Veröffentlicht: 08.03.2026. Rubrik: Aktionen
Fünf Rätsel - eine Antwort (März Aktion)
"Nimm doch den Besteckkorb raus", sagte ich zu meiner Frau. "Dann passt auch Krieg und Frieden von Tolstoi mit rein!"
"Ich weiß nicht so recht", meinte sie. "Schau dir nur den großen Stapel an Büchern an. Der Geschirrspüler ist doch viel zu klein."
"Ich fürchte, du musst alles nochmal ausräumen und ordentlich stapeln."
"So ein Mist", stöhnte sie.
"Und ich sag dir noch was. Du bist überhaupt nicht meine Frau. Meine Frau hat schwarze Haare. Du bist blond."
"Ja, ist mir auch schon aufgefallen. Und was machen wir jetzt?"
"Versuch´s doch mal mit Haarfärbemittel."
"Hallo!" brüllte ich durch den Baumarkt. "Ich hätte gerne eine Beratung. Ist hier niemand?"
"Psst", machte der Kunde im Blaumann, der am Boden saß. "Der Fachberaterkaufmann hat gerade mit seiner Predigt angefangen."
Immer mehr Kunden platzierten sich rund um den Mitarbeiter.
"Und siehe da", predigte er. "Moses zeugte Isaak. Und Isaak zeugte Jesus. Jesus aber wiederum zeugte Mohammed und Mohammed zeugte Buddha."
Ich zupfte den Mitarbeiter an seinem aus Damast genähten Kittel. "Entschuldigen Sie. Ich suche Dübel mit 50 Zentimeter Durchmesser."
"Ich kann Sie jetzt nicht beraten. Sie sehen doch, dass ich gerade meine Predigt halte."
"Dann bauen Sie die Beratung doch einfach in Ihre Predigt ein!"
"Gute Idee" Der Fachberaterkaufmann räusperte sich. "Und er stieg auf einen Berg und sprach: Am Ende des dritten Regals."
"Verdammt", stöhnte die alte Frau. "Immer wenn ich die Wäsche waschen will, fängt mein Oller an, oben in den Bach zu pinkeln."
Der alte Mann stand mit herabgelassenen Hosen zehn Meter bachaufwärts und kicherte.
"Dann waschen Sie doch zunächst den Salat", meinte ich. "Und wenn Ihr Mann sein Geschäft erledigt hat, fangen Sie mit der Wäsche an."
"So wird das nichts. So wird das nichts", murmelte der Holzfäller. "Ich wollte meiner Liebsten einen Blumenstrauß pflücken, aber mit der Axt geht das nicht."
Tatsächlich: Er wuschelte die Blumen nur hin und her. "Ha!", fiel es mir wie Groschen aus den Haaren. "Schauen Sie sich Ihre Axt mal an. Die ist aus Plastik. Sie haben versehentlich das Spielzeug Ihrer Kinder mitgenommen."
"Au verflixt!"
"Dann nehmen Sie doch einfach die Säge!"
"So ein Mist", schimpfte das kleine Mädchen mit den rotblonden Zöpfen. "Der Futterautomat nimmt meine Bitcoin-Münzen nicht an."
"Lass mal sehen", sagte ich, als ich eine ihrer Bitcoin in die Hand nahm. "Aha, da haben wir schon das Problem. Du hast Schweizer Bitcoin. Die Schweizer bezahlen doch gar nicht mit Euro. Das kann nicht funktionieren."
"Ach Menno", meinte sie. "Ich würde doch so gerne die Löwen füttern."
"Ist doch gar kein Problem. Im Affenhaus gibt es eine Filiale der Postbank. Dort wechselt man dir bestimmt gerne die Münzen."
"Das alles ergibt doch überhaupt keinen Sinn", sagte ich zu der Katze.
"Oh, doch" Die Worte erschienen auf ihrem Panzer. "Denk doch mal richtig nach. Die falsche Frau am Geschirrspüler, der Baumarktprediger, der alte Bachpinkler, der Holzfäller mit der Spielzeugaxt und das Mädchen mit den falschen Bitcoin. Fünf Rätsel. Eine Antwort. Ganz einfach. Du musst das zusammenfügen und schon wirst du alles verstehen."
"Das ist mir viel zu kompliziert. Lass mich in Ruhe."
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