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geschrieben 2026 von Rika.
Veröffentlicht: 20.04.2026. Rubrik: Fantastisches


Die ausgestoßene Gestaltwandlerin, Teil 4

Kapitel 7: Die Rückreise und die Angst

Kyraya war schon mehrere Stunden geflogen und hatte die Eiswüste bereits hinter sich gebracht, da vernahm sie die Gedankenstimme ihres Freundes Astarius. Wandler hatten wie Drachen die Fähigkeit, telepathisch miteinander zu kommunizieren. Kyraya konnte seine Angst sofort spüren. "Lavadämonen, sie greifen uns an!", rief er. "Du musst so schnell wie möglich zurückkommen. Ich habe mich in eine Maus verwandelt und versteckt, mit der Hoffnung, dass sie mich nicht entdecken, aber lange kann das nicht gutgehen!" Das Drachenmädchen schlug noch kräftiger mit ihren Flügeln, um ihrem Ziel näher zu kommen. Alles, was sie jetzt noch antrieb, war die Sorge um ihren besten Freund. "Sie haben schon einen Teil des Waldes in Schutt und Asche gelegt!", rief Astarius ihr zu. Die Erleichterung darüber, dass er noch lebte, wurde schnell von kaltem Grauen abgelöst. Womit hatten es die Wandler nur verdient, von diesen Biestern angegriffen zu werden? Plötzlich hörte sie den langgezogenen Schrei ihres Freundes in ihren Gedanken, und danach verschwand die mentale Verbindung zu ihm. Trauer übermannte Kyraya, noch größer war aber die unbändige Wut, welche vielleicht sogar in der Lage gewesen wäre, das Eis der Eiswüste mit Feuer zu schmelzen. Kyraya ließ ein drachisches Knurren los und öffnete kampfbereit ihr Maul. Ihre Dracheninstinkte übernahmen fast vollständig die Kontrolle, und Wut beherrschte für einen Moment ihre Gedanken. Sie atmete tief durch, um sich ein wenig zu sammeln, denn sie musste den Drachen in sich kontrollieren, um nicht aus Versehen andere Wandler oder Drachen zu töten, wenn sie gleich in den Kampf ziehen würde. Bald schon hatte sie den Wald erreicht, von dem allerdings nicht mehr viel übrig war. Vor lauter Rauch konnte sie kaum sehen, was sich abspielte, doch sie nutzte ihre Magie, um ihn verschwinden zu lassen. Was sie dann sah, verschlug ihr fast den Atem. Von den Wandlern, die gekämpft hatten, war kaum noch jemand übrig. Nur König Lioran und seine Gefolgsleute versuchten, vor den Dämonen zu flüchten. Kyraya wusste, dass sie nun einschreiten musste und stürzte sich in den Kampf. Als der König die Drachenwandlerin erkannte, sog er scharf den Atem ein, und seine Augen weiteten sich vor Angst. Als er jedoch sah, wie Kyraya den Dämon angriff, entspannte er sich. "Du wirst uns nicht vernichten, du ..." Der Lavadämon geriet ins Stoppen, und Kyraya konnte seine Angst deutlich wahrnehmen. Offenbar hatte er begriffen, dass sie nun die Magie des Eises einsetzen konnte. Er wollte davonfliegen, doch Kyrayas tödliche Magie sauste bereits in Form von Eiszapfen auf ihn zu. Seine Flügel wurden von den Zapfen getroffen, und er trudelte unkontrolliert in Richtung Boden. Kyraya erschuf einen gewaltigen Schwall kalten Wassers und übergoss den Dämon damit. Er schrie auf und wand sich, doch es half nichts. Ihre Drachenkräfte kannten kein Erbarmen, und so zerfiel das Monster kurz darauf in seine Bestandteile. Ein wenig Angst überkam Kyraya, als sie sechs weitere Dämonen sah, welche auf sie zugeflogen kamen. Sie erschuf eine gigantische Eiswand um sich herum, dann formte sie wieder spitze Eiszapfen, um sie gegen die Dämonen zu schleudern. Die sechs Dämonen bündelten ihre Kräfte und erzeugten damit einen gewaltigen Lavastoß. Kyraya schoss die Eiszapfen ab und konzentrierte sich dann darauf, die Magie der Dämonen in sich aufzunehmen. Bevor die Lava ihre Eiswand treffen konnte, öffnete Kyraya ihr Maul und saugte die Magie in sich auf. Bevor die Dämonen reagieren konnten, wurden sie von einem Eisblock erschlagen und zerfielen ebenso, wie ihr Vorgänger.

