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geschrieben 2026 von Rika.
Veröffentlicht: 22.04.2026. Rubrik: Fantastisches


Der Glaube an Magie, Teil 1

Kapitel 1: Hänseleien

Chiara stand vor dem Tor der Schule. Ein Tor, welches nicht nur Freude in ihr hervorrief, denn ihre Mitschüler behandelten sie alles Andere als freundlich. Jeden verdammten Schultag wurde sie für ihre Andersartigkeit, für ihr kindliches Festhalten an fantastischen Geschichten und das Leben in ihrer eigenen Welt gehänselt und gemobbt. Das einzig Gute war, dass sie in der Schule immer wieder neue Dinge lernen durfte, denn ihre Neugier war grenzenlos. Das zwölfjährige Mädchen zitterte leicht, als es die Hand nach dem Türgriff ausstreckte. "Ich will nicht da hinein", meldete sich eine Stimme in ihr zu Wort. "Du musst aber, um lernen zu können", sagte eine zweite Stimme in ihr. "Na, bist du wieder mal zu sehr in Gedanken, um die Schule zu betreten?" Die Stimme kannte Chiara, und sie jagte ihr Angst ein. Es war Hendrik, ein Schüler aus der 4B, einer der Rädelsführer der mobbenden Kameraden. Chiara hatte gehofft, dass bereits alle Schüler in ihren Klassen waren, da es in zwei Minuten zur ersten Stunde klingeln würde. Leider hatte sie sich wohl getäuscht, und dies wurde ihr nun zum Verhängnis. Hendrik, welcher ihre Gedanken erraten hatte, lachte böse. "Du glaubst wohl, du kannst uns entkommen?" Er hob eine Hand. Nicht als Aufforderung, sondern als vereinbartes Zeichen. Acht Jungen kamen aus Verstecken gelaufen und hatten Chiara bald umzingelt. "Meine Energie wird eure Seelen eines Tages von dem Bösen befreien!", rief sie. "Du und deine weiße Magie!", rief Hendrik spöttisch und spuckte ihr ins Gesicht. "Jedes Kind in unserem Alter weiß, dass Magie nicht existiert!" Chiara sagte nichts, denn sie wusste, dass Worte keinen Zweck hatten. Nun wurde sie zu Boden gedrückt und mit Steinen beworfen. Chiara schloss ihre Augen. Sie hatte es schon längst aufgegeben, sich zu wehren und zog sich in ihre eigene Gedankenwelt zurück. Vor ihr sah sie nun einen dichten, friedvollen Wald und konnte die weiße Energie deutlich spüren. "Sag mir, warum werde ich so behandelt?", fragte sie verzweifelt in die Stille des Waldes hinein. "Weil viele Menschen mit Andersartigkeit nicht umgehen können und viele Wahrheiten unbequem sind", antwortete ihr eine leise Stimme. "Du bist stark, Chiara. Du wirst eines Tages allen zeigen, dass du Recht hattest."

Kapitel 2: Die Rettung

Chiara spürte die Steine kaum noch, welche ihren Körper trafen. Sie spürte den Schmerz nicht, den die Verletzungen ihr zufügen mussten. Sie hatte nur einen Wunsch, welchen sie dem Wald anvertraute. "Bitte helft mir, die Qual zu beenden." Für einen Moment antwortete der Wald nicht, doch als sie ihre Hoffnung beinahe aufgegeben hatte, hörte sie wieder die leise Stimme. "Du bist noch nicht bereit, die weiße Energie einzusetzen. Aber bald, Chiara. Bald wirst du über sie verfügen." Sie seufzte, denn diese Antwort hatte sie in den letzten Jahren schon unzählige Male bekommen. "Geduld ist wichtig", fügte die Stimme des Waldes hinzu. Plötzlich jedoch wurde sie aus ihrer Gedankenwelt gerissen, und der Wald verschwand. "Was ist hier los!" Die Stimme eines Lehrers erklang, und die Mobber stoben vor Schreck auseinander. "Das hat ein Nachspiel!", rief der Lehrer und beugte sich dann über das Mädchen. Als Chiara ihre Augen öffnete, sah sie, dass sie an vielen Stellen blutete und Platzwunden davongetragen hatte. "Du musst ins Krankenhaus", sagte der Lehrer und verständigte ihre Eltern. Chiara wurde mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gefahren, und ihre Wunden wurden genäht. Drei Tage durfte sie nun von der Schule fernbleiben, und sie atmete auf. Obwohl sie gerne lernte, hasste sie die Schule nun fast. Nun konnte sie sich immer wieder im Wald hinter ihren Gedanken aufhalten, der Wald, welcher ihr schon seit acht Jahren Zuflucht bot. Zuerst war es dort stets still gewesen, doch seit etwa zwei Jahren erhielt sie regelmäßig Antworten auf ihre Fragen, und auch die Energie, die sie verspürte, fühlte sich von Jahr zu Jahr stärker an. "Wann kann ich meine Energie einsetzen?", fragte das Mädchen nun. "Wenn du deinen 13. Geburtstag erreicht hast", antwortete die Stimme. Sofort rechnete Chiara nach. Es waren nun nur noch 66 Tage bis zu ihrem Geburtstag, und dies erfüllte sie mit freudiger Erwartung. "Deine Energie bringt dir aber nicht nur Vorteile, das sei dir gesagt. Sie bringt auch eine Menge Verantwortung mit sich. Welche das sein wird, erfährst du, wenn du so weit bist."

Fortsetzung folgt

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