Veröffentlicht: 07.04.2026. Rubrik: Aktionen
Die grüne Frau vom Geisingberg (Aprilaktion)
In alter Zeit erzählten sich die Bergleute jene alte Sage.
Am Geisingberg und in seiner Umgebung trieb ein wunderschöne Frau ihr Wesen.
Vielen Menschen, ob jung oder alt war sie begegnet, tat aber keiner Seele etwas zuleide.
Man nannte sie die grüne Frau, da sie in altmodische Gewänder dunkelgrün gekleidet war.
Ein Hirte, der im Spätherbst seine Schafherde am Geisingberg hütete, sah trotz vorgerückter Jahreszeit eine Lilie auf der Wiese blühen.
Sich ihrer Schönheit erfreuend, brach der Hirte sie ab und nahm sie mit.
Plötzlich stand die grüne Frau vor ihm und führte ihn durch einen unbekannten Zugang ins Innere des Berges.
Hier stellte sich den Beiden ein furchteinflößender Hund in die Quere.
Die grüne Frau beschwichtigte den Hund, der von ihnen ab ließ.
Dann zeigte sie dem Hirten die aufgestapelten Schätze des Berges.
"Das ist alles dein!", sprach sie zum Hirten. "Komme wieder und hole dir die Schätze. Nur vergiss das Beste nicht!"
Entzückt lief der Hirte aus dem Berg, um eine Karre zu holen.
Dabei vergaß er vor lauter Freude die Lilie mitzunehmen.
Sie war das Beste gewesen, was die grüne Frau meinte.
Der Schlüssel zum Berginneren.
Er hörte noch wie sich der Berg hinter ihm schloss und die grüne Frau jammerte.
"Nun muss ich weitere hundert Jahre auf meine Erlösung warten."
Sage aus dem Osterzgebige, nacherzählt von Jo Hannes Coltitz, 2026
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