Veröffentlicht: 26.08.2025. Rubrik: Menschliches
Es gibt sie noch die Engel
Gestern war wieder so ein Tag zum Abwählen, unter dem Motto: "Was soll ein Tag auch bringen, der mit aufstehen beginnt".
5:15 Uhr war ich aufgestanden, 5:45 Uhr saß ich bereits auf dem Rad und war in die Firma gestrampelt.
6:00 Uhr ist Arbeitsbeginn und abzüglich einer Stunde Pause, Arbeiten bis 15:00 Uhr.
Im Anschluss zügig bei 30 Grad Celsius nach Hause geradelt, fix frisch gemacht, um gleich das Auto aus der Werkstatt abzuholen.
Trotz seiner 16 Jahre bekam mein oller Opel den TüV.
Null Mängel!
Und da erzählen die Obersten, dass alte Autos jährlich zum TüV sollen, weil sie angeblich eine Gefahr darstellen.
Einfach Lächerlich...
Von der Werkstatt ging es gleich weiter zu den Kindern, um dem Enkelchen die Urlaubskasse aufzubessern.
Sie wollten wie wir am Wochenende in den Urlaub fahren.
Wir verquasselten uns.
Kurz vor 20 Uhr verabschiedeten wir uns und begaben uns auf den Heimweg.
An der Jet-Tankstelle, die unmittelbar am Heimweg liegt, kostete der Liter Super 1,669 Euro.
Da momentan kein besserer Preis zu erwarten ist, stoppten wir und tankten den Opel voll.
Nach 20:15 Uhr waren wir endlich zu Hause.
Ich goss noch die Kräuter, die Tomaten- und Zucchinipflanzen im Mietergärtchen und meine bessere Hälfte bereitete das Abendessen zu.
Eine Viertelstunde später saßen wir beim Abendessen.
Das Telefon klingelte, eine unbekannte Mobilnummer zeigte das Display an.
"Ja hallo, bin ich hier bei RICHTER herausgekommen?"
"Nu!", antwortete ich.
"JENS?"
Wieder antwortete ich mit "Nu".
"Hier ist die Jet-Tankstelle. Ich habe ihre Zulassung im Verkaufsraum gefunden."
"Oje", rutscht es mir raus. "Ich bin in zehn Minuten bei ihnen."
Rein in die Schuhe, den Autoschlüssel geschnappt und zur Jet-Tankstelle gedüst, passierte alles in einem Atemzug.
Die Verkäuferin lachte mich schon an, als ich den Verkaufsraum betrat.
"Sie sind ein Engel!", sprach ich sie an.
Sie wurde rot und lächelte verlegen.
"Doch", beharrte ich. "Sie wissen gar nicht wieviel Ärger sie mir erspart haben. 1000 Mal Dank dafür."
"Ich habe doch nur ihre Adresse und ihre Telefonnummer ergoogelt und sie angerufen", kicherte sie.
Sie übergab mir die besagte Zulassung.
Bevor ich den Verkaufsraum verließ, sagte ich. "Sie haben jetzt etwas gut bei mir."
Dabei faltete ich die Hände, als würde ich ein Stoßgebet gen Himmel schicken.
Mit dieser kleinen Geschichte möchte ich der Verkäuferin nochmals vielen Dank sagen. Ich hoffe, sie liest auch in unserem Forum mit und freut sich darüber.
Jens Richter, am 13. August 2025

