Veröffentlicht: 15.06.2026. Rubrik: Unsortiert
Ahlbeck, ein Urlaub allein.
Ende Mai, Ahlbeck, Kaiserbäder auf Usedom, Appartementanlage mit Seeblick. Gebucht mit Stellplatz, WLAN und Balkon. Der Stellplatz besetzt, wenn es so anfängt, vergeht einem die gute Laune. Die beiden jungen Damen an der Rezeption sahen schon überarbeitet, müde aus. Ich sagte meinen Namen, bekam Schlüssel, hörte Kurtaxe bitte sofort zahlen, hier unterschreiben, auch hier bei dem WLAN-Schlüssel. Schönen Urlaub bei uns. Aufblickend, stehenbleibend kam es von einem blonden Partygirl, so kam sie mir vor in ihrer Dienstkleidung. "Ist noch was?" Ich war stehengeblieben.
"Ja ist es, warum ist mein gebuchter Stellplatz besetzt, möchte gerne ausladen und keine 100 Meter gehen".
"Moment, haben sie überhaupt einen gebucht?"
Würde ich sonst fragen." Ein Blick von ihnen in den PC sollte es doch zeigen".
"Kannst du mal nachsehen Mandy?".
"Wie heißen sie denn?", Mandy fragte.
"Sie hätten vorhin besser hinhören sollen". Diese Mandy war wohl geistesabwesend gewesen.
Es dauerte, bis sie antwortete. "Nummer 9 ist gebucht worden".
"Mandy gehst du mit raus, muss jemand sein der heute ankam. Fahren sie doch bis vors Haus, danach gleich wieder weg, wenn sie ihr Gepäck auf dem Zimmer haben. Entschuldigen sie bitte diese Unannehmlichkeit".
Danach gab es mich für sie nicht mehr. Sie drehte sich um, ging in einen Nebenraum.
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DDR lässt grüßen und das noch 2016. Nach der Wende immer mal im Harz war der Neid sichtbar bei meinen Urlauben dort. Patzige Antworten, an der Wartburg einen im Regen warten lassen, bis die Führung begann. All das erlebte ich schon. Ich bin eine arme Frau aus der DDR, war ein Lieblingssatz meiner alten Tante gewesen, die aber stolz ihre Orden und Anhängsel zeigte. Mitarbeiterin des Monats im Kombinat Gas und Sauerstoff. Nach der Wende war sie nicht in der SED gewesen, nun vor kurzem verstorben.
Die Räume waren sauber, der Balkon entsprach dem Foto, WLAN ok und ein Telefon stand bereit. In der Schublade unter dem Flachbildschirm Prospekte und die Hausregeln für die Vermietung.
Das Telefon ertönte: "Würden sie bitte ihren Wagen entfernen vor dem Haus".
"Ist mein Stellplatz jetzt frei?"
"Müssen wir erst nachsehen, ihr Wagen muss sofort weg".
Ich legte auf, hätte gerne ihr etwas geflüstert, tat es aber nicht".
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"Was ist denn nun mit meinem bezahlten Stellplatz? Wäre ich Ehemaliger ... ach was solls, wo finde ich ihren Chef oder Vorgesetzten. Wie ich mich fühle, ahnen sie wohl? "
Die mit Mandy bezeichnete, etwas dralle junge Frau kicherte, bückte sich dann unter ihren Tresen. Sie war so aus meinem Sichtfeld abgetaucht.
Nichts tat sich also musste ich laut etwas sagen.
"Das Internet hat Bewertungsseiten, gleich wird es eine Negative sein für diese Anlage hier. Unfreundliches Personal, nicht empfehlenswert. Guten Tag, die Damen".
Ich ging vernahm aber noch das Wort Macho und lächelte. Cool bleiben und ruhig, man sollte alles leichtnehmen. Langsam angehen lassen, freien Parkplatz suchen und an den Strand, weiter zur Seebrücke, im Restaurant eine Fischplatte essen, einen Espresso danach trinken und langsam zurück durch die noch angenehme Zahl von Urlaubern.
Mein Stellplatz 9 war frei, mit dem Schlüssel nun sofort den Platzsperrbügel hoch, einrasten, abschließen. Ich holte meinen Wagen, parkte und ging in den Empfangsbereich. Mandy sah mich, wollte verschwinden. Ich rief sie nett zurück mit: "Danke Mandy für das Freimachen". Sie gab keine Antwort. Es kam mir bekannt vor von einer Frau. Urlaub allein, wenn man länger schon zusammenlebt, kommt es vor. Mein Herzblatt wollte an den Sonnenstrand nach Bulgarien mit zwei Freundinnen, ohne mich. Auf ihr du kannst doch selbst fahren in der Zeit, nickte ich nur. Basin mit viel Regen hatten wir im Spätherbst hinter uns, reisten vorzeitig ab. Ohne mich sagte sie danach ich fliege lieber in den warmen Süden.
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