Veröffentlicht: 21.04.2026. Rubrik: Aktionen
Der Geist im Forsthaus zu Colditz (Aprilaktion)
Bei der Magnuskirche in Colditz stand früher ein Kloster, das, weil es ungenutzt da lag, 1580 zu einem Forsthaus umgebaut wurde.
Anno 1618 baute man es in ein Wohnhaus für die Familie des Försters um.
In diesen Zeiten erschlugen die Wenden* einen Schüler des heiligen Bonifacius, den Grafen Hugo von Kefernburg bei Selitz.
Die gottesfürchtigen Grafen zu Colditz hoben den Erschlagenen vom Feld auf und ließen ihn beim Forsthaus begraben.
Seinen Predigtstuhl hatte der Erschlagene aber in der Leonhardskirche in Selitz, wo er den Wenden das Christentum lehrte.
In jenes Forsthaus hatte sich Anno 1644 Hans Christoph von Altmannshofen vor großer Kriegsgefahr fliehend, samt seiner schwangernen Ehefrau gerettet.
Die Frau gebar ein Töchterlein.
Am 20. Juni des selben Jahres ist der Wöchnerin am hellen Tage ein Geist mit einer Mönchskutte erschienen.
Dieser schob von außen die Gardinen beiseite und sah in ihr Bett.
Als die Frau erschrak, war der Geist, so wie er hervor gekommen war, wieder in sein kaltes Grab gestiegen.
Aus dem Grässe Sagenschatz des Königreichs Sachsen,
nacherzählt von
Jo Hannes Coltitz, April 2026
*Wenden:
Die Wenden ist lt. Wikipedia eine veraltete Bezeichnung für die Slawen im deutschsprachigen Raum.
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