Veröffentlicht: 01.04.2026. Rubrik: Aktionen
Ein Geschenk von Silber (Aprilaktion)
Anno 1.600 zu Peter und Paul schickten Eltern ihre Tochter zum Sammeln von Feuerholz los.
Es war grimmig kalt und das Mädchen wollte zügig zurück in die heimische Wohnstube.
Mit einer schweren Kiepe voller Holz trat sie den Heimweg an.
Das Wetter verschlechterte sich zusehends und schlug in dichtes Schneegestöber um.
Das arme Mädchen sah die Hand vor ihren eigenen Augen nicht mehr.
Sie kam vom Weg ab und verlief sich.
Nach einer Ewigkeit, die sie umherirrte, sah sie ein Licht bei einem Berge schimmern.
Erschöpft lief sie auf das Licht zu.
Plötzlich trat ein kleiner Querx (Zwerg) vor sie hin.
Das Männlein befragte das Mädchen neugierig, was sie wohl in ihrer Kiepe trägt und wohin sie ihr Weg führt.
Das Mädchen klagte traurig, dass sie ein Kind armer Eltern sei und sich auf dem Heimweg im Schneegestöber verlaufen hatte.
Der Querx befahl ihr, ihm zu folgen.
Sie tat wie ihr geheißen.
Gemeinsam kletterten sie den Berg hinauf, wo sich eine Öffnung ins Innere befand.
Darin lag ein ansehnlicher Haufen Silberstücke.
Das Männlein sprach, dass das Mädchen die Kiepe an Ort und Stelle leeren sollte.
Misstrauisch hielt sich das Mädchen jedoch zurück, sodass der Querx die Kiepe eigenhändig ausschüttete.
Er bat sie all das Silber in ihre Kiepe zu füllen.
Anfangs weigerte sich das Mädchen, da sie den Querx für einen bösen Geist hielt.
Das Männlein lachte nur über soviel Dummheit und lud das Silber selbst in die Kiepe.
Dann führte er das Mädchen zur Hütte ihrer Eltern, die sich schon um ihr Kind sorgten.
Als sich die seltsame Geschichte um den plötzlichen Wohlstand der Familie herumsprach, zogen die Bauern und Knechte in Scharen zum Berg, um nach Silber zu graben.
Keiner von ihnen fand jedoch das kleinste Silberstück und so endete die Wallfahrt der Gierigen alsbald wieder.
Nach einer Lausitzer Volkssage aus dem Raum Kamenz.
Jo Hannes Coltitz, April 2026
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