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geschrieben 2026 von Angricolan (Angricolan).
Veröffentlicht: 17.06.2026. Rubrik: Persönliches


Ausziehen

Mit dem Wort Ausziehen verbindet man nicht nur ein Ereignis. Im Rückblick, so einige Geschichten wird jeder darüber erzählen können. Frühes Ausziehen schafft Selbstständigkeit sollte es der Start in ein neues Leben bedeuten, wenn Hotel Mama zu Ende ist.
Später, in sogenannten reifen Jahren, vielleicht zu zweit, kann es amüsant sein muss aber nicht. Betritt man die Wohnung einer Dame, die dann sagt, du kannst dich schon mal ausziehen entstehen Missverständnisse je nach Ortsverhältnissen. Im Kreise einiger Personen lacht man über das mehr Wortspiel. Hintergedanken, sie werden Männern nachgesagt verleiten hin zu komischen Situationen. Es würde zu weit führen nun Beispiele zu benennen.
Es wird Zeit das du ausziehst sagte mein Vater, als ich noch in einem Mehrgenerationenhaus ein eigenes Zimmer besaß. Als ältester Sohn mit fester Freundin gab es Regel mit Uhrzeiten. Dazu den Zweitschlüssel für mein Zimmer zur Kontrolle, was ich allerdings erst später bemerkte. Mit 23 Jahren noch kontrolliert zu werden in einem konservativen Elternhaus ist ein No Go so denkt man.
Es folgte ein elterlicher Rapport und meine Antwort darauf war: dann besorge mir doch eine Wohnung.
Für mein eher bequemes Leben war dieser Satz das Ende. Was heute eher unmöglich ist gab es im Jahre 1972 noch. Am Abend des folgenden Tages hatte ich eine Wohnung, konnte zum neuen Monat dort einziehen zuerst mal einige Tage allein, mit hin und her und dann zu zweit. Das Abenteuer Leben begann und wer sich an diese Zeit erinnert, ahnt was nun folgte.
Bereut habe ich es bis heute nicht. Sie lebt immer noch an meiner Seite.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Angricolan am 17.06.2026:

2026, nun man spricht noch darüber, lacht über konservatives Elternhaus und darf nicht vergessen der 2. WK mit seinen Folgen und mit Blick in die Zeit nach dem 1.WK, war da noch in den Köpfen der Menschen verankert die in einer nun veränderten Welt lebten. Ihre Träume waren oft Seifenblasen, kann man heute sagen. Ihr Leben war nie leicht, gab keine vollen Supermärkte überall.
Was nun 2026 alle in der BRD erleben müssen raubt die Illusion vom Schlaraffenland, den normalen Deutschen. Was noch kommt weiß niemand.

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