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geschrieben 2026 von Matthias Stilke (CaptainX).
Veröffentlicht: 25.06.2026. Rubrik: Fantastisches


Das Athana-Projekt - Teil 3(5)

Hinweis: Die komplette Story ist in der pdf des Posts von Teil 1 verfügbar.


Drei

"Okay, Leute.", röhrte der Typ selbstbewusst: "Man nennt mich Sergeant. Macht, was ich sage und wir kommen alle durch! Aber zunächst nehmt die albernen Helme ab. Der Helmrand manipuliert die Akustik. Es gibt hier auf Athana ein Sprichwort: Im Dschungel sehen die Ohren besser als die Augen hören. Also runter mit den Scheißdingern und Ohren auf."
Er ließ seine Worte einige Sekunden wirken und die ersten folgten zögernd seiner Anweisung.
"Und montiert die Infrarotsucher von euren Optiken. Einige Läufer haben einen extrem flexiblen Stoffwechsel. Ihr könntet zwei Meter an so einem Vieh vorbeigehen und es erst bemerken, wenn es seine Fangzähne in euren Hals schlägt."
Alle folgten seinen Erklärungen und setzten das Gesagte um - etwas unwillig zwar (immerhin hatte das Zeug eine Menge Geld gekostet), aber niemand hatte den Schneid sich aufzulehnen.
Trish musste grinsen. Sie hatte bei ihren Recherchen irgendwo gelesen, dass sich in Extremsituationen automatisch Hierarchien bilden. Und das war auch hier der Fall.
"Was auch passiert, wir gehen in einer kreisförmigen Formation und bleiben zusammen. Jeder beobachtet permanent - ich wiederhole PERMANENT - seinen Außensektor.", fuhr er fort: "Die Läufer sind schlau. Sie werden jede Schwäche, jede Lücke, in unserer Linie gnadenlos ausnutzen."

Die Evolution hatte auf Athana ganze Arbeit geleistet und eine ungewöhnliche Nahrungskette kreiert. Die vorherrschende Tierform waren geschickte Fleischfresser, die sich gegenseitig jagten und fraßen. Davon gab es viele verschiedene Arten auf diesen Planeten - jede mit plumpen bis hochentwickelten Jagtstrategien.
Von der Größe und Hauttextur abgesehen, sahen die Läufer alle gleich aus: Laufechsen mit starken Hinterbeinen und einem länglichen Kopf, der nur aus einem großen Maul mit rasiermesserscharfen Zähnen zu bestanden schien.

Die schweren Stahltore sanken in den Boden und gaben den Blick in den feucht-heißen Dschungel frei. Der große Mann, der sich Sergeant nannte, trat als erster hinaus - ihr selbst ernannter Anführer.
"Und Abmarsch. Immer geradeaus. Eine Meile."
Unter murren folgte die Gruppe dem Typ - nicht zu schnell, um nicht als Befehlsempfänger zu gelten, aber schnell genug, um in der relativen Sicherheit der Gruppe zu bleiben.
Trish hielt sich an Sergeant, der ihr von allem das größte Selbstvertrauen ausstrahlte und anscheinend wusste, was er tat.

In einer mehr oder weniger runden Formation (die beim Militär auch 'Wilde Wolke' genannt wurde) pirschte die Gruppe durch das Dickicht. Die Gespräche und das Murren waren nun völlig verstummt und jeder konzentrierte sich auf die zehn Meter vor seiner Zieleinrichtung. Es war merkwürdig still. Nur der Wind strich leise über die Baumwipfel.

Irgendjemand flüsterte über den Gruppenkanal: "Wo sind diese Biester?"
Sergeant brummte zurück: "Schnauze und aufpassen!"

Außer dem Atmen und den Schritten der schweren Kampfstiefel war jetzt nichts zu hören und das steigerte bei einigen die Nervosität. 'Gut so!', dachte Trish: 'Vielleicht passen sie jetzt besser auf." Sie wusste, dass diese Stille um diese Tageszeit nichts Besonderes zu bedeuten hatte. Die meisten Tiere ruhten nun, aber sich anpirschende Jäger näherten sich in der Regel lautlos. Und wenn nicht ...

