Veröffentlicht: 23.06.2026. Rubrik: Menschliches
Ich verstehe nicht alles.
„Kannst du mich mitnehmen in die Stadt?“
Ich sah sie an. „Komm setz dich, aber innen ist rauchfreie Zone“. Es war voller geworden am Stadtrand, seit es dieses Flüchtlingsheim gibt, ein Neubau für einige Millionen eigentlich fehlender Euros im Stadtsäckel. Leben dort möchte keiner den ich kenne. Es beherbergt darunter seltsame Menschen und eben diese anderen mit dem Willen alles zu tun, um hier Fuß zu fassen, deutsch lernen und sich anpassen wollen.
Die junge Frau sprach mich vor einigen Wochen an als ich am Eingang vorbeiging. Klar darfst du mich begleiten sagte ich am frühen Abend. Es endete mit den Worten ich helfe gerne von ihr. Sie grinste dabei und ließ folgen älteren Menschen.
Zaun, Tor, Sicherheitsdienst und immer mal wieder Polizei. Neuerdings sieht man mehr Kameras an den Einfamilienhäuser und Bewegungsmelder.
„Du verwechselst mich, ich rauche nicht“.
„War nur ein Test, du hast mir so viel erzählt, warst auf einer Schule und sprichst 3 Sprachen. Du bist verlegt worden in die Provinz und verstehen muss ich alles nicht“.
Nah am Rathaus stieg sie aus, zog ein Handy aus der Tasche. Wir tauschten die Nummern aus und zusagen sie wieder mit zurückzunehmen musste ich ablehnen, fuhr weiter.
Wird Mann gesehen gerät man in den Focus neugieriger Tanten, weniger den Männern. Kein Kommentar dann zu sagen, schützt vor Fragen, die keiner Antwort bedürfen.
Politischer Frühstückskaffee im neuen Bistro mit einer Altherrenrunde am Mittwoch. „Was gibt es Neues?“ Der selbsternannte Gruppenleiter, fast 90 ergriff das Wort. Diesmal schwieg ich auf die Frage, wollte nur zuhören mich raushalten.
„Was machen deine neuen Mitbewohner?“
Alle sahen mich an. Wir hatten dieses Thema jedes Mal bisher. „Der eine sagt so, der andere so und ich kann bisher nicht klagen“.
Alle lachten und dann kam natürlich meine Mitfahrerin zur Erwähnung. „Nun erzähl schon, bahnt sich da was an?“
„Liebe Freunde, ihr wisst von meiner Einstellung zu Gästen. Meine Privatangelegenheiten lassen wir außen vor. Ich zähle zu den kostenlosen Uber-Fahrern, nehme euch ja auch mit“.
„Diskret warst du immer schon, wir sollten es akzeptieren, behalten dich aber im Auge“.
„Lieber Leon deine Frau ist bekannt, glaube ihr nicht alles. Ich könnte dich an etwas erinnern, üble Nachrede kam euch doch teuer, oder?“
Es reichte, Themenwechsel und einmal muss Schluss sein auch mit dem wir schaffen das noch bevor es uns überrollt hat.
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