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1xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Angricolan (Angricolan).
Veröffentlicht: 14.06.2026. Rubrik: Unsortiert


Die Familie ist zerstritten

Nach der Beerdigung ist vor der Beerdigung, Einer oder Eine folgt immer.
Die Nachfeier mit ausgewählten Personen. Ich saß still mehr in einer Ecke des Lokales, beobachtete die mir eigentlich fremden Anwesenden. Über den Verstorbenen hatte der Trauer-Redner viel gesagt, mehr als leicht dabei übertrieben. Ich hatte am Grab lächelnde Gesichter gesehen bei Trauernden. Es floss keine Träne sichtbar. Einige Familienmitglieder tauschten getrennt voneinander böse, ernste Blicke aus, sprachen kein Wort miteinander. Sie waren ohne ihre Kinder gekommen. Jetzt saßen sie getrennt an einzelnen Tischen.
Oma wollte nicht, jetzt fielen zwei Namen, beide hier sehen. Die Enkelin, vor dem ABI stehend setzte sich zu mir. „Im Augenblick ist noch mehr Beef als vorher in der Familie. Wie Geier kamen sie ins Haus, redeten auf Oma ein. Sie wollen das Oma ins Seniorenheim geht und ihr Haus verkauft wird“.
Gibt es ein Testament, fragte ich.
„Ja gibt es, weiß aber nicht was drinsteht und Oma hält dicht will sich einen Anwalt nehmen, wenn sie nicht aufhören sie zu bedrängen. Tante Ursel hat schon alles mit dem Heim abgesprochen“.
Ich will und muss nicht alles wissen. Richard der Verstorbene verfluchte in meiner Gegenwart oft seine Familienangehörigen bis auf seine Frau und die Enkelin, die ihn immer wieder besuchte. Selbst bei Regen kam sie mit ihrem Fahrrad. Ich ahnte etwas, Richard und seine Andeutungen.
Es fing unruhig zu werden. Die Oma sah zu uns hin, schüttelte den Kopf, stand auf und verließ den Raum. Ich folgte ihr kurz danach, um noch zu sehen, wie sie in ein Taxi einstieg.
Tante Ursel, bewusste Tochter von Richard traf ich im Weltladen der Kirchengemeinde. Sie verkaufte begann aber gleich da kein anderer Kunde anwesend war mit mir über ihre Familie zu sprechen. Sie lag im Streit mit ihren Geschwistern nicht nur wegen dem Haus. „Meine Mutter ist verreist mit der AWO und sie kann danach gleich ins Heim“. All das interessierte mich wenig. Ich ahnte irgendetwas muss mit dem Testament sein, wenn die Familiengeier, obwohl Oma noch lebt, so reagieren. Ich kaufte nichts ging als Kunden kamen. Richard sagte einmal die faule Bande wird sich noch wundern.
Vielleicht kommt dem Leser einiges bekannt vor. Erben und Vererben. Meist sind es die Ersten auf der Matte, die sich sonst um nichts gekümmert haben oder die immer schon absahnen wollten, Egoisten ohne Skrupel. Da wo es etwas zu holen gibt schleimt man sich ein, kommt nichts so sieht man sie nie wieder.
Einige Monate später begegnete ich der Enkelin, jetzt mit Abitur.
„Opa hat mir das Haus vererbt, wohne jetzt bei Oma“.
Ich sah sie an, sagte gut so. Sie fuhr weiter mit dem Rad, mehr Worte waren jetzt nicht nötig.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Hubert Staller am 14.06.2026:
Kommentar gern gelesen.
Hallo Agricolan,
leider gibt es solche Menschen, wie du sie beschreibst. Auch ich habe solche Erfahrungen in meiner Familie machen müssen. Wohl dem, der sie nicht machen muss.
Habgier ist nicht angeboren. Habgier ist anerzogen.
Inter-nette Grüße
Hubert


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