Veröffentlicht: 16.04.2026. Rubrik: Fantastisches
Die ausgestoßene Gestaltwandlerin, Teil 2
Kapitel 3: Die Wahrheit
Der König der Drachen sah Kyraya tief in die Augen, und plötzlich spürte sie etwas in ihrem Geist. Bilder tauchten vor ihrem geistigen Auge auf, und Gespräche wurden hörbar. Bald sah sie, wo sich ihr Geist befand, sie war im Wald der Wandler. Dieser sah jedoch ein wenig anders aus, und der König der Wandler war jünger als jetzt. Es schien sich um einen Tag vor ihrer Zeit zu handeln. Nun konnte sie auch einen Drachen sehen, wie er vor dem König der Wandler landete. "Ich komme ohne böse Absicht", sagte der Drache. "Was wollt ihr in meinem Wald!", schrie Lioran. "Mit eurem Feuer könnt ihr einen Waldbrand auslösen! Also verschwindet!" Der Drache sah den König freundlich an. "Wir haben nicht die Absicht, euren Wald niederzubrennen. Wir möchten nur mit euch reden." "Reden? Reden nennt ihr das? Wollt ihr mich ebenso rösten, wie ihr es mit meinem Bruder getan habt?" "Euer Bruder ist damals in seiner Adlergestalt auf einen kleinen Drachen zugekommen und wollte ihn töten! Unser kleiner Drache musste sich wehren, und da er noch nicht so kampferfahren mit seinen Klauen war, blieb ihm nur, seine Feuerkräfte einzusetzen! Warum versteht ihr nicht, dass die Sache damals auch die Schuld eures Bruders war!" Liorans Augen funkelten vor Wut. "Bitte, wir müssen mit euch reden, um wieder Frieden zu schaffen. Wir möchten euch gerne vor einer Bedrohung warnen, welche uns und euch bald ereilen wird, wenn wir nicht zusammenarbeiten. Ich spüre es, in spätestens 30 Jahren wird es soweit sein." "Ich glaube euch nicht, Drachenpack! Verschwindet zurück in eure Höhlen, wo ihr hergekommen seid!", rief der König der Wandler entrüstet. Dann veränderte sich das Bild, und eine andere Szene wurde sichtbar. Eine Gruppe Wandler stand am Eingang des Waldes, als hoch am Himmel eine Wand aus Feuer zu sehen war. "Sind das Drachen?", fragte ein Wandler seinen Freund. Sofort verwandelten sie sich in ihre Tiergestalten, um gegen das, was da kam, zu kämpfen. Plötzlich teilte sich die Feuerwand, und ein gigantisches Feuerwesen kam herangeflogen. Durch die hellen Flammen konnte man kaum erkennen, was es war, nur beim näheren Hinsehen konnte Kyraya Flügel und einen Schwanz erkennen. Bevor die Wandler einen Angriff starten konnten, regnete kochende Lava auf sie herab, welche sie alle tötete und einen Teil des Waldes in Brand setzte. Das war also der Drachenkampf, über welchen Kyraya in der Schule gelesen hatte, nur dass es keine Drachen waren. Dies wusste sie plötzlich mit einer Gewissheit. "Das ... das waren keine Drachen, nicht wahr?", fragte sie den Drachenkönig, als sie wieder in die Realität zurückkehrte. Der König nickte. "Dies sind Lavadämonen. Die Wesen, wovor ich die Wandler warnen wollte. Sie leben in der sogenannten Unterwelt. Normalerweise gibt es eine Grenze zwischen der Unterwelt und unserer Welt, doch diese Grenze hat schon Risse. Daher schaffen es immer wieder einzelne Lavadämonen, die Unterwelt zu verlassen und Angriffe zu starten. Bisher konnten wir Drachen unsere Festung so schützen, dass sie keine Chance hatten, doch meine Vorahnung ist, dass die Grenze zwischen den Welten bald vollkommen offen ist. Dann können wir Feuerdrachen auch nicht mehr viel tun, denn wir haben keine Möglichkeit, diesen Kreaturen ein Leid zuzufügen. Doch da kommst du ins Spiel, Kyraya."
Kapitel 4: Die Magie des Eises
"Wie kann ich euch da helfen?", fragte das Mädchen. "Nun, die Prophezeiung sagt auch, dass die Drachenwandlerin nicht nur die Feuermagie, sondern auch die Magie der sehr seltenen Eisdrachen besitzt. Wir wissen nicht viel über sie, aber sie sollen in einer Eiswüste ganz im Norden dieser Welt leben. Du musst unbedingt diese Wüste finden und alleine zu den Eisdrachen gehen. Wenn du deinen Freund mitnimmst, werden sie ihn einfrieren, zumindest besagen die Legenden, dass all die Menschen, welche versucht hatten, einen der Eisdrachen zu sehen oder gar zu töten, für immer zu Eis erstarrt worden sind." Kyraya nickte. Ihr war zwar ein wenig mulmig zumute, wenn sie daran dachte, auf sich allein gestellt zu sein, aber sie wollte es tun, für die Drachen und die Wandler. "Ich danke euch, dass ihr gekommen seid", verabschiedete sich der Drachenkönig, dann wurde das Mädchen von zwei Wächtern wieder aus der Festung geleitet. "Es gefällt mir gar nicht, dass du alleine in die Eiswüste reist", meinte ihr Freund Astarius, als sie ihm alles berichtet hatte. "Wir haben keine andere Wahl. Ich möchte nicht, dass du eingefroren wirst." Dies sah ihr Freund ein, und so machten sie sich gemeinsam auf den Weg zum Wald. Von dort wollte Kyraya dann die Eiswüste alleine suchen.
Fortsetzung folgt, wenn ich von meinem Kurzurlaub zurück bin
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