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geschrieben 2024 von Lüdel (lüdel).
Veröffentlicht: 20.08.2026. Rubrik: Unsortiert


Anna - Der Briefkasten (4)

Einige Monate später herrschte hinter der Gärtnereihalle, im Garten des Bungalowhauses, reges Treiben. Eine kleine Feier wurde vorbereitet.

Alles wurde prunkvoll mit Blumen geschmückt, Stühle wurden aufgestellt, eine Musikbox aufgebaut. Die kleine Gruppe von Mitarbeitern und das Ehepaar Huber halfen fleißig mit.

Johann hatte etwas Besonderes geplant.

Anna wurde unter einem Vorwand mit ihrer Lieblingsverkäuferin Marie weggeschickt, um – wie sie annahm – die vorbereiteten Arbeitsuniformen für die Mitarbeiter abzuholen.

Vor Wochen waren sie und Johann beim Schneider gewesen, um neue Arbeitsuniformen anfertigen zu lassen, auch für Anna und ihn.

Dort ließ Johann Anna ihr zukünftiges Brautkleid zeichnen, passenden Stoff aussuchen, und sie schmiedeten Pläne und kicherten in Vorfreude.

Was Anna nicht wusste: Johann hatte alles vorbereitet.

Die Arbeitsuniformen waren bereits geliefert worden.

Als die Vorbereitungen beendet waren, zogen auch die Mitarbeiter ihre Festtagskleidung an, die sie erhalten hatten.

Danach stand jeder von ihnen wartend mit einer Rose in der Hand.

Anna erschien.

Sie sah aus wie eine Prinzessin in ihrem wunderschönen, atemberaubenden weiß schimmernden Brautkleid – zarte Puffärmel reichten bis zu ihren Ellbogen, und bei jedem Schritt schwang es sanft mit.

Johann trug ebenfalls einen sehr eleganten Anzug.

Er nahm ihren Arm und ließ den Blick nicht von ihr abweichen. Er begleitete sie hinüber zu einem geschmückten kleinen, runden Stehtisch.

Erwartungsvoll herrschte erstaunte Stille.

Gespannt wartete jeder.

Im Hintergrund setzte leise Musik ein. In diesem Moment ging Johann auf die Knie und machte ihr einen Heiratsantrag.

Aus Annas Mund schallte es:

"Ja!"

Alle klatschten.

Hinter einer mit grünem Blumenmusterstoff überzogenen Holzgitterwand traten nun ein Standesbeamter und der Bürgermeister hervor.

Johann hatte alles heimlich organisiert, und alle waren glücklich überrascht.

Bei Anna war Marie Trauzeugin.

Die Eheleute Huber waren natürlich ebenfalls Trauzeugen.

Die Eheleute Huber bestanden darauf, dass sie ab heute mit ihren Vornamen angesprochen werden wollten.

Der Standesbeamte sagte:

„Dann kann es jetzt losgehen.“

„Somit frage ich Sie, Anna Gruber: Wollen Sie Johann zu Ihrem Mann nehmen?“

Ohne zu zögern kam ein deutliches:

"Ja."

„Johann Lieblich, wollen Sie Anna zu Ihrer Frau nehmen?“

Es folgte ein ebenso deutliches:

"Ja."

Maria und Hans stimmten als Zeugen zu und antworteten nacheinander mit „Ja“.

„Marie, stimmen Sie als Zeugin zu?“

Ein klares „Ja“ kam von Marie.

Alle Beteiligten klatschten glücklich.

Es wurde der Hochzeitswalzer getanzt.

Das Fest dieses wundervollen Abends wurde bis zum Tagesanbruch gefeiert.

Als kleines Dankeschön blieb die Gärtnerei drei Tage geschlossen. Das kam nicht nur den Mitarbeitern zugute, sondern natürlich auch Johann und Anna.

Ihre Hochzeitstage verbrachten sie auf einem kleinen, versteckten, verträumten Bauernhof.

Nach dem Trubel war das eine schöne Wohltat.


Danach ging es wie gewohnt ins Arbeitsleben zurück.

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