geschrieben 2024 von Lüdel (lüdel).
Veröffentlicht: 22.08.2026. Rubrik: Unsortiert
Anna - Der geheimnisvolle Briefkasten (6/7)
Schnell war die Zeit vergangen. Lisa saß fröhlich in ihrem Buggy und plapperte vor sich hin, während Anna, unterstützt von ihrer besten Freundin Marie, im Blumenladen tätig war.
Manchmal, wenn Anna in die Gärtnereihalle eilte, hüpften die beiden Heinzelmännchen heimlich in Annas Schürzentasche. Dort gab es fast immer etwas zu tun. Sie liebten es, kleine verlorene Dinge wiederzufinden oder eine heruntergefallene Schere unbemerkt zurückzulegen. Niemand bemerkte es – außer Anna, die manchmal ein leises Kichern wahrnahm.
***
Schnell war Lisa weiter herangewachsen und machte ihre ersten Gehversuche.
Anna war mit ihrer kleinen Tochter Lisa im Blumenladen. Wie gerne hielt sich die Kleine dort auf. Zwischen duftenden Rosen und bunten Sträußen fühlte sie sich sichtlich wohl. Auch ihre beste Freundin Marie war da und half beim Binden der letzten Sträuße.
An diesem Tag jedoch hatte Anna ein Geheimnis, das sie heute lüften wollte.
Johann kam gerade zum Ladenschluss herein. Er trat an den Tresen und sah Anna an.
Sie strahlte über ihr ganzes Gesicht.
Johann bemerkte es natürlich sofort.
„Anna, ist unsere Kleine wieder gelaufen und ich habe es verpasst?!“
Anna schüttelte den Kopf, ihre Augen strahlten vor Freude.
„Noch nicht. Johann… ich bin schwanger. Mit Zwillingen!“
Für einen Moment war es ganz still im Laden.
Dann fiel Marie Anna lachend um den Hals.
Johann stand da wie angewurzelt – und im nächsten Augenblick sprang er vor Freude.
„Zwillinge! Wie schön!“
Da holte er Luft: „Dann brauchen wir noch eine Schaukel!“
Anna musste schmunzeln, und alle lachten herzlich.
Als hätte sie gespürt, dass etwas Besonderes geschah, begann die kleine Lisa genau in diesem Moment ein paar sichere Schritte zu laufen. Sie quietschte fröhlich und plapperte, als hätte sie verstanden, worum es ging.
Die Wochen und Monate vergingen ruhig, aber voller Vorfreude.
Johann ließ es sich nicht nehmen, Anna besonders zu umsorgen. Auch Marie und die Eheleute Huber halfen, wo sie konnten, und nahmen ihr vieles ab.
Oft blieb Anna vor dem Spiegel stehen. Auch an diesem Abend strich sie über ihren wachsenden Bauch und lächelte still vor sich hin. Johann umarmte sie von hinten; gerade noch reichten seine Hände um ihren Bauch. Er nickte beruhigend.
Und auf Annas linker Schulter saßen – fast unsichtbar – die beiden Heinzelmännchen und nickten ebenfalls.
Mittlerweile hatte Johann einen Wohnwagen besorgt.
Die Gärtnerei blieb geschlossen.
Auf dem Schild stand:
Drei Wochen Urlaub.
Die kleine Lisa war in dieser Zeit bei Oma Maria und Opa Hans.
Marie übernachtete meistens bei ihnen. Sie hatten sich so sehr angefreundet, dass Marie schließlich ganz bei ihnen einzog. Der Bungalow war groß genug – und Marie war ihnen wie eine Tochter geworden.
***
Der Wohnwagen stand bereits vor dem Geburtshaus. Als die Zwillinge Rosalie und Florian zur Welt kamen – ein Zwillingspärchen –, freute sich Johann. Wie schön!
Wieder zu Hause war alles ein wenig stiller als sonst. Zwei kleine Bettchen standen nebeneinander.
Lisa lief zu den Zwillingen, die in ihren Bettchen lagen, und plapperte leise zu ihnen hinein.
Die Zwillinge schliefen friedlich.
Und kaum merklich begannen die Bettchen sich sanft zu bewegen.
Die Heinzelmännchen ließen die Wiegen behutsam schaukeln – so vorsichtig, dass es wie ein Hauch wirkte.
Anna entdeckte es eher zufällig.
Als eines der Babys hungrig aufwachte.
°°°°°°°(7)
Die Monate vergingen …
Unten im Garten war es schön anzuschauen, wie Lisa, Rosalie und Florian gemeinsam auf einer großen Decke im Gras saßen.
Anna saß auf der Elternschaukel und träumte vor sich hin. Johann kam herbei, hinüber zum Baum, und blieb vor Anna stehen. Er nahm ihre Hand. Glücklich blickten sie sich an.
Anna rückte ein Stück zur Seite, Johann setzte sich zu ihr, und gemeinsam beobachteten sie ihre drei Kleinen auf der Decke.
Oma Maria, Opa Hans und Marie kamen ebenfalls dazu. Alle zusammen machten sie ein Picknick. Fröhliches Lachen erfüllte den Garten.
***
Im Blumenladen hatte Johann ein kleines Häuschen aufgebaut, in dem Lisa besonders gerne spielte. Die Zwillinge liefen fröhlich zwischen dem Häuschen und der Blumentheke hin und her, wenn sie nicht gerade im Zwillingswagen saßen.
Anna trug die beiden Heinzelmännchen in einem Strohkorb, in dem ein Kissen lag, vorsichtig hinunter in den Blumenladen, um sie beim Häuschen herauszuholen – denn sie gehörten ganz selbstverständlich dazu.
Im Sommer im Garten wechselten sich Anna und Marie ab, um Lisa auf der Schaukel anzuschubsen. Oft kamen auch Oma Maria und Opa Hans vorbei.
Als die Zwillinge größer wurden, spielten alle drei Kinder begeistert beim Häuschen. Sie waren ganz in ihrem Element – und die Heinzelmännchen waren täglich bei ihnen.
Anna lebte ihren Traum. Sie hatte ihren Blumenladen, den sie sich immer gewünscht hatte, die Liebe ihres Lebens – und drei wunderbare Kinder.
Es war Feierabend. Anna schaute zu ihren drei Kindern hinüber und dachte bei sich, dass sie sich keine Sorgen machen müsse. Die Heinzelmännchen würden immer da sein – auch dann, wenn sie selbst einmal nicht mehr da sein würde.
Johann kam herein. Er sah ihre Träne und wischte sie ihr sanft aus dem Gesicht. Beide umarmten sich und blickten überglücklich auf Lisa, Rosalie und Florian, die gerade auf sie zugelaufen kamen. Liebevoll umarmten sie sich alle.
Da stand Anna nun in ihrem Traumladen, mit der Liebe ihres Lebens und ihren drei wunderbaren Kindern – ein Gefühl von Liebe und Glück, das sie tief im Herzen erfüllte und ein Leben lang begleiten würde.
Ende
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