Veröffentlicht: 22.04.2026. Rubrik: Fantastisches
Der Glaube an Magie, Teil 2
Kapitel 3: Chiaras 13. Geburtstag
Endlich war es so weit, und Chiara wachte an ihrem 13. Geburtstag guter Dinge auf. In den letzten Wochen hatte sie noch mehr Mobbingattacken einstecken müssen, doch damit war jetzt Schluss, das schwor sie sich. Sie ging in ihre Gedankenwelt und betrat den Wald. Sofort spürte sie, wie die Energie sich noch stärker anfühlte, als sonst. "Willkommen, Chiara. Nun hast du Zugriff zu deiner Macht", sagte eine Stimme des Waldes. "Aber sei gewarnt. Du darfst deine Energie nur für das Gute einsetzen. Je mehr böse Gedanken du denkst und wahr werden lässt, desto böser wird auch deine Energie. Es gibt bereits zu viele Menschen mit schwarzer Magie, daher hoffe ich, dass du auf dem Pfad des Guten bleibst. Du musst wissen, dass Gut und Böse oft nahe beieinander liegen, auch wenn viele das nicht glauben wollen. Kein Mensch ist von Natur aus gut oder böse, auch kein Magier. Er wird geprägt, und dann entscheidet sich sein Charakter. Bleibe stark und kämpfe immer für das Gute, dann wird deine Energie stets rein und weiß bleiben." "Haben denn alle Menschen Magie?", fragte Chiara neugierig. Für einen Moment sprach die Stimme nicht, doch dann fuhr sie fort. "Ja, viele Menschen hätten sie, doch ihre Ungläubigkeit hindert sie daran, ihre Magie zu entwickeln. Sie verkümmert schließlich und verschwindet fast vollständig." Chiara dachte einen Moment über diese Antwort nach, und Vieles machte nun Sinn. Schon als Kind hatte sie fest an magische Fähigkeiten geglaubt, und dieser Glaube war in ihr geblieben, während andere Gleichaltrige sich von diesen fantastischen Vorstellungen irgendwann abwandten.
Kapitel 4: Wieder in der Schule
An diesem Morgen öffnete das Mädchen selbstbewusst das Tor zur Schule. Hocherhobenen Hauptes ging sie in den Gang, bevor ihr von Hendrik der Weg versperrt wurde. "Sieh an, da ist sie wieder!", rief er seinen Kameraden zu, welche rasch näher rückten. "Lasst mich in Ruhe", antwortete Chiara mit fester Stimme. Sie war fest entschlossen, sich nichts mehr von diesen Burschen gefallen zu lassen und durchbohrte Hendrik mit ihren Blicken. "Aha, wir werden mutig!", rief er. "Du bist dir wohl nicht darüber im Klaren, wen du da vor dir hast!" Mit diesen Worten packte er Chiara am Kragen und sah sie durchdringend an. Er war so nah, dass sie seinen Atem spüren und den Geruch nach Schokolade wahrnehmen konnte. Chiara schloss die Augen und ging in ihren Wald. Sie konzentrierte sich ganz auf ihre magische Energie und wünschte sich, dass ihre Mitschüler sie endlich so akzeptieren sollten, wie sie war. Chiara spürte sofort, wie ein Teil der Energie aus ihrem Geist floss und die Burschen traf. Diese hielten inne und sahen das Mädchen verdutzt an. "Es ... tut uns Leid, was wir gemacht haben", sagte Hendrik mit hängenden Schultern, und Chiara hätte um ein Haar aufgelacht. Noch nie hatte sie den Jungen so kleinlaut erlebt. Seinen Kameraden ging es auch nicht anders, und sie senkten ihre Blicke. "Hauptsache, ihr lasst mich jetzt in Ruhe", sagte das Mädchen und ging in ihren Klassenraum. Ein seltsames Glücksgefühl durchströmte sie. Sie konnte sich nun alles wünschen, was sie wollte, und ihre Energie würde den Wunsch wahrwerden lassen. "Vergiss nicht, was der Wald gesagt hat", rief sie sich ins Gedächtnis. "Du musst auf dem Pfad des Guten bleiben."
Fortsetzung folgt
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