Veröffentlicht: 12.06.2026. Rubrik: Persönliches
Urlaub am See
Kein Meer dieses Jahr, wir einigten uns auf einen See in Norddeutschland mit Angelmöglichkeit. Nord oder Ostsee und angeln ohne Boot empfand ich sinnlos. Brandungsangeln war nicht erfolgreich, ich unterließ es, kaufte mir den Fisch vom Kutter direkt frisch. Bungalow am See, etwas enttäuscht, was wir da vorfanden, galt dem Mobiliar und aneinandergereiht standen da fünf ältere Häuschen. Für jedes Haus gab es ein Boot zum Rudern.
Ohne mich, du kannst allein raus rudern war angesagt nach einer stürmischen Erkundung mit etwas Regen und dem Wind aus der falschen Richtung wie die Dame meinte. Es störte die Harmonie gleich am ersten Tag. Mach was du willst ich nehme das Auto fahre an den Ostseestrand. Die klare Ansage kam beim Frühstück, obwohl ich frische Brötchen geholt hatte ohne Auto zu Fuß im nahen Städtchen. Unsere Wege trennten sich danach.
Am späten Nachmittag, sie kam zurück und ich filetierte einen Hecht in der kleinen Küche. Es reichte ihr Blick zu mir, um gleich wieder zu gehen. Draußen sagte sie laut diese Sauerei sehe ich mir nicht an soll das nun jeden Tag so stattfinden? Ich hörte Männerlachen, machte weiter von den Aalen hatte ich ihr da noch nichts gesagt.
Noch Jahre später erzählte meine Herzensdame von diesem für sie beschissenen Urlaub den wir beide viele Stunden getrennt voneinander verbracht haben. Für mich war er ein unvergessenes Erlebnis. Ab da sagte Sie immer iss deinen Fisch allein. Sie wurde Vegetarierin zum Trotz und ich überlegte den Jagdschein zu machen, tat es aber nicht aus Liebe zu ihr. Später waren wir noch einmal dort mit unserer Tochter. Es verlief ruhiger, friedvoller, bis die Kleine in den Fischkasten mit den Krebsen fiel und ich den Abgang machte mit Gummistiefeln und Parker am Steg. Ich soff ab, ging unter. Falsches Timing beim Verlassen des Ruderbootes. Andere Urlauber sahen es, lachten nur und ich sah das Wasser an meiner Brille beim Abtauchen bis in den Schlamm am Steg. Ich überlebte es wurde aber als Bademeister bezeichnet bis zum Urlaubsende.
Ahnt nun der Leser, womit ich immer wieder aufgezogen werde, wenn es darum geht, wohin fahren wir dieses Jahr?
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