Kapitel 8: Das Opfer

Kyraya hörte weitere Flügelschläge, doch es waren nicht die Dämonen, sondern eine Gruppe Feuerdrachen, welche angeflogen kamen. "Mein Name ist Drakor, ich bin der Heerführer der Feuerdrachen", stellte sich der Drache an der Spitze bei Kyraya vor. "Du musst mit uns kommen, den Riss zur Unterwelt schließen. Nur deine Kraft ist dazu in der Lage." Unsicher schaute sich Kyraya um, doch zum Glück konnte sie keine Feinde mehr entdecken, also schloss sie sich den Drachen an. "Welche Kraft ist dafür geeignet?", fragte sie. "Soll ich eine Feuerwand oder eine Eiswand erschaffen, um den Eingang zu blockieren?" Der Heerführer schüttelte den Kopf. "Ich rede von deiner anderen Kraft, Kyraya." Sie überlegte angestrengt, was das für eine Kraft sein sollte. Der Satz eines Angreifers fiel ihr wieder ein, als sie seine Magie absorbiert hatte. "Kein Drache bringt das zustande!", hatte er gesagt. "Sicherlich ist dir schon aufgefallen, dass du Magie absorbieren kannst", fuhr Drakor fort, und sie nickte. "Was du vielleicht noch nicht weißt ist, dass du auch Energie abgeben kannst. Du musst deine Energie in den Schutzwall zwischen den Welten fließen lassen." Kyraya nickte langsam. "Es gibt aber einen Haken. Du musst deine gesamte Energie in den Schutzwall fließen lassen, das heißt leider, dass du danach nicht mehr am Leben sein wirst." Kyrayas Herz setzte einen Schlag aus. Sie war noch viel zu jung, um zu sterben und wollte weiterhin als Drachenwandlerin leben können. Doch gleichzeitig erkannte sie, dass sie keine Wahl hatte, wenn sie nicht wollte, dass weitere Lavadämonen aus der Unterwelt kamen. "Unser Drachengott wird einen guten Platz für deine Seele bereithalten", versuchte der Heerführer sie zu beruhigen.

Sie flogen mehrere Stunden, bis der Heerführer an einer Höhle landete. In der Höhle befand sich ein schimmerndes Portal, und Kyraya konnte spüren, dass es nicht mehr vollkommen war. "Durch dieses Portal strömen die Lavadämonen hinaus", erklärte der Drache. "Nun bist du an der Reihe, Kyraya." Sie holte tief Luft und dachte noch einmal an die Wandler, welche sie gerne mochte. Dann stellte sie sich neben das Portal und legte einen Flügel darauf. Ohne noch einmal darüber nachzudenken, sammelte sie ihre gesamte Energie und leitete sie Stück für Stück in das Portal weiter. Mit jeder Sekunde spürte sie, wie sich der Riss immer weiter schloss. Als ihre letzte Energie in das Portal floss, schloss es sich vollständig, und Kyraya sank kraftlos zu Boden. Obwohl sie nun keine Energie mehr hatte, blieb sie in ihrer Drachenform, was sie verwirrte, denn menschliche Wandler ohne Energie verwandelten sich in ihre menschliche Gestalt zurück, bevor sie starben. "Du bist jetzt keine Wandlerin mehr, sondern eine richtige Drachin", hörte sie noch eine Stimme in weiter Ferne zu ihr sprechen, bevor sich ihre Augen schlossen.

Ende

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von lüdel am 20.04.2026:


Rika, sehr schön – besonders das Ende, dass Kyraya eine echte Drachin geworden ist.
Was mich noch interessiert: Was ist mit ihrem Freund Astarius passiert?
Lüdel 💙




geschrieben von CaptainX am 20.04.2026:

Hallo Rika.
Eine echt schöne Fantasy-Geschichte. Hat mir sehr gefallen - besonders die Darstellung der Drachen - und sich auch in etwa so entwickelt, wie ich annahm.
Darf ich fragen: War diese Story komplett fertig und Du hast sie nur in Kapiteln veröffentlicht oder gleich nach dem Schreiben eines Kapitels?

Gruß
CaptainX

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