Veröffentlicht: 21.04.2026. Rubrik: Aktionen
Die ausgedachte Sage von dem Ritter, der nicht kämpfen wollte
Kapitel 1: Die letzte Prüfung der Ritter
Aron ging in seinen Gemächern in der Ritterburg auf und ab. Er war jetzt 30 Jahre alt und stand kurz davor, ein Ritter zu werden, doch dies erfüllte ihn nicht mit Freude, im Gegenteil, denn dafür musste er noch eine letzte Prüfung absolvieren. Er musste einen Drachen töten, und dies widerstrebte ihm zutiefst. Feindliche, böse Ritter zu töten, ja. Auch andere Menschen zu vernichten, welche sich gegen die Ritter stellten, hatte ihm noch nie Gewissensbisse beschert, und sein Schwert hatte nicht nur ein Leben ausgelöscht. Aber die Vorstellung, Drachen zu töten, war ihm zuwider. Alle Ritter sagten, dass Drachen böse Kreaturen waren, welche ausgelöscht werden mussten. Vielleicht stimmte das auch, aber was, wenn es auch gute Drachen gab? Dieser Gedanke trieb ihn schon um, seit er ein kleines Kind war. Diesen Gedanken hatte er nie geäußert, da er genau wusste, dass er geächtet werden würde. Ein energisches Klopfen riss Aron aus seinen Gedanken, und die Tür öffnete sich. Vor ihm stand sein Vater Leandor, der Anführer der Ritter. "Komm, Aron. Deine Prüfung beginnt gleich." Arons Herz schlug schneller, als er seinem Vater mit weichen Knien folgte. Im Rittersaal starrten alle Ritter zu ihm hinüber, ihre Blicke erwartungsvoll. Aron wusste warum, er hätte bis heute einen Drachenkopf als Beweis mitbringen sollen, doch er hatte es bisher nicht übers Herz gebracht, sich auf die Suche nach Drachen zu machen. Als die Ritter keinen Drachenkopf in seiner Hand erblickten, wechselten sie einige leise Worte miteinander. "Wie ich sehe, hast du keinen Drachen getötet", sagte Arons Vater, und in seiner Stimme erkannte der junge Mann seinen unterdrückten Zorn. "Nein, Vater. Ich ..." "Ich will deine Erklärungen nicht hören, du bist eine Schande!", fiel ihm Leandor ins Wort. Aron senkte seinen Kopf. "Ich gebe dir noch eine letzte Chance, ein anständiger Ritter zu werden. Wenn du bis in drei Tagen keinen Drachenkopf bringst, werde ich dich verstoßen!" Die Worte waren eindeutig und schnitten wie Schwerter in Arons Seele. Gleichzeitig wusste er, dass sein Vater nicht mit der Wimper zucken und Ernst machen würde. Traurig zog er seine schwere Ritterrüstung an und stieg auf seinen Hengst Sturmwind. Sobald Aron ihm den Schenkeldruck gab, preschte er davon. Scheinbar wusste er genau, dass der junge Ritter so viel Entfernung wie möglich zwischen sich und der Burg bringen wollte.
