte wissend. "Wir haben ebenfalls ein Bündnis mit dieser Fee. Sie ist gutherzig und friedlich, obwohl die Gegenleistungen, welche sie verlangt, dies gar nicht vermuten lassen würden. Sie wird schon ihre Gründe dafür haben. Ich danke euch für euren netten Besuch und werde das Heer in vier Tagen an den Eingang des Waldes stellen." Ich verneigte mich noch einmal und kletterte den Baum nach unten. Dort wartete schon Tariel auf mich. Ich konnte spüren, wie stolz er auf mich war, und er wollte bis ins kleinste Detail wissen, was geschehen war. Als ich auch ihm alles erzählt hatte, runzelte er sorgenvoll die Stirn. "Versprich mir, dass du auf dich Acht geben wirst, Rika", flehte er. "Das werde ich." Für einen Moment verweilte sein Blick auf mir, dann überwand er den Abstand zwischen uns und drückte mich so fest an sich, als wollte er mich nie wieder loslassen. Es war, als glaubte er, dass dies die letzte Begegnung gewesen war. Diese Angst schob ich jedoch schnell beiseite und löste mich von ihm.

Kapitel 4: Tariels Entführung

Ich saß auf einem hohen Baum und schob gemeinsam mit meinem Freund Lunariel Wache. Während seine Spezialität der Stabkampf war, bevorzugte ich Pfeil und Bogen. Daher benötigte ich die erhöhte Position auf dem Baum, um den Überblick zu haben und schießen zu können, während er auf dem Waldboden stand. Meine Gedanken wanderten zu meiner Freundin Rika, und ich spürte den Zwiespalt in mir. Stolz gepaart mit Sorge stiegen in mir auf. Ich versuchte, die Sorgen zu verdrängen, doch dieser Gedanke blieb so hartnäckig wie Kaugummi unter einem Schuh. Was, wenn sie den Ratgeber nicht fand? Was, wenn sie dabei starb? Bei dem Gedanken, dass der Ring dazu geeignet wäre, das Elfenvolk zu vernichten und seinem Besitzer grenzenlose Macht zu verleihen, überlief mich ein Frösteln. "Tariel! Vorsicht!", riss mich Lunariels Stimme aus meinen Gedanken. Dann hörte ich einen markerschütternden Schrei. Als ich nach unten blickte, sah ich meinen Freund und Kameraden auf dem Waldboden liegen. Seine Augen starrten blicklos ins Leere, und ein Elf zog ein Schwert aus seiner Brust. Bevor ich etwas tun konnte, spürte ich einen Stoß, welcher mich vom Baum schleuderte. Ich suchte nach Halt, fand jedoch keinen und fiel immer weiter nach unten. Das Letzte, was ich sah, war der Waldboden unter mir, dann verlor ich das Bewusstsein.

Als ich erwachte, musste ich mich zunächst orientieren. Die vergangenen Ereignisse blitzten vor meinem geistigen Auge auf, und der Kummer um meinen Freund Lunariel überwältigte mich. Ich öffnete die Augen und stellte fest, dass ich auf einem Bett aus Stroh lag. Ich erhob mich und fand mich in einer Höhle wieder, welche nur wenig beleuchtet war. Wie war ich hier nur hereingeraten! In der Ferne konnte ich den Ausgang sehen und wollte fliehen, doch nach wenigen Schritten stoppte etwas mein Vorhaben. Da sah ich sie, eine Kette, welche an einen Felsvorsprung gebunden war. Sofort realisierte ich, dass ich ein Gefangener war. Ein Elf betrat die Höhle und lächelte mich böse an. "Ah, du bist wach!" Er stellte einen Teller voll Suppe vor mich hin. Zuerst wollte ich nicht essen, aus Angst, er würde mich vergiften, doch beim näheren Überlegen stellte sich diese Angst als unbegründet heraus. Er hätte mich an Ort und stelle töten können, wenn dies sein Ziel gewesen wäre. "Was habt ihr mit mir vor?", fragte ich nach dem Essen. "Das wird sich zeigen", antwortete der Elf. "Warum bin ich hier?", bohrte ich nach. "Weil du ein Druckmittel bist." "Ein Druckmittel?" Ich konnte nicht begreifen, was das sollte. "Rika hat dein Leben in der Hand. Wenn sie unseren Forderungen Folge leistet, wirst du bald frei sein, aber wenn nicht ..." Er machte eine dramatische Pause. "Dann stirbst du!" Mit diesen Worten ließ er mich alleine, und zum ersten Mal in meinem Leben fühlte ich mich hilflos.

Fortsetzung folgt

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Phoberos am 03.04.2026:

„Ich habe auch den zweiten Teil gern gelesen.
Die Geschichte entwickelt sich klar weiter, und man merkt, dass du eine gute Struktur im Kopf hast.

Besonders gefallen hat mir, wie sich die Situation zuspitzt – vom Gespräch mit der Waldelfenkönigin bis zur Entführung. Das baut Spannung auf und macht neugierig auf die Fortsetzung.

Was ich besonders schön finde: Es fühlt sich nicht wie eine einzelne Kurzgeschichte an, sondern wie eine Welt, in die man eingeladen wird und die man Stück für Stück entdecken darf.

Danke, dass du uns daran teilhaben lässt. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.“

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