Kurzgeschichten-Stories
Autor
Schreib, wie du willst!
Startseite - Registrieren - Login - Kontakt - Impressum
Menu anzeigenMenu anzeigen
3xhab ich gern gelesen
Diese Geschichte ist auch als .pdf Dokument verfügbar.
geschrieben 2025 von Rautus Norvegicus (Rautus Norvegicus).
Veröffentlicht: 08.01.2026. Rubrik: Aktionen


Aktionen Januar [Das Verschweigen der Probleme] - Die Prostituierte - ein Quaddrabble

Ich überlege ernsthaft, mir eine Prostituierte kommen zu lassen. Hübsch soll sie natürlich sein. Ich hatte noch nie eine Prostituierte. Dieser ganze Klüngel mit dem dubiosen Drumherum ist mir zu
suspekt.

Seit einer Woche suche ich im Internet. Erst war es mehr aus Jux; aber nicht nur der Gedanke verfestigt sich immer mehr bei mir! Mittlerweile habe ich mir eine Menge Angebote angeschaut. Das Äußere ist mir natürlich wichtig, inclusive Alter und ob der Kontakt privat oder über eine Agentur zustande käme. Circa hundertfünfundsechzig bis hundertsiebzig Centimeter, dunkle, leicht lockige Haare. Grüne Augen, fünfundzwanzig bis fünfunddreißig Jahre alt. Kostenpunkt: Stunde hundertfünfzig Euro? Zweihundert? Das wäre glaube ich das Mindeste, was ich verantworten könnte.

Es gibt auch teure, dann heißt es Escord mit Niveau. Mir kommt es doch auf die angebotenen Dienstleistungen an. Und genau wenn ich lese, was so alles angeboten wird, rudere ich ganz schnell zurück. Denn ich habe doch Achtung vor den Frauen, die ich nicht verlieren
möchte. Selbst wenn das doch einzig und allein deren Sache ist, was sie anbieten, was sie möchten und zulassen. Und sicher muss ich die Kosten im Blick behalten, schließlich bin ich nicht Krösus.

Mit Hinsicht auf die Kosten frage ich mich sowieso, was ich da eigentlich beabsichtige! Für eine halbe Stunde Spaß wäre das ja ok, aber ich weiß inzwischen, was für mich tagelang im Anschluss
käme: Depressionen, Grübeleien. Außerdem ist das alles Quatsch. Bude müsste ich von Grund her aufräumen, einschließlich Badezimmer. Unglücklicherweise habe ich mir vor drei Wochen das rechte Schlüsselbein bei einem Sturz auf dasselbe gebrochen. Ich war natürlich nicht beim Arzt, hab im Internet gelesen, dass ein solcher Bruch unter Umständen, wenn der Knochen sich nicht allzu sehr verschoben hat, von alleine wieder zusammenheilt. So ist es auch nach zwei Wochen Knackgeräusche beim Waschen und Duschen geschehen.

Aber von Gymnastik im Bett, bei der ich
mich auch mal auf die Arme abstützen und somit den Bruch belasten würde, sehe ich natürlich ab. Hinzu kommt erschwerend, dass ich ja sowieso gehbehindert bin, ein Souvenir, das ich seit einem Autounfall neunzehnhundertvierundachtzig deutlich sichtbar am Revers heften habe. Das kann ich natürlich nicht verschweigen, wenn ich mir eine Dirne ordere, das heißt, ich könnte schon, aber ich bin ein Ehrenmann und spiele immer mit offenen Karten.

Außerdem wäre sie nur ein Trostpflaster.
Das Verschweigen der Probleme könnte dramatische Folgen haben, wenn sie hässliche, gesunde Trottel adrett aussehenden, eloquenten Behinderten vorzöge.

--------------Ende----------------------------

counter3xhab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

Einen Kommentar schreiben

geschrieben von Babuschka am 09.01.2026:
Kommentar gern gelesen.
Lieber Rautus,
mir erscheint es so, dass der Protagonist Probleme in erster Linie heraufbeschwört, als sie vor sich zu verschweigen. Vor lauter 'wenn und aber' hatte er noch nie eine Prostituierte und wird auch weiterhin keine haben, obwohl ihn dieses Thema auf den Nägeln brennt.
;-)
LG Babuschka




geschrieben von Rautus Norvegicus am 09.01.2026:

Liebe Babuschka, du hast vollkommen recht. Ich will keine Prostituierte. Aber ich habe wirklich danach geschaut. Aber es kommt, wie es kommen muss. Gestern stand ich noch vor dem Abgrund, heute bin ich schon einen Schritt weiter. Alles ist gut😃

Liebe Grüße
🐀
Rautus Norvegicus

Mehr von Rautus Norvegicus (Rautus Norvegicus):

Die Fellmütze - Lustiges - ein Doubledrabble
Die Wölfe von Przedwojow - Nur das Video zur Story
Unverschämter Trinkgeldschwachsinn - Nachdenkliches - ein Doubledrabble
Aktion Dezember - Schon wieder pleite - Die Lebensretter
Grenzkontrolle zur DDR - ein Straßendrabble 234