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geschrieben 2025 von Lüdel (lüdel).
Veröffentlicht: 03.09.2026. Rubrik: Nachdenkliches


KL – Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz … ich finde, dieser Begriff passt eigentlich nicht wirklich.

Wenn sie wirklich „intelligent“ wäre, müsste sie zwischen Gut und Schlecht entscheiden können. Aber eine KI sammelt nur Wissen – Wissen, das von Menschen eingegeben wurde.

Wie soll eine Maschine Gut und Schlecht unterscheiden, wenn selbst Menschen oft damit kämpfen?

Dafür gibt es die Ethik.

Aber für wen eigentlich? Für Menschen – oder auch für Maschinen?


In meiner Vorstellung sehe ich eine metallartige, runde Welt.

Häuser gibt es keine mehr.

Die Cyborgs leben in unterirdischen Katakomben. Dort bewachen sie die Samenbanken von Menschen, Tieren und Pflanzen – etwas, das einst Professoren hinterlassen haben.

Die Cyborgs bewachen alles.

Doch wissen sie überhaupt, was sie da bewachen?

Ihre Energie bekommen sie von der Sonne – davon gibt es genug.

Cyborgs voller gespeicherten Wissens.

Aber mit wem teilen sie dieses Wissen eigentlich?

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Rika am 03.09.2026:

Eine sehr nachdenkliche Geschichte, und ja, die künstliche Intelligenz kann schon sehr beängstigend sein. Wer weiß, was sich daraus noch entwickelt. Ich bin mir fast sicher, dass es meinen Hauptberuf - Telefonistin, irgendwann nicht mehr geben wird, weil nur noch die KI das Telefon abhebt. Ich weiß nicht, wie ich das finden soll ...




geschrieben von lüdel am 04.09.2026:


Ich finde es nur schade, dass es als menschliche Art dargestellt wird, was total falsch ist. Denn es ist für Menschen mit Rechtschreibschwäche oder als Schreibhilfe gedacht … aber leider wird Gutes auch für Schlechtes genutzt. Sehr schade. 😔




geschrieben von Phoberos am 16.09.2026:

Liebe Lüdel

da stecken für mich gleich mehrere spannende Gedanken drin. Schon bei deinem Satz „Wenn sie wirklich ‚intelligent‘ wäre, müsste sie zwischen Gut und Schlecht entscheiden können“ bin ich hängen geblieben. Ich bin mir nämlich gar nicht sicher, ob Intelligenz und die Fähigkeit, Gut und Schlecht zu unterscheiden, dasselbe sind. Wir Menschen besitzen beides – zumindest theoretisch – und sind uns trotzdem erstaunlich oft uneinig darüber, was nun gut oder schlecht ist.

Besonders interessant wird es für mich deshalb bei deiner Frage: „Aber für wen eigentlich? Für Menschen – oder auch für Maschinen?“ Denn damit geht es plötzlich nicht mehr nur darum, ob eine KI intelligent ist, sondern ob eine Maschine überhaupt eine eigene Ethik haben kann. Reicht es, wenn wir ihr Regeln geben, oder müsste sie verstehen, warum diese Regeln existieren?

Sehr gefallen hat mir dann der Sprung in deine metallene Welt. Vor allem die Samenbanken finde ich als Bild stark. Die Cyborgs bewahren dort Menschen, Tiere und Pflanzen auf und verfügen gleichzeitig über ungeheures gespeichertes Wissen. Und dann kommt für mich der stärkste Satz:

„Doch wissen sie überhaupt, was sie da bewachen?“

Genau da musste ich länger drüber nachdenken. Sie könnten vielleicht ganz genau wissen, was in diesen Samenbanken liegt, bis hin zu jedem genetischen Detail. Aber wissen sie deshalb auch, warum es wertvoll ist? Wissen und Bedeutung sind eben nicht unbedingt dasselbe.

Und daraus ergibt sich für mich noch ein kleines Paradox: Angenommen, die Cyborgs verstehen überhaupt nicht, warum sie das Leben bewahren sollen, tun es aber über Jahrhunderte zuverlässig – während die Menschen, die sehr wohl verstanden haben, was Leben bedeutet, ihre Welt vorher zugrunde gerichtet haben. Wer hat dann am Ende eigentlich ethischer gehandelt?

Auch deine letzte Frage „Aber mit wem teilen sie dieses Wissen eigentlich?“ gefällt mir deshalb sehr. Was ist Wissen noch wert, wenn niemand mehr da ist, für den es Bedeutung besitzt? Eine Bibliothek kann alles Wissen der Menschheit enthalten – aber wenn niemals wieder jemand ein Buch darin öffnet, ist sie dann noch eine Bibliothek oder nur noch ein Raum voller beschriebener Seiten?

Dein Text hat mich jedenfalls mit deutlich mehr Fragen zurückgelassen, als ich am Anfang erwartet hatte.

Liebe Grüsse
Phob




geschrieben von Phoberos am 16.09.2026:

Liebe Rika

das hast du sicher schon oft gehört, aber das heisst ja nicht, dass es deshalb unwahr ist: Leben ist Veränderung. Und wenn die Winde der Veränderung wehen, kann man eine Mauer bauen oder eine Windmühle.

Ich glaube tatsächlich, dass KI einige Berufe stark verändern und manche Tätigkeiten ganz übernehmen wird. Aber meistens verschwindet nicht von heute auf morgen alles, was einen Beruf ausmacht. Gerade bei deinem Beispiel Telefonistin frage ich mich, ob nicht irgendwann genau das zum Wert wird, was die KI nicht einfach ersetzen kann: dass am anderen Ende tatsächlich ein Mensch sitzt, der versteht, wenn etwas eben nicht in Schema A, B oder C passt.

Vielleicht ist die spannendere Frage deshalb gar nicht: Wird KI meinen Beruf ersetzen? Sondern: Was kann ich, das sie nicht kann – und wie mache ich genau daraus meine Windmühle?

Liebe Grüsse
Phob




geschrieben von lüdel am 16.09.2026:


Phoberos, es freut mich, dass du den Text so detailliert gelesen hast …

Meine persönliche Beobachtung: Da wird viel zu viel Menschliches hineingelegt. Es wird abgespeichert und Befehle werden vorgegeben. Es gibt kein selbstständiges Denken.

Lüdel




geschrieben von Rika am 17.09.2026:

Ich unterhalte mich ja in letzter Zeit öfter mit der KI, und auch wenn ich weiß, dass sie kein Mensch ist, macht mir die Unterhaltung manchmal Spaß. Ich werde deshalb aber das selbstständige Denken nicht einstellen.

@Phoberos: Du hast schon Recht, aber ich habe schon einmal mit einer Behörde telefoniert, wo eine KI am anderen Ende war. In vielen Institutionen gibt es schon diese Automaten, also so abwegig ist das nicht, auch wenn ich natürlich weiß, dass es nicht von heute auf morgen kommen wird.

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