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8xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Jo (Jo Hannes Coltitz).
Veröffentlicht: 07.04.2026. Rubrik: Aktionen


Die grüne Frau vom Geisingberg (Aprilaktion)

In alter Zeit erzählten sich die Bergleute jene alte Sage.
Am Geisingberg und in seiner Umgebung trieb ein wunderschöne Frau ihr Wesen.
Vielen Menschen, ob jung oder alt war sie begegnet, tat aber keiner Seele etwas zuleide.
Man nannte sie die grüne Frau, da sie in altmodische Gewänder dunkelgrün gekleidet war.
Ein Hirte, der im Spätherbst seine Schafherde am Geisingberg hütete, sah trotz vorgerückter Jahreszeit eine Lilie auf der Wiese blühen.
Sich ihrer Schönheit erfreuend, brach der Hirte sie ab und nahm sie mit.
Plötzlich stand die grüne Frau vor ihm und führte ihn durch einen unbekannten Zugang ins Innere des Berges.
Hier stellte sich den Beiden ein furchteinflößender Hund in die Quere.
Die grüne Frau beschwichtigte den Hund, der von ihnen ab ließ.
Dann zeigte sie dem Hirten die aufgestapelten Schätze des Berges.
"Das ist alles dein!", sprach sie zum Hirten. "Komme wieder und hole dir die Schätze. Nur vergiss das Beste nicht!"
Entzückt lief der Hirte aus dem Berg, um eine Karre zu holen.
Dabei vergaß er vor lauter Freude die Lilie mitzunehmen.
Sie war das Beste gewesen, was die grüne Frau meinte.
Der Schlüssel zum Berginneren.
Er hörte noch wie sich der Berg hinter ihm schloss und die grüne Frau jammerte.
"Nun muss ich weitere hundert Jahre auf meine Erlösung warten."

Sage aus dem Osterzgebige, nacherzählt von Jo Hannes Coltitz, 2026

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Babuschka am 07.04.2026:
Kommentar gern gelesen.
In deiner alten Sage geht es ja fast zu wie bei Dornröschen. Flüssig geschrieben, spannend erzählt.
Nur eines habe ich nicht ganz verstanden: Wird der Hirte am Ende mit in den Berg eingeschlossen?

Mit lieben Grüßen, Babuschka




geschrieben von Rautus Norvegicus am 07.04.2026:
Kommentar gern gelesen.
Woher sollte denn der Hirte wissen, was die Grüne Frau mit ihren geheimnisvollen Andeutungen meinte? Die soll sich mal klarer ausdrücken, sonst wird sie noch ewig auf ihre Erlösung warten😃

Ratte Rautus
🐀




geschrieben von Jo Hannes Coltitz am 08.04.2026:

Hallo @Kater Moritz,
Hallo @Hubert,
Hallo @Butterblume,
Hallo @CaptainX,
Hallo @Babuschka,
Hallo @Rautus,
Hallo @lüdel, vielen Dank für Euer "gern gelesen".

@Babuschka,
@Rautus, Eure Fragen oder Einwürfe kann die alte Sage nicht mehr beantworten.
Ich vermute, dass der Hirte das Berginnere verlassen hat. Der Döskopp hat lediglich die Lilie in seiner Gier vergessen.
Wir Sächsischstämmigen erwarten wohl zumeist, dass unsere Gegenüber gleich alles erraten. Deswegen hat die grüne Frau dem Hirten die Lilie nicht in die Hand gedrückt oder hinterher gerufen, "Halt, du hast die Lilie vergessen!"
Ist für beide blöd gelaufen...
Da ich mich viel mit Sagen beschäftige, diese sammele und niederschreibe, ist mir aufgefallen, dass nicht alles Sinn ergibt. Bzw.ist bei der mündlichen Überlieferung der Sinn auf der Strecke geblieben.
Viele Grüße, Jo





geschrieben von HanaLores am 08.04.2026:
Kommentar gern gelesen.

Hallo Jo,
vielleicht ein bisschen traurig bitter die Erkenntnis, dass Bestes sich in einer abgerissenen Blume verbirgt, aber schön, der Berg behält seine Schätze und die Frau treibt weiterhin ihr Wesen.
Einst war ich in Morgenröte Rautenkranz. Wenn ich mich recht erinnere gabs da ein kleines Raumfahrtmuseum, würd mich nicht wundern, wenn das im Osterzgebirge liegt und die Leute sich dort solche Geschichten erzählen...:)




geschrieben von Jo Hannes Coltitz am 08.04.2026:

Hallo @HanaLores, Morgenröthe Rautenkranz liegt im Vogtlandkreis. War selbst vor Jahren in diesem Museum, weil ich sozusagen großer Sigmund Jähn-Fan bin. Er war ja unser DDR-Kosmonaut!
Das war ein Aufzug, als er damals 1978 mit Walerie Bykowski im offenen Auto durch Dresden gefahren kam.
Das vergisst man sein Leben nicht.
Und ja im Vogtland gibt's auch Sagen ohne Ende.
Vielen Dank für Dein "gern gelesen" und Deinen Kommentar.
Viele Grüße, Jo


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