Kapitel 2: Das Drachenei
Nach einer halben Stunde ununterbrochenen Ritts zog Aron an den Zügeln, sodass sein Pferd langsam wurde und stehen blieb. Ein Gefühl sagte ihm, dass er genau hier sein musste, und er sah sich um. Nichts als Wald war zu sehen, doch dann fiel sein Blick auf etwas Seltsames. Es sah aus wie ein Stein, nur die Form überraschte ihn. Entschlossen mühte sich Aron von seinem Pferd und lief zu dem seltsamen Ding auf dem Boden. Als er die Bewegungen innerhalb des Steins sah, traf ihn die Erkenntnis, und er keuchte. Dies war ein Ei eines Drachen! Mit einem Mal verspürte Aron das unbändige Verlangen, das Ei zu berühren, und das tat er dann auch. Plötzlich hörte er ein Knacken, als das Ei immer mehr zerbrach. Zuerst schaute ein kleines Köpfchen aus dem Ei heraus, und bald war der ganze Drachenkörper zu sehen. Aron spürte plötzlich eine Liebe zu dem Drachen, welche er kaum beschreiben konnte, und er wusste sofort, dass dies ein männlicher Drache war. "Sei gegrüßt, edler Ritter", sagte der Jungdrache plötzlich in seinen Gedanken. "Danke, dass du mir geholfen hast, aus dem Ei zu schlüpfen. Mein Name ist übrigens Takyrion." Der Ritter lächelte und strich sanft über die noch sehr dünnen Schuppen des Drachen. "Bis in zwei Tagen werde ich durch deine Magie so gewachsen sein, dass ich dich auf meinem Rücken tragen kann, und dann müssen wir eure Burg retten, denn es gibt tatsächlich auch böse Drachen. Sie werden in vier Tagen angreifen." "Ich besitze Magie?", fragte Aron entgeistert. Der Drache nickte mit seinem kleinen Köpfchen. "Du hast die Magie der Drachenbindung in dir. Du kannst mit Drachen interagieren und sie schützen." Der junge Ritter war überwältigt von dem, was sein Drache ihm gesagt hatte. "Lass uns jetzt schlafen", schlug Takyrion vor. In zwei Tagen ist noch immer Zeit genug, etwas gegen die bösen Drachen zu unternehmen."
Kapitel 3: Der Ritt auf dem Drachen
Aron schlief beinahe zwei Tage durch. Nur einmal erwachte er kurz, um seinen Drachen zu beobachten. Er war schon ein wenig größer geworden und flog bewachend um den Ritter herum. Bald darauf schlossen sich seine Augen jedoch wieder. Als Aron dann wieder erwachte, stand ein riesiger Drache vor ihm. "Komm, Aron. Die Zeit ist gekommen. Reite auf mir!" Aron erhob sich und stieg auf den Rücken des Drachen. Als der Drache sich erhob, folgte ihm der treue Hengst in größerem Abstand. Zum Glück kannte Sturmwind den Weg zur Burg gut. "Gib mir dein Schwert", befahl Takyrion, und der Ritter reichte es ihm. Als er es wieder bekam, war es von einer seltsamen Magie umgeben. "Drachenmagie, sie erlaubt dir, schneller und effektiver zu kämpfen", erklärte der Drache. Bald hatten sie die Burg erreicht, und Aron erkannte, dass sie keinen Moment zu früh gekommen waren, denn am Himmel entdeckte er bald einen Schwarm von Drachen, welcher sich zum Angriff bereitmachte. Viele Ritter standen auf den Zinnen der Burg und sahen mit weit aufgerissenen Augen, was da auf sie zukam. Als Leandor seinen Sohn auf dem Rücken eines Drachen erblickte, stieß er einen wütenden Schrei aus. "Du Verräter! Du steckst wohl hinter dem Drachenangriff?" Aron antwortete nicht, sondern zog sein Schwert. Als sein Vater sah, dass er es gegen die bösen Drachen einsetzte, erschien ein anerkennendes Lächeln auf seinem Gesicht.
Der Kampf war alles Andere als leicht. Viele Ritter wurden von den Drachen getötet, doch die meisten überlebten schließlich. Aron hatte keine einzige Wunde davongetragen, da ihm sein Drachenschwert nicht nur dabei half, schneller zu töten, sondern ihm auch mittels Gedankeneingebungen mitteilte, wo ein Gegner zuschlagen würde, sodass er schnell den Schlag parieren oder ausweichen konnte. Schließlich waren alle feindlichen Drachen tot, und der Drache landete auf dem Burghof. Als Aron abstieg, wurde er von allen Rittern gefeiert und mit seinem Drachen in die Gemeinschaft aufgenommen.
Ende
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