Plötzlich ertönte ein Getrampel vor ihnen im Wald. Einige Schatten bewegten sich schnell zwischen den Bäumen hin und her. Zwei, drei Leute ballerten in das dicht stehende Unterholz. Es gab einiges Geschrei und Gerempel unter den Runnern. Doch es trat schnell wieder Ruhe ein, die von einem leisen Ruf unterbrochen wurde.
"Hey, Joe?" Stille.
"Was ist da los?", rief Sergeant nach hinten.
"Joseph ist weg. Eben war er noch da."
Einige Leute riefe nach ihm.
"Ruhe, Leute.", schnauzte ihr Führer sie nieder: "Ihr lockt nur noch mehr von diesen Viechern an. Wenn sie Joe geholt haben, ist er verloren."
"Aber wir können ihn doch nicht hier zurücklassen. Ich meine ..."
"Dann geh los und hol ihn!", wurde der Sprecher barsch von der Glatze unterbrochen: "Und wenn jemand Lust hat, kann er ja mitgehen. Nein? Niemand? Na schön! Dann gehen wir jetzt weiter. Und haltet die Augen auf. Lasst euch nicht irritieren."

Die Runner rückten unbewusst dichter zusammen. Jeder wollte plötzlich so viel wie möglich vom Schutz der Gruppe profitieren. Trish wusste, dass das nicht viel bringen wird, wenn sich die Leute nicht konzentrierten. Sie beobachtete aufmerksam durch ihre Spezialbrille ihren Sektor, sah aber nur das satte Grün der üppigen Vegetation.

Sergeant machte einen guten Eindruck. Trish hatte viel Erfahrung im Lesen von Menschen und erkannte sehr schnell Führungsqualitäten.

So pirschten sie weiter durch den dichten Dschungel. Jeder beobachtete mit steigender Nervosität die Umgebung vor dem Lauf seiner Waffe. Jegliches Machogehabe war wie weggeblasen. Die Stimmung hatte sich verändert. Die meisten wollten es nun so schnell wie möglich zu Ende bringen.

"Halt!" Der Sergeant hielt die linke Faust hoch als Zeichen für drohende Gefahr. Er horchte in den Wald.
"Ein Rudel Läufer hat uns umstellt.", flüsterte er ins Mikro an die Gruppe.
"Aufpassen! Die Biester greifen gleich an. Haltet den Fokus nach außen und ignoriert alles, was neben euch passiert."
Trish' Herz schlug wie wild und konnte vor Aufregung kaum noch klar denken. Ihr Kreislauf hämmerte das Blut durch ihre Adern. Der Puls war auf 180. Sie schwang das Gewehr langsam in ihren Blicksektor hin und her.

Dann plötzlich ein Rascheln. Schüsse knallten hinter ihr. Zwei Schatten stürzten auf sie zu. Sie schoss und eine der Silhouetten fiel ins Unterholz. Auch der zweite Schatten ging zu Boden. Trish' Nachbar hatte ihr Schützenhilfe gegeben. Ein Fehler, wie sich schnell herausstellte. Durch die an sich gut gemeinte Aktion war sein Blicksektor einen Moment lang ungedeckt. Aus dem Augenwinkel sah sie wie ein Schatten ihn ansprang und nach hinten umwarf. Sie hörte Schreie, das Knacken von Knochen und Reißen von Körpergewebe. Blut spritzte von hinten auf ihren Waffenarm.
'Ignoriert alles, was neben euch passiert '. Diese Worte hatten sich in ihren Verstand gebrannt, aber es fiel ihr schwer, sich nicht umzudrehen und dem Mann zu helfen. Stattdessen schoss sie noch einige Male in den Dschungel auf Läufer, die die Gruppe immer noch umkreisten. Hinter ihr knallte es noch einige Male und die Geräusche in ihrem Rücken erstarben.

Der Angriff war so schnell beendet wie er angefangen hatte. Über den Lautsprecher hörte sie Sergeant.
"Feuer einstellen. Die haben genug und ziehen sich erst einmal zurück. Das müssen wir ausnutzen, bevor die nächsten Läuferrudel sich an der Jagt beteiligen. Weiter jetzt."
Die dezimierte Gruppe setzte sich wieder in Bewegung. Einen Moment hatte Trish die Gelegenheit sich umzusehen. Neben drei toten Läufer lag neben ihren Nachbarn noch eine weitere Leiche bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt im Gras zwischen ihnen.


Fortsetzung folgt ...

Geschrieben: Juni 2026
Autor: Matthias Stilke (c)
www.kurzgeschichten-stories.de

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

Einen Kommentar schreiben

geschrieben von lüdel am 25.06.2026:
Kommentar gern gelesen.

Etwas gruselig, aber spannend. Lüdel🧚‍♂️

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