geschrieben 2026 von Matthias Stilke (CaptainX).
Veröffentlicht: 23.06.2026. Rubrik: Fantastisches
Das Athana-Projekt - Inhalt und Teil 1
Inhalt
Trish McAllister lebt ein ebenso erfolgreiches wie langweiliges Leben. Auf der Suche nach Veränderung gerät sie an einer zweifelhaften Extremunterhaltung ...
Diese Story besteht aus fünf Teilen mit jeweils durchschnittlich etwa 763 Wörtern.
Die komplette Story ist bereits in der pdf verfügbar. Teil 2 bis 5 poste ich in den nächsten Tagen.
Eins
Trish McAllister war Eigentümerin und CEO von McAllister Food Industrial. Alleine hier auf dem Planeten Felton arbeiteten 56.000 Angestellte für den Konzern. MFI produzierte und vertrieb im Anfharwqzo- und Pretoria-Subsektor Grundnahrungsmittel 100%-Ökologisch bis synthetisch. Der Konzern war optimal strukturiert und schrieb seit Jahrzehnten tiefschwarze Zahlen.
Das Geschäft lief wirklich gut - so gut, dass Trish kaum noch eingreifen musste. Ihr Eindruck war sogar, dass ihre Mitarbeit die etablierten Prozesse eher stören als nutzen würde. Mit dem Tagesgeschäft hatte sie eh schon lange nichts mehr zu tun und auch strategische Fragen wurden von ihrem überaus kompetenten Management erfolgreich entschieden. Somit blieben ihr hauptsächlich nur noch repräsentative Funktionen. Empfänge, Bankette, Vorträge. Präsentationen.
Alles war gut. Alleine durch ihre CEO-Prämien verfügte sie über mehr Credits, als sie jemals ausgeben konnte.
Es gab nur ein Problem.
Ihr Leben war todlangweilig!
Sie hatte Urlaub genommen und in ihrem Privatliner alle Sehenswürdigkeiten der benachbarten Subsektoren besucht und einige skurrile Hobbys angefangen. Das half - aber nicht lange.
Eine Zeit lang nahm die an aufwendige Holosimulationen teil. Das war schon besser. Am besten gefielen Trish die Kriegs- und Kampfszenarien, wo immer viel virtuelles Adrenalin und Blut vergossen wurde. Aber das Gehirn ließ sich langfristig nicht so einfach austricksen. Letzten Endes waren es nur (wenn auch äußerst realistische) Simulationen, ohne realen Gefahrenmomenten und ihr Interesse nahm rasch ab. Als letzte (und wirklich letzte) Möglichkeit schien ihr der Einsatz von bewusstseinsverändernden Drogen.
Dann hörte sie vom Athana Projekt. Hinter diesem biederen Namen verbarg sich eine der extremsten Unterhaltungsindustrien des Imperiums.
Im Nachbarsystem Athana konnten Interessierte (Lebensmüde oder Adrenalin-Junkies) sich für Überlebensparcours (von Kennern als 'Runs' bezeichnet) anmelden: Eine Meile quer durch den dichten Dschungel! Hierzu muss man wissen, dass Athana's Tierwelt überwiegend aus schnellen, sehr gefährlichen und immer hungrigen Laufechsen besteht - den sogenannten Läufern. Die Gefahr in den dichten Wäldern war allgegenwärtig. Im Schnitt wurden bei den Runs 10-20% der Teilnehmer sehr real getötet und vermutlich komplett verspeist. Auf jeden Fall wurden nie mehr als ein paar Knochenfragmente von ihnen gefunden.
Das Betreiberunternehmen ließ sich von jeden Teilnehmer eine Schadensausschlußerklärung unterschreiben. Die Teilnehmer (oder Runner) wurden in zwölfköpfigen Gruppen in gesicherte Bereiche des Dschungels abgesetzt und mussten innerhalb von zwei Stunden ihr Ziel erreichen, wo sie dann (und wirklich nur dann und nur dort) in Sicherheit waren und nach Ablauf der Zeit abgeholt wurden.
Natürlich konnte man sich auch so ein Gewehr schnappen und auf irgendeiner Welt den Kampf mit der einheimischen Fauna aufnehmen, aber es sollte ja eine potenziell tödliche Herausforderung sein und kein leichtsinniger Selbstmord.
Diese Art der Unterhaltung war im Imperium zwar höchst umstritten und verpönt, aber legal und Athana verdiente gut daran. Jedem Teilnehmer kostete dieser fragwürdige Spaß 50.000 Credits - eine Menge Geld, was sich nicht viele leisten konnten.
Der Kick realer und tödlicher Gefahr reizte Trish. Bei ihren Recherchen stieß sie auf inoffizielle Teilnehmerlisten. Viele kamen aus dem hohen Management, Politik und Militär. Sogar einige Top-Manager aus ihrem eigenen Konzern waren hier aufgeführt. Es gab regelrechte Ligen und Statistiken über die Teilnehmer. Es gab sogar Auszeichnungen für soundso viele überlebte Runs. Man war stolz auf seine Erfolge, gab an und putsche sich und andere hoch.
Schließlich meldete Trish sich begeistert an - natürlich unter falschen Namen, denn sie wollte es nicht an die große Glocke hängen. Sie besorgte sich neben Standardausrüstung ein High-Tech-Gaussgewehr mit Spezialoptik - einer Waffe, die dem Militär vorbehalten und dessen Besitz eigentlich illegal war.
Ihre Vorfreude war groß und sie zählte die Tage, bis es endlich losging.
Fortsetzung folgt ...
Geschrieben: Juni 2026
Autor: Matthias Stilke (c)
www.kurzgeschichten-stories.de
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