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6xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Hubert Staller.
Veröffentlicht: 05.04.2026. Rubrik: Satirisches


Die Dummheit kennt Grenzen.

„Die Dummheit kennt Grenzen“, bemerkte Johann König einmal bei einem Gipfeltreffen mit Torsten Sträter und Olaf Schubert: „Im Norden Kanada, im Süden Mexiko.“
Diese Erkenntnis verstärkt sich bei mir immer mehr.
Das Land zwischen Kanada und Mexiko nennt sich gern selbst das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Es hat hervorragende Wissenschaftler, Erfinder, Astronauten und Nobelpreisträger hervorgebracht. Auch die ersten Menschen, die tatsächlich den Mond besucht haben.
Die europäischen Länder verdanken diesem Land entscheidende Impulse für eine moderne Demokratie, der wichtigsten Grundlage für die längste Friedensperiode in Europa.
Trotzdem findet sich in diesem Land genügend Platz für Verschwörungstheorien, Reality-Shows und politische Debatten, bei denen Lautstärke und gefaselter Unsinn gelegentlicher Ersatz für Argumente sind.
Die Dummheit hat sich dort besonders wohl eingerichtet. Nicht, weil es dort mehr gäbe als anderswo. Nein. Sie ist schließlich ein globales Naturphänomen.
Aber Absurditäten bekommen in diesem Land manchmal eine erstaunlich große Bühne. Mit Scheinwerfern, Mikrofonen und Einschaltquoten. Und geistige Kurzschlüsse sind in den höchsten Regierungsämtern nicht selten.
Im Norden dieses Landes wird die Dummheit mit kanadischer Höflichkeit ausgebremst. Dort entschuldigt man sich, wenn man Unsinn sagt.
Im Süden begegnet man ihr mit mexikanischer Lebensklugheit, einem Achselzucken, einem Lächeln … Doch dazwischen darf sie auftreten wie ein Popstar.
Manchmal wirkt es fast so, als hätten Kanada und Mexiko weniger geografische Grenzen zu den USA, sondern eher eine Art Sicherheitsabstand zur lautesten Form menschlicher Selbstüberschätzung.
Vielleicht ist das der eigentliche Witz an der Sache: Das Land zwischen Mexiko und Kanada hat Menschen hervorgebracht, die zum Mond fliegen können. Gleichzeitig kann man über Entscheidungen, die im Land der unbegrenzten Möglichkeiten getroffen werden, nur den Kopf schütteln, weil sie vor Dummheit nur so strotzen …
Die eigentliche Stärke dieses Landes liegt wohl darin, dass alles möglich ist, auch das Unmögliche. Mondlandungen und geistige Bruchlandungen gehören dort zum selben Programm.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Angricolan am 05.04.2026:
Kommentar gern gelesen.
Dummheit, Unverfrorenheit, Verschenkungssucht und mehr hat in Europa zwischen, ähnlich wie beschrieben, seinen Platz gefunden und wird gewählt.
Das Land der (einst) unbegrenzten Möglichkeiten für Kriminelle, füttert und entreißt den Gläubigen von dem was sie noch haben.
Wer glaubt da noch an positive Auf-erstehung?
Satirische Ostergrüße von einem dem es ausreicht in der Nacht zu sehen den Mond